Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Janusz Surzykiewicz / Maria Groos / Teresa Loichen / Joost van Loon (Hg.): Liebe, Leib und Leidenschaft

Personsein aus der Sicht der Theologie des Leibes

In der Vergangenheit der katholischen Kirche hatte der Leib keine gute Presse. Er musste dem Geist zu Diensten sein, wurde malträtiert und teils drakonischen Fastenkuren unterworfen. Seit Jahrzehnten allerdings wird er geradezu vergötzt: Fitnesscenter haben in Universitäten die Hochschulkapellen ersetzt. Johannes Paul II. hat mit seiner Theologie des Leibes für Ausgeglichenheit gesorgt. Der Leib wird zu einem der Orte der Epiphanie Gottes; in ihm wird das Geistliche und das Göttliche sichtbar. Alle Beiträge des vorliegenden Tagungsbandes entfalten diesen Grundgedanken. 

Nach Grußworten des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx und des österreichischen Familienbischofs Klaus Küng eröffnet der Eichstätter Ortsbischof...

Hans Kessler: Gott – warum er uns nicht loslässt

Ist es überhaupt vernünftig, an Gott zu glauben? Wenn ja: Kann über Gott irgendetwas Bestimmtes ausgesagt werden? Und: Wie ist von Gott zu sprechen? Es sind im Kern diese Fragen, auf die Hans Kessler, emeritierter Professor für Systematische Theologie an der Universität Frankfurt, in seinem jüngsten Buch Antworten gibt. Es besteht aus zwei sich ergänzenden, unabhängig voneinander lesbaren Teilen. Bezugspunkte bilden die derzeitige Religionskritik auf der einen und die modernen Naturwissenschaft auf der anderen Seite. Weil es weder für noch gegen die Existenz Gottes zwingende Beweise gibt, treffen wir mit der Option für den Glauben oder den Unglauben eine Lebensentscheidung. Der Verfasser entfaltet gute Gründe für den Glauben; einige seiner Überlegungen werden im Folgenden skizziert.

Ist...

Sabine Pemsel-Maier: Gott und Jesus Christus

Orientierungswissen Christologie

Sabine Pemsel-Maier, Professorin für Katholische Theologie / Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Dogmatik und ihre Didaktik, hat Pionierarbeit geleistet und eine für den Kontext Schule bestimmte Christologie vorgelegt. Für diesen Zweck hat sie – geleitet vom didaktischen Prinzip der Elementarisierung – den komplexen theologischen Fachdiskurs auf elementare Argumentationsfiguren reduziert. Die vorliegende „elementare Christologie“ möchte Lehrkräfte von der Primar- bis zur Oberstufe befähigen, „eine adäquate Theologie bzw. Christologie für Kinder und Jugendliche bereit zu stellen“ (13). Hinter diesem begrüßenswerten Ziel steht die Beobachtung, dass im Religionsunterricht (RU) beider christlicher Konfessionen der Glaube nicht selten nur als Ethik und Jesus...

Doris Nauer: Gott - Woran glauben Christen?

Verständlich erläutert für Neugierige

Wo finde ich eine übersichtliche, klar strukturierte und informativ geschriebene Einführung in den christlichen Glauben? In früheren Zeiten wäre ich vielleicht bei einem (katholischen oder evangelischen) Katechismus gelandet. Katechismen haben allerdings die Angewohnheit, sich mehr am Anspruch lehramtlicher Korrektheit zu orientieren als am (bibel-)theologischen Forschungsstand. Katechismen liefern viele Antworten und lassen keine Fragen offen.

Das vorliegende Buch von Doris Nauer ist auf erfrischende Weise kein Katechismus – und bietet dennoch eine umfassende, informative und spannende Einführung ins Christentum! Es stellt theologische Zusammenhänge anschaulich dar, es bezieht klar Position – und hält zugleich viele Fragen ausdrücklich für den Leser...

