Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

James Bridle: New Dark Age

James Bridle, Jahrgang 1980, hat sich als Experte für Künstliche Intelligenz und vor allem als Künstler einen Namen gemacht. Bekannt ist zum Beispiel die Arbeit „The Drone Shadow Catcher“, in der Bridle an prominenten Orten die Umrisse eines ferngelenkten bewaffneten Aufklärungsflugzeuges (MQ-9 Reaper) auf den Boden zeichnet, um auf die überall mögliche Überwachung hinzuweisen. Sein Buch „New Dark Age“ ist illustriert mit Fotos des Autors und anderer, die architektonische Manifestationen von Geheimhaltung und demonstrativer Transparenz, von Vernetzung und Abschottung vorführen.

Die Diagnose des Verfassers lässt sich in seinen eigenen Worten so zusammenfassen: Unser Unvermögen, eine komplexe Welt zu begreifen, führt zur Forderung nach immer mehr Informationen, was unser Verständnis nur...

Stephan Loos / Michael Reitemeyer / Georg Trettin (Hg.): Mit dem Segen der Kirche?

Kontroversen um die katholische Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften beschränken sich längst nicht mehr auf theologische Debatten, sondern bestimmen heute zunehmend die pastorale sowie liturgische Praxis. In besonderer Weise kreisen sie dabei um die Frage nach der Segnung homosexueller Paare, der innerhalb des kirchlichen Kontexts zwar nach wie vor vielfach mit Abwehr und Widerstand begegnet wird, seit geraumer Zeit aber auch auf zarte Zugeständnisse trifft. Demnach werden vor allem jene Stimmen lauter, die die Notwendigkeit einer angemessenen Begleitung betonen, den Dialog mit homosexuellen Menschen bewusst suchen und ihren Wunsch nach Zuspruch ernst nehmen wollen. Davon zeugt der von Stephan Loos, Michael Reitemeyer und Georg Trettin herausgegebene Sammelband, welcher das...

Sigmund Bonk (Hg.): Zwischen Rationalität und Religion

Sowohl im Bereich der katholischen Theologie im Allgemeinen als auch unter Religionslehrern im Besonderen ist seit Jahrzehnten für viele der Name Josef Ratzinger / Benedikt XVI. mit der Aura des Inquisitorischen versehen. Nur wenige nehmen eine Überzeugung zur Kenntnis, die für seine Theologie schon seit langer Zeit leitend geworden ist: dass christlicher Glaube und Vernunft, Offenbarung und Aufklärung keine Feinde sind, sondern füreinander eine wechselseitige Herausforderung darstellen, von der beide Seiten nur profitieren können.

Dieser Überzeugung weiß sich auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer verpflichtet, der im Jahr 2014 in seinem Bistum das „Forum Albertus Magnus“ eröffnet hat, dessen Vorträge aus den darauf folgenden Jahren im vorliegenden Sammelband veröffentlicht...

Jens Balzer: Pop und Populismus

Der Titel des Buches des Journalisten Kolumnisten Jens Balzer verspricht mehr, als das Werk letztlich halten kann, nämlich eine Auseinandersetzung mit dem Modethema „Populismus“, worunter er die Polarisierung unserer gegenwärtigen Gesellschaft fasst (12). Stattdessen haben wir es mit einem Großessay zu tun, der gelegentlich so wirkt, als seien verschiedene Kolumnen zu einem Buch zusammengefügt worden. Ihr verbindendes Thema: Popmusik, hier nicht verstanden im Sinne eines Genres, sondern schlicht im Sinne populärer, aktueller Musik. Das heißt, es dreht sich einmal um deutschen Hip-Hop und die Echoverleihung, um Heimatrocker wie Andreas Gabalier oder Frei.Wild und auch um die britische Band Planningtorock, bei der man sich wird fragen dürfen, ob sie zum beschriebenen Genre gehört. Inhaltlich...

Robert Zimmer: Basis-Bibliothek Philosophie

Eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ wäre eine schöne Sache, denn insbesondere der philosophische Novize hätte damit einen Kanon unverzichtbarer Bücher von zeitloser Bedeutung, an dem er sich orientieren könnte. Robert Zimmers Zusammenstellung will das leisten. Beginnend mit den Fragmenten der Vorsokratiker stellt der Autor die von ihm ausgewählten 100 Bücher mit Artikeln vom Umfang eines Wikipedia-Eintrages vor. Diese Darstellungen sind gut verständlich und arbeiten Wesentliches heraus. Wird das Buch aber seinem Anspruch gerecht, eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ zu sein? Ein solcher Kanon müsste ausgewogen und repräsentativ die philosophischen Denkrichtungen und Problemstellungen behandeln. Die darin aufgenommen Bücher müssten Klassiker sein, was Zimmer für sein Buch auch beansprucht.

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Georg Sans: Philosophische Gotteslehre

 

Ein philosophisches Sprechen von Gott zeichnet sich dadurch aus, dass es sich in methodischer Hinsicht keinen spezifisch religiösen Prämissen verpflichtet weiß und den Gottesgedanken auf der Ebene einer autonomen Vernunft zu entwickeln beansprucht. Dies gilt unabhängig von der persönlichen Positionierung des jeweiligen Philosophen, wobei der Autor im vorliegenden Fall Jesuit und Inhaber des Eugen-Biser-Stiftungslehrstuhl für Religions- und Subjektphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München ist. Darüber hinaus hat sich die philosophische Auseinandersetzung mit der Gottesthematik nie in einem luftleeren Raum aufgehalten, sondern sich stets in der Begegnung mit bestimmten religiös-theologischen Traditionen vollzogen. Vor allem gilt umgekehrt für den christlichen Glauben, dass...

Robert Zimmer: Basis-Bibliothek Philosophie

Eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ wäre eine schöne Sache, denn insbesondere der philosophische Novize hätte damit einen Kanon unverzichtbarer Bücher von zeitloser Bedeutung, an dem er sich orientieren könnte. Robert Zimmers Zusammenstellung will das leisten. Beginnend mit den Fragmenten der Vorsokratiker stellt der Autor die von ihm ausgewählten 100 Bücher mit Artikeln vom Umfang eines Wikipedia-Eintrages vor. Diese Darstellungen sind gut verständlich und arbeiten Wesentliches heraus. Wird das Buch aber seinem Anspruch gerecht, eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ zu sein? Ein solcher Kanon müsste ausgewogen und repräsentativ die philosophischen Denkrichtungen und Problemstellungen behandeln. Die darin aufgenommen Bücher müssten Klassiker sein, was Zimmer für sein Buch auch beansprucht.

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Adam Nergal Darski: Beichten eines Ketzers

Lesen Sie unter der Rubrik „Religionskritik“ noch immer Marx, Feuerbach und Freud? Oder darf es auch der mindestens literarisch interessantere Nietzsche sein? „Modern“ sind diese Klassiker der Religions- und Christentumskritik jedenfalls nicht und ihre zeitgenössischen Nachfolger à la Dawkins und Co. sind argumentativ meist wenig spannend. Um wie viel aufregender und zeitgemäßer vor allem in der Lebenswelt von (zum Teil auch älteren) Jugendlichen dürfte da eine Auseinandersetzung mit einer Form der Christentumskritik sein, wie sie plakativer und lauter nicht sein könnte: dem Black Metal. Noch immer ist diese Spielwiese von zum Teil sehr reflektierten, nachdenklichen Menschen nicht im Bewusstsein von Theologen angekommen, wenn es auch, wie von Sebastian Berndt (Gott haßt die Jünger der...