Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Martin W. Ramb / Holger Zaborowski (Hg.): Heimat Europa?

Der diesjährige Begleitband zum Kultursommer Rheinland-Pfalz widmet sich der Frage, „inwiefern Europa als Heimat gedacht werden kann und soll“. Über deren Aktualität muss kein Wort verloren werden. Die 35 Autoren des Sammelbandes suchen mit den unterschiedlichsten Zugängen und Stilmitteln nach Antworten darauf. Ihre Perspektiven sind so vielfältig wie ihr persönlicher Hintergrund. Philosophen und Theologen, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, eine Gewerkschafterin, ein Benediktinermönch, ein Erzbischof, ein Kardinal, ein Fernsehkoch und selbst ein Prinz aus der äthiopischen Kaiserfamilie haben aus ihrer jeweiligen Sicht zu diesem Gemeinschaftswerk beigetragen, eine interessante und vielversprechende Zusammenstellung also. Da den Autoren keine bestimmte Definition von Heimat vorgegeben...

Rudolf Steinberg: Zwischen Grundgesetz und Scharia

Inzwischen muss man von einer Flut von Literatur über den Islam sprechen. Das mit guten Gründen viel diskutierte, in seiner Bewertung und Deutung umkämpfte Thema zieht eine Unzahl echter und selbsternannter Expertinnen und Experten an. Dazu kommt, dass es neben der religionswissenschaftlichen, soziologischen und sicherheitspolitischen nicht zuletzt eine juristische Dimension gibt, die getrennt, aber in ihrem komplexen Zueinander zu betrachten ist.

Rudolf Steinberg, der Autor des hier zu besprechenden Buches, ist bereits von seiner Profession und seiner Lebensleistung unzweifelhaft in seiner Expertise. Als emeritierter Professor für öffentliches Recht und verdienter Universitätspräsident der J. W. Goethe-Universität Frankfurt bringt er die notwendigen Kenntnisse für die im Buch behandelten...

Gregor Weigand: Interreligiöses Lernen im Katholischen Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe

Einen Kurs im Fach Katholische Religion zum Abitur führen, in dem fast ein Fünftel muslimische Schülerinnen und Schüler sitzen? Eine besondere Herausforderung für den Lehrer, aber auch für die Lernenden. Wie das im Rahmen der vorgeschriebenen Themen des Lehrplans mit sich ergebenden interreligiösen Bezügen funktionieren kann, beschreibt Gregor Weigand in seinem Praxisbericht. Darin wird deutlich, dass es ihm vor allem um die Wahrnehmungen der Gemeinsamkeiten der Religionen geht. In den von ihm immer wieder religionssensibel initiierten interreligiösen Lernprozessen sieht er ein Modell, eine Vision für eine multireligiöse Zukunft in Deutschland.

Eine kleine Schwierigkeit für die eigene Arbeit mit dem Praxisbuch ist, dass es auf Grundlage des Lehrplans Katholische Religion des Hessischen...

Anselm Grün / Ahmad Milad Karimi: Im Herzen der Spiritualität

„In der Begegnung haben wir erfahren, dass im Gespräch zwischen den Religionen, über alle theologischen Differenzen hinweg, die Spiritualität das eigentlich Verbindende ist.“ Dieser Klappentext lässt aufhorchen, weil er Optimismus bezüglich eines ehrlichen christlich-islamischen Dialoges verbreitet, der in den letzten Jahren beträchtlich geschwunden ist, und weil das Wort „Mystik“ fehlt, das sonst ebenso gerne wie ungenau als wohlfeile Brücke zwischen den Religionen gehandelt wird. Man horcht auf, weil hier zwei namhafte Gelehrte beider Religionen sich offenbar life (das zeigen die Bilder auf dem Buchdeckel), vor allem aber in einer ernsthaften textlichen wechselseitigen Bezugnahme tatsächlich soweit begegnet sind, wie man sich in der unüberwindlichen Differenz zweier monotheistischer...

Sibylle Lewitscharoff / Najem Wali: Abraham trifft Ibrahim

Das Buch „Abraham trifft Ibrahim“ ist ein gemeinschaftliches Werk zweier literarischer Schwergewichte, der Schriftstellerin Sybille Lewitscharoff und des Autors Najem Wali. Beide haben in je eigener Weise mit ihren Werken Akzente gesetzt: Sybille Lewitscharoff mit ihren Sprachbildern und -neuschöpfungen, Najem Wali mit seiner Gesellschafts- und Religionskritik. Der Ausgangspunkt war Walis religionsverbindende Idee, ein Buch zu schreiben über Personen, die sowohl in der Bibel als auch im Koran vorkommen und die die Identität von Judentum, Christentum und Islam geprägt haben. Diese Gemeinsamkeiten möchte er als Brücke und als friedensgenerierende Kraft zwischen den Religionen und Gesellschaften fruchtbar machen. Weiterhin hat er das Interesse, die Menschen zu informieren, was wirklich im...

Armin Nassehi / Peter Felixberger (Hg.): Kursbuch 196: Religion, zum Teufel!

Der Titel „Religion, zum Teufel!“ legt eine falsche Spur, insinuiert er doch eine scharfe Abrechnung mit (dem Erscheinungsbild der) Religion. Den Teufel bekommt der Leser dennoch präsentiert – und zwar von dem Comic-Zeichner Ralph Niese, der in der Mitte des vorliegenden Kursbuches mit seinen frechen, grellen Illustrationen die Karriere Luzifers vom Paradies bis in unsere diabolischen Tage nachzeichnet (93-112).

Allgemein formuliert geht es in den verschiedenen Beiträgen um eine Revision überholter Urteile über und einen neuen Blick auf aktuelle Probleme von Religion, wobei in aller Regel das Christentum und der Islam gemeint sind. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass den kritischsten Beitrag der Theologe Gregor Maria Hoff beigesteuert hat, der unter dem kryptischen Titel „Kirche zu,...

Mouhanad Khorchide: Gottes Offenbarung in Menschenwort

Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 wurde der erste Band der auf 17 Bände angelegten Kommentarreihe durch den Autor Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Westf. Wilhelms-Universität Münster, vorgestellt. Die Anwesenheit von Manuel Herder und dessen programmatische Vorrede bei der Buchvorstellung signalisierten die Wichtigkeit dieses Projektes für den Verlag: Es wäre „ein großer Durchbruch, wenn die erstmalige Verbindung von klassischer islamischer Koranauslegung und historisch-kritischer Methode gelingt.“ Die Latte der Erwartungen liegt also hoch. Überspringen soll sie ein Team um den Münsteraner islamischen Theologen Mouhanad Khorchide. Zum ersten Band tragen daher auch Dirk Hartwig, Dina El Omari und Stefan Zorn bei.

Geplant ist das Erscheinen von 1-2...