Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Reza Aslan: Gott. Eine Geschichte der Menschen

Reza Aslan ist ein homo religiosus. Der 1972 in Teheran geborene iranisch-amerikanische Religionswissenschaftler und Dozent für „kreatives Schreiben“ ist berühmt für seine religiösen Kehren und ihre diesbezüglichen Explikationen. Als Moslem geboren, schließt er sich als Jugendlicher einer amerikanischen missionierenden Pfingstkirche an, um sich als Student wieder dem Islam anzunähern. „Kein Gott außer Gott“, seine 2005 erschienene Darlegung des islamischen Glaubens, wurde ebenso zu einem internationalen Bestseller wie „Zelot“ (2013), der kontrovers diskutierte Blick auf Jesus von Nazareth und seine Zeit. Aslans neuestes Buch widmet sich der zumindest in den abrahamitischen Religionen zentralen religiösen Frage, der Frage nach Gott. Und sagen wir es gleich: Es ist ein enttäuschendes Werk,...

Ahmad Mansour: Klartext zur Integration

„Klartext zur Integration“, wer würde sich das in diesen unruhigen Zeiten nicht wünschen? Und Ahmad Mansour, arabischer Israeli, Diplompsychologe und seit Jahren in Berlin engagiert in der Arbeit mit radikalisierten Jugendlichen, gehört sicher zu den Experten in Deutschland, die wissen, wovon sie sprechen. In unzähligen Talkshows und anderen TV- und Podiumsauftritten warnt er vor der Gefahr eines gewaltbereiten Islam und den Lebenslügen einer falsch verstandenen Multikulti-Seligkeit. Dafür wurde er unter anderem mit dem Moses-Mendelsohn- und dem Carl-von-Osietzky-Preis ausgezeichnet.

Nach seinem Bestseller „Generation Allah“ (2015), der bereits ein ähnliches Thema hatte, will er nun also auf 303 Seiten etwas dazu beizutragen, dass wechselseitig sowohl freundliche wie auch unfreundliche...

Frank Griffel: Den Islam denken. Versuch, eine Religion zu verstehen

Frank Griffel, Professor an der Yale Universität in New Haven und international anerkannter Islam-Experte, legt in der Reclam-Reihe „Was bedeutet das alles?“ eine prägnante Annäherung an den Islam vor. Auf knapp hundert Seiten, die sich in sechs Kapitel gliedern, wägt er zahlreiche Fragen ab, die nicht nur etwas über den Islam verraten, sondern auch über das westliche Denken über den Islam.

Bereits das einleitende Kapitel, das mit der Erinnerung an Tolstois postum erschienene Erzählung Hadschi Murat beginnt, führt deutlich vor Augen, dass, wollte man diese Erzählung heute schreiben, sie vielleicht „Osama bin Laden“ oder „Abu Bakr al-Baghdadi“ heißen müsste. Doch wie würde man dann auf eine solche Erzählung reagieren, in der ein Fanatiker die eigene Sicht seines Lebens präsentiert? Griffel...

Gerhard Begrich: Leviticus. Das 3. Buch Mose

Das Buch Leviticus gehört zu den Schriften des Alten Testaments, die uns heute nur schwer zugänglich sind. Zu fremd, zu eigenartig oder zu abscheulich und abschreckend erscheinen uns einige der Gesetze und Vorschriften. Dies ist wohl ein Grund dafür, warum Textabschnitte dieser Schrift in der pastoralen Praxis nur selten in den Blick geraten und thematisiert werden Die Instrumentalisierung einzelner Bestimmungen des Buches in Vergangenheit und Gegenwart vor allem in fundamentalistischen Kreisen hilft da nicht besonders.

Auf der anderen Seite bildet das Buch Leviticus in der jüdischen Tradition, wo es wajjiqrā’ („und er rief“) genannt wird, das Herzstück der Tora. Die Konzeption einer gemeinsamen Einhaltung von Geboten dient u.a. der Identitätsbewahrung und -sicherung des Volkes Israels....

