Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Hubert Wolf: Zölibat. 16 Thesen

Der Ruf nach einer seit langem schon fälligen Aufhebung der Verpflichtung der katholischen Priester des lateinischen Ritus, ehelos, also zölibatär, zu leben, wird immer lauter. Die Überalterung des Klerus, die abnehmende Zahl der jungen Männer, die sich für ein Leben und Wirken als Priester in den ja vielfach schrumpfenden Gemeinden entschließen, hat die Frage nach den Zugangsbedingungen bereits unausweichlich werden lassen. Zu diesen gehört in unserer römisch-katholischen Kirche seit eh und je die Bereitschaft zu einem ehelosen Leben. Diese Lebensform ist in der jüngsten Zeit erneut und verstärkt in Frage gestellt worden, als publik wurde, dass eine erschreckend hohe Zahl von Priestern sexuell übergriffig geworden sind.

Zu den damit angedeuteten Fragen hat sich nun laut und vernehmlich...

Martin W. Ramb / Holger Zaborowski (Hg.): Heimat Europa?

Der diesjährige Begleitband zum Kultursommer Rheinland-Pfalz widmet sich der Frage, „inwiefern Europa als Heimat gedacht werden kann und soll“. Über deren Aktualität muss kein Wort verloren werden. Die 35 Autoren des Sammelbandes suchen mit den unterschiedlichsten Zugängen und Stilmitteln nach Antworten darauf. Ihre Perspektiven sind so vielfältig wie ihr persönlicher Hintergrund. Philosophen und Theologen, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, eine Gewerkschafterin, ein Benediktinermönch, ein Erzbischof, ein Kardinal, ein Fernsehkoch und selbst ein Prinz aus der äthiopischen Kaiserfamilie haben aus ihrer jeweiligen Sicht zu diesem Gemeinschaftswerk beigetragen, eine interessante und vielversprechende Zusammenstellung also. Da den Autoren keine bestimmte Definition von Heimat vorgegeben...

Luzia Schlösser (Hg.): Licht-Zeichen. Die Kunst von Johannes Schreiter

Er hat unzählige farbige Kirchenfenster in ganz Deutschland und weit darüber hinaus geschaffen. Seine „Licht-Zeichen“ sind im Bistum Limburg etwa in Frankfurt – in der Festeburgkirche Preungesheim (1968), in der Kapelle des Rhein-Main-Flughafens (1984) und in der Wahlkapelle des Frankfurter Doms (1993) – sowie in Limburg – in der Marienkapelle des Doms (1976) und jüngst in der Bischofskapelle (2011/12) – präsent. An der Städelschule in Frankfurt wirkt er von 1963 bis 1987 als Professor für freie Malerei und Grafik; seine zur Heimat gewordene Stadt Langen ernennt ihn 2013 zum Ehrenbürger. So ist es nur konsequent, dass das Deutsch Glasmalerei-Museum Linnich dem bald 90-jährigen Johannes Schreiter, der zu den weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Glasmalern zählt, eine konzentrierte...

Rudolf Steinberg: Zwischen Grundgesetz und Scharia

Inzwischen muss man von einer Flut von Literatur über den Islam sprechen. Das mit guten Gründen viel diskutierte, in seiner Bewertung und Deutung umkämpfte Thema zieht eine Unzahl echter und selbsternannter Expertinnen und Experten an. Dazu kommt, dass es neben der religionswissenschaftlichen, soziologischen und sicherheitspolitischen nicht zuletzt eine juristische Dimension gibt, die getrennt, aber in ihrem komplexen Zueinander zu betrachten ist.

Rudolf Steinberg, der Autor des hier zu besprechenden Buches, ist bereits von seiner Profession und seiner Lebensleistung unzweifelhaft in seiner Expertise. Als emeritierter Professor für öffentliches Recht und verdienter Universitätspräsident der J. W. Goethe-Universität Frankfurt bringt er die notwendigen Kenntnisse für die im Buch behandelten...