Achim Buckenmaier: Lehramt der Bischofskonferenzen?

Anregungen für eine Revision
 
Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein uns wohl bekanntes Gremium. Sie fällt viele Entscheidungen, sie äußert sich zu vielen Fragen in Kirche und Gesellschaft. Doch ist von ihr in der vorliegenden Schrift nicht die Rede. Es geht vielmehr um die Bischofskonferenz als solche. Achim Buckenmaier reflektiert ihre Stellung im Gefüge der Kirche, er lotet die Spielräume aus, innerhalb derer sie angesichts neuer Herausforderungen neu ausgerichtet werden kann. Seine Erörterungen bewegen sich im Bereich der dogmatischen und kanonistischen Lehrzusammenhänge.
 
In seinem ersten Lehrschreiben, „Evangelii gaudium“, in dem es um die „Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute“ ging, hat Papst Franziskus alle Teilkirchen aufgefordert, im Blick auf die Verkündigung des...

Sabine Pemsel-Maier: Gott und Jesus Christus

Orientierungswissen Christologie

Sabine Pemsel-Maier, Professorin für Katholische Theologie / Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Dogmatik und ihre Didaktik, hat Pionierarbeit geleistet und eine für den Kontext Schule bestimmte Christologie vorgelegt. Für diesen Zweck hat sie – geleitet vom didaktischen Prinzip der Elementarisierung – den komplexen theologischen Fachdiskurs auf elementare Argumentationsfiguren reduziert. Die vorliegende „elementare Christologie“ möchte Lehrkräfte von der Primar- bis zur Oberstufe befähigen, „eine adäquate Theologie bzw. Christologie für Kinder und Jugendliche bereit zu stellen“ (13). Hinter diesem begrüßenswerten Ziel steht die Beobachtung, dass im Religionsunterricht (RU) beider christlicher Konfessionen der Glaube nicht selten nur als Ethik und Jesus...

Martin Ramb / Holger Zaborowski: Jenseits der Ironie

Dialoge der Barmherzigkeit

Wer das Buch in die Hand nimmt und die Beiträge liest, bedauert sicherlich, dass das Jahr der Barmherzigkeit schon zu Ende ist. Denn ausgerüstet mit dem Wissen, das die Beiträge auszeichnet, hätte man ganz anders das Jahr der Barmherzigkeit begehen können. Der Titel ist sicherlich erklärungsbedürftig. Einer der Herausgeber (Holger Zaborowski) beendet die „Dialoge“ mit einem Beitrag, der dem ganzen Buch den Titel gegeben hat. Angesichts der Flüchtlingskrise und anderen Herausforderungen sind distanzierende ironische Selbstverliebtheiten und Bespiegelungen fehl am Platz. Was so nach Ansicht des Autors als kennzeichnend für die Postmoderne angenommen werden kann, wirkt zynisch angesichts der menschlichen Nöte. Barmherzigkeit wäre die richtige Antwort auf die Nöte...

Christian Lehnert: Der Gott in der Nuß

Fliegende Blätter von Kult und Gebet
 
Vor mir liegt ein Buch mit einem enigmatischen Titel, das unter theologischen Büchern eher selten anzutreffen ist. Seine Lektüre verlangt vom Leser eine gewisse Gestimmtheit und Bereitschaft, sich vom Autor in seine Gedankenwelt mitnehmen zu lassen. Ist man dazu bereit, wird man in diese Welt magisch hineingezogen und reichlich belohnt. Den Autor Christian Lehnert bezeichnet der Klappentext als „Dichter und Theologe“, er ist aber mehr: ein moderner Mystiker.
 
Er wurde 1969 in Dresden als Sohn eines Arztehepaars geboren. Er wird zwar getauft, wächst aber ohne Kirchenbindung auf. Erst durch die Begegnung mit der Jungen Gemeinde, der Jugendgruppe der evangelischen Kirche in der DDR, wird sein religiöses Interesse geweckt. Er studiert...