Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Viera Pirker / Maria Juen: Religion – (k)ein Fach wie jedes andere

Wie kann eine Leistungsbeurteilung im Fach Religion geschehen? Darf man eigentlich überhaupt eine Beurteilung vornehmen oder trifft das zu, was im Vorwort unter Bezug auf den österreichischen Religionslehrer und Kabarettisten Stefan Haider zu lesen ist: „Als Religionslehrer habe ich eine sehr enge Beziehung zum Sehr gut. Jesus selbst hat ja gesagt: ‚Sie sollen alle eins sein!’ – und daran halte ich mich natürlich.“

Die Praktischen Theologinnen Viera Pirker (Universität Wien) und Maria Juen (Universität Innsbruck) unternehmen in ihrer empirischen Studie den Versuch, dieses umstrittene Feld zumindest für den Bereich der Oberstufe an allgemeinbildenden höheren Schulen in Österreich auszuleuchten. Grundlage dafür sind Kompetenzraster und -kataloge einerseits sowie Fragenkataloge,...

Hans Mendl: Religionsdidaktik kompakt

Jetzt hat auch die Religionsdidaktik von Hans Mendl ein Update erhalten. Die 6. Auflage spielt die neuere Fachliteratur ein und erweitert das Buch auf über 300 Seiten durch aktuell relevante Themen wie z.B. Inklusion, Kinder- und Jugendtheologie und konfessionelle Kooperation. Die Titelkonkretion „kompakt“ basiert somit weniger auf der Anzahl der Seiten, sondern auf der Art und Weise des Aufbaus der Einzelkapitel, der Genese der Entstehung und ihrer Intention.

Der Autor verdeutlicht in der Einleitung, dass das Buch als Hilfe für die Prüfungsvorbereitung angelegt ist – mit der konzeptionellen Folge, dass Inhalte komprimiert aufbereitet und verdichtet dargestellt sind. Die Kapitel sind „Kurzdarstellungen“, die auf erworbene Wissensbestände zurückgreifen und reaktivieren bzw. zur...

Rudolf Englert: Was wird aus Religion?

Was bleibt eigentlich von einer Religion, deren Glaubensüberzeugungen nicht nur fraglich geworden sind, sondern zudem auch noch permanent Plausibilisierungsnöte erzeugen? Was ist zu tun, wenn diese Religion epistemische und subjektbezogene Wahrheitsansprüche nicht mehr einlösen kann? Und schließlich: Lässt sich der Bedeutungsverlust des Dogmatischen religionspädagogisch auffangen?

In seinem neuen Buch „Was wird aus Religion?“ geht der bekannte Essener Religionspädagoge Rudolf Englert diesen im Kern mit der Aufklärung gestellten Fragen systematisch nach. Hintergrund seiner Überlegungen sind in erster Linie die inhaltlichen und kommunikativen Nöte der Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die es zunehmend schwerer haben, das christliche Anliegen einer agnostisch-rationalistisch...

Ludger Schenke: Das Johannesevangelium

 

Ludger Schenke, pensionierter Professor für Neues Testament der Universität Mainz, hat in dem zu besprechenden Buch viele Überlegungen seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Johannesevangelium zusammengetragen. Er selbst verweist im Nachwort darauf, dass die meisten dargelegten Erwägungen „schon einmal vorgetragen und in manchen Monographien und Aufsätzen auch veröffentlicht“ (231) wurden. Nicht zuletzt Schenkes Kommentar zum Johannesevangelium scheint hier Pate gestanden zu haben, weisen beide Publikationen doch einen ähnlichen Aufbau auf. Allerdings ist der Kommentar, der auch online abrufbar ist (https://publications.ub.uni-mainz.de/opus/frontdoor.php? source_opus=3634), um ca. 140 Seiten umfangreicher und lädt damit zum Weiterlesen und vertiefteren Lesen ein.

Das...