Antje Mickan / Thomas Klie / Peter A. Berger (Hg.): Räume zwischen Kunst und Religion

Mit dem aktuellen Verhältnis von Kunst und Religion befasst sich der vorliegende Sammelband, der die Referate eines Workshops der Universität Rostock im März 2016 dokumentiert. Diesem wiederum liegt ein DFG-Forschungsprojekt zum Thema „Märkte des Besonderen. Religionshybride Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern“ zugrunde. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die spannende Frage, welche neuen Formen von Religiosität sich im Grenzgebiet von moderner Kunst und traditionellem Glauben beobachten lassen. Denn einerseits bilden sich quasireligiöse Verhaltensweisen im Umgang mit Kunst heraus, andererseits erodieren in der ostdeutschen Provinz Mecklenburg-Vorpommern wie auch anderswo Praktiken kirchennaher Frömmigkeit.

Die Dokumentation enthält grundsätzliche theoretische Überlegungen und gibt...

Anselm Grün / Leonardo Boff: neu denken – eins werden

Mit dem vorliegenden Buch widmen sich der Benediktinermönch Anselm Grün und der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff der Frage, wo und wie Gott zu finden und zu erfahren ist. Sie nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und mit anderen Schwerpunkten, gelangen in der gegenseitigen Lektüre aber zu ähnlichen Ergebnissen und Ansichten.

Im ersten Teil betrachtet zunächst Anselm Grün das Göttliche in uns: „Wir können Gott nicht spüren, wenn wir uns nicht selber spüren. Wir können zu Gott keine Beziehung aufbauen, wenn wir zu uns selbst keine Beziehung haben.“ Anhand verschiedener Autoren (z.B. Platon, Augustinus, verschiedene Kirchenväter, Mystiker, C.G. Jung, Alfred Delp, Teilhard de Chardin etc.) stellt Grün unterschiedliche Zugänge vor, um dem Göttlichen in mir...

P. Ulrich Faust OSB (Hg.): Die Benediktsregel

Die unter dem Namen des hl. Benedikt von Nursia überlieferte Regel gehört zu den prägenden Texten des christlichen Abendlandes. Nicht nur in kirchlichen Kreisen, sondern auch als Orientierungsmaßstab für Manager und Führungskräfte findet sie bis heute Anklang. Dass der Reclam-Verlag in seinem bewährten Kleinformat eine zweisprachige Ausgabe vorlegt, ist zu begrüßen. Die konsequent parallele Anordnung von lateinischem Originaltext und deutscher Übersetzung erleichtert das Studium, die Lectio und Meditatio der Regel.

Ein Nachwort aus der Feder des renommierten Benediktinerhistorikers Ulrich Faust führt in die Geschichte der Regel ein. Faust hält an einem historischen Kern der Dialoge Gregors des Großen als einzigem Zeugnis für das Leben Benedikts fest. Die Regula Benedicti sieht er in der...

Gregor Weigand: Interreligiöses Lernen im Katholischen Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe

Einen Kurs im Fach Katholische Religion zum Abitur führen, in dem fast ein Fünftel muslimische Schülerinnen und Schüler sitzen? Eine besondere Herausforderung für den Lehrer, aber auch für die Lernenden. Wie das im Rahmen der vorgeschriebenen Themen des Lehrplans mit sich ergebenden interreligiösen Bezügen funktionieren kann, beschreibt Gregor Weigand in seinem Praxisbericht. Darin wird deutlich, dass es ihm vor allem um die Wahrnehmungen der Gemeinsamkeiten der Religionen geht. In den von ihm immer wieder religionssensibel initiierten interreligiösen Lernprozessen sieht er ein Modell, eine Vision für eine multireligiöse Zukunft in Deutschland.

Eine kleine Schwierigkeit für die eigene Arbeit mit dem Praxisbuch ist, dass es auf Grundlage des Lehrplans Katholische Religion des Hessischen...