Perry Schmidt-Leukel: Buddhismus verstehen

Das 2017 erschienene Werk „ Buddhismus verstehen. Geschichte und Ideenwelt einer ungewöhnlichen Religion" ist die lang erwartete deutsche Übersetzung des sehr positiv aufgenommenen Werks „Understanding Buddhism" des renommierten Religionswissenschaftlers und Religionstheologen Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel (Universität Münster). Die deutsche Übersetzung von Hans-Georg Türstig wurde vom Autor aktualisiert, erweitert und autorisiert.

Der Titel des Buches kündigt an, dass der Buddhismus eine ungewöhnliche Religion ist, und verspricht, dass sie dennoch verstanden werden kann. Und dieses Versprechen wird vom Autor eingelöst. Das Werk ist sachkundig exzellent verfasst. Es führt auf wissenschaftlich hohem Niveau und zugleich literarisch spannend in die Geschichte und Grundgedanken des...

Willi Weitzel / Mouhanad Khorchide: Der Islam

Willi wills wissen. Und weil er es ganz genau wissen will, fragt Willi Weitzel so lange nach, bis die kompliziertesten Dinge sich einfach erklären lassen – mit Herz und Verstand, mit nötigem Ernst und einer Prise Humor. In knapp 200 Sendungen, die zwischen 2002 und 2010 im Kinderkanal von ARD und ZDF ausgestrahlt wurden, ging er ganz verschiedenen Dingen nach und vielen scheinbar normalen Alltagssituationen näher auf den Grund. „Wie kommt der Strom in die Steckdose?“, „Was hat man, wenn man Krebs hat?“ oder „Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit?“ – das sind typische Willi-Fragen, die kleine und große Kinder gleichermaßen begeisterten.

Nun liegt das beliebte Format in Buchform vor. Zwei Tage hat Weitzel den renommierten Münsteraner Islamwissenschaftler und gläubigen Muslim Mouhanand...

Suleiman Mourad / Perry Anderson: Das Mosaik des Islam

Der Historiker Perry Anderson skizziert in seinem Buch „Das Mosaik des Islam“ die wichtigsten historischen Entwicklungen, die zur Ausprägung des Islams in seiner heutigen Form beigetragen haben. In einem Gespräch mit Suleiman Mourad, Professor für Religion am Smith College, entstand so ein Mosaik, das die Vielfalt islamischen Lebens zeigt. Das Buch versteht sich nicht als reine Wissensvermittlung und ist als Dialog konzipiert. In ihrem Gespräch streifen die Wissenschaftler die historische, politische und intellektuelle Landschaft des Islams von seiner Entstehung bis in die Gegenwart und spannen einen Bogen von der Geschichte des Korans, über die sunnitisch-schiitische Spaltung bis hin zur Entwicklung des Konzeptes des Dschihad sowie modernen Reformbewegungen. Die Betrachtungen und klugen...

Bernhard Maier: Die Ordnung des Himmels

 

Es ist leicht, ein Buch zu kritisieren, das sich erkühnt, auf nur 481 Seiten (ohne Anhang) die Geschichte der Religionen von der Steinzeit bis zur Gegenwart darzustellen. Immer wird sich etwas finden lassen, das fehlt oder nur im Lexikonstil abgehandelt worden ist. Aber: Dieser defizitorientieren Kritik kann schnell der Blick dafür verloren gehen, was in einem solchen Buch auf nur 481 Seiten alles vorhanden ist. Bernhard Maier, Professor für Allgemeine Religionswissenschaft und Europäische Religionsgeschichte an der Universität Tübingen, ist sich der Problematik seines Unternehmens bewusst, gerade in Zeiten einer ausufernden und sich zugleich spezialisierenden Forschung. Am Ende seines Buches begründet er, warum er sich trotz allem an eine Gesamtdarstellung herangewagt habe. Er begreift...