Jens Ehebrecht-Zumsande / Andreas Leinhäupl (Hg.): Handbuch Bibel Pastoral

Das Handbuch, für das die Herausgeber Beiträge von rund 40 Autorinnen und Autoren gesammelt haben, bietet eine Vielfalt von Perspektiven auf die Bibel und Impulse für die Arbeit mit der Bibel. Diese Vielfalt der Beiträge, die mit jeweils rund fünf bis zehn Seiten kurz und prägnant und doch dicht und informativ sind, ist in fünf Kategorien unterteilt: Bibel und Pastoral – Grundlagen und Vergewisserungen, Zugänge zu biblischen Texten, Die Bibel als Fundament für alle Lebensphasen, Die Bibel an Orten des Lebens, Mit biblischen Texten praktisch arbeiten.

In Teil 1 wird in jedem Artikel die Bibel mit einem anderen Thema in Bezug gesetzt (Liturgie, Caritas, Ökumene, Koran, soziale Arbeit, ...) und dadurch der Blick auf die Bibel geweitet. Der 2. Teil enthält vor allem praktische bzw. konkrete...

Thomas Menges / Martin W. Ramb (Hg.): Patrick Roth: Die Christus Trilogie

Über den Sinn und die Existenzberechtigung des schulischen Religionsunterrichts in Deutschland entbrennt in gewisser Regelmäßigkeit eine kontrovers geführte Diskussion. Am Anfang dieses Jahres wurde sie erneut angestoßen durch einen nahezu ganzseitigen Artikel des prominenten Journalisten Jürgen Kaube im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Erfreulicherweise plädiert weder Kaube noch die Mehrheit der Stimmen, die sich in der Debatte zu Wort gemeldet haben, für eine Abschaffung des schulischen Religionsunterrichts zugunsten eines Pflichtfachs Ethik, allerdings muss, darin ist Kaube Recht zu geben, der intellektuelle Anspruch des Religionsunterrichts, damit dieser attraktiv und allseits geschätzt bleibt, dringend erhöht werden. Eine hin und wieder festzustellende Verengung auf...

Clauß Peter Sajak / Michael Langer (Hg.): Kirche ohne Jugend. Ist die Glaubensweitergabe am Ende?

Immer wieder wird derzeit die Glaubenskrise konstatiert, unter der das Christentum in westlichen Gesellschaften leidet. Auch von einer Kirchenkrise ist häufig die Rede, mitunter gar von einer Gotteskrise, einer Kulturkrise oder einer Menschenkrise. Das all diesen Formulierungen zugrunde liegende Unbehagen hat eine seit einigen Jahren intensivierte theologische Reflexion über plausible Situationsanalysen und denkbare Reaktionsmöglichkeiten angestoßen. Ein neuerer Beitrag dieser Art, der 2018 in der Herder-Reihe „Theologie kontrovers“ erschienen ist, nimmt sich anlässlich der Jugendsynode spezifisch der Situation von Kindern und Jugendlichen an und stellt die Frage, ob angesichts einer „Kirche ohne Jugend“ die „Glaubensweitergabe am Ende“ ist. Grund zu dieser Frage gibt es durchaus,...

Nils Köbel: Identität – Werte – Weltdeutung

Nils Köbel, Professor für Pädagogik an der KH Mainz und durch dem Podcast „Soziopod“ bundesweit bekannt, fragt in seiner Habilitationsschrift „Wie entstehen Wertüberzeugungen und ethische Lebensorientierungen in der Biographie einer Person? Welche Sozialisations- und Bildungsprozesse führen zu identitätsprägenden Weltdeutungen?“ (7) und erhellt damit einen für jede ethische (und religiöse) Bildung bedeutsamen Zusammenhang. Ausgehend von der Beobachtung, dass Werte in ihrer Entstehung nicht auf rationale oder kontrollierbare Entstehungsgeschichten beruhen, sondern vielmehr emotional-affektiv aufgeladen und individuell-biografisch gebunden sind, wählt er einen hermeneutischen und einen empirischen Forschungsweg.

Im ersten Teil (12-117) legt der Verfasser die theoretischen Grundlagen, indem...