Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Ottmar Fuchs: Das Jüngste Gericht

Ottmar Fuchs bleibt seinem Thema treu. Es ist ihm während seines Wirkens als Pastoraltheologe an der Universität Tübingen zu einem persönlichen Anliegen geworden, von dem er nun auch nach seiner Emeritierung nicht lassen will. Schon 2007 erschien sein Buch „Das Jüngste Gericht. Hoffnung auf Gerechtigkeit“ im selben Verlag. Eine Dekade später sind der Titel und das Cover nur leicht geändert, die Themen ähnlich, der Stil der vertraute, doch die Texte sind neu. Das Buch erscheint als zusammenhängende Abhandlung. Aber der Leser wird sogleich in zahllose Skizzen und Meditationen hineingenommen, die Hoffnung machen sollen, zum Nachdenken anregen, auch aufrütteln und allesamt getragen bleiben von einer großen Zuversicht. Der rote Faden dieses Buches ist Bestärkung in der Zuversicht, kein linearer...

Willi Weitzel / Mouhanad Khorchide: Der Islam

Willi wills wissen. Und weil er es ganz genau wissen will, fragt Willi Weitzel so lange nach, bis die kompliziertesten Dinge sich einfach erklären lassen – mit Herz und Verstand, mit nötigem Ernst und einer Prise Humor. In knapp 200 Sendungen, die zwischen 2002 und 2010 im Kinderkanal von ARD und ZDF ausgestrahlt wurden, ging er ganz verschiedenen Dingen nach und vielen scheinbar normalen Alltagssituationen näher auf den Grund. „Wie kommt der Strom in die Steckdose?“, „Was hat man, wenn man Krebs hat?“ oder „Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit?“ – das sind typische Willi-Fragen, die kleine und große Kinder gleichermaßen begeisterten.

Nun liegt das beliebte Format in Buchform vor. Zwei Tage hat Weitzel den renommierten Münsteraner Islamwissenschaftler und gläubigen Muslim Mouhanand...

Jutta Koslowski: Die Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit des Andrej Rublev

Während westliche Theologie die Trinitätslehre vornehmlich als Gegenstand theologischer Spekulation betreibt, stellt die evangelische Theologin Jutta Koslowski das Mysterium der Dreifaltigkeit als Brennpunkt russisch-orthodoxer Liturgie vor – einzigartig geschrieben im 15. Jahrhundert durch den Mönch Andrej Rublev (Rubljov).

Einer kurzen Exegese des biblischen Referenztextes der Ikone in Genesis 18 folgt eine bebilderte kunstgeschichtliche Revue des Themas, geschichtlich verortet in die zeitgleich zur Entstehung der Dreifaltigkeitsikone sich ereignende Nationbildung Russlands im Kampf gegen die Tartaren und die trinitätstheologische Formung der Religiosität der Russen durch deren Nationalheiligen Sergiej von Radonesh.

Vielfältige ineinandergreifende Kompositionsschemata, Informationen...

Christoph Böttigheimer: Bedingungslos anerkannt

Das Buch stellt dar, dass und wie es dem einzelnen möglich ist, sein Leben im christlichen Glauben, dem Vertrauen auf Gott und Jesus Christus, sinnvoll zu gestalten. Durch den zentralen „identitätstheoretischen Begriff der Anerkennung“ (48) entfaltet Christoph Böttigheimer zunächst differenziert und kenntnisreich, in welcher Weise sich die Bildung der menschlichen Person zur individuellen Persönlichkeit vollziehen kann (Teil A). Danach macht er mithilfe der Idee der Anerkennung plausibel, wie der christliche Glaube an die bedingungslose Zuwendung Gottes in Jesus zu den Menschen die Quelle darstellt, „heil und ganz“ zu werden (Teil B). Angesichts der Selbstentfremdung des Menschen in der Sünde kommt schließlich die Frage nach der Erlösung durch das Leben und den Kreuzestod Jesu in den...

Georg Langenhorst: Toter Regens – Guter Regens

Krimis dominieren die Abendprogramme des Fernsehens und die Auslagen der Buchhandlungen. Sie gewinnen ihre Attraktivität aus dem aufzuklärenden Fall und aus dem kulturellen oder sozialen Umfeld, in dem die Handlung angesiedelt ist. Was liegt für einen Theologen, der sich als Krimiautor erproben möchte, näher, als das ihm vertraute Kirchenmilieu zur Bühne seines Romans zu wählen? Georg Langenhorst ist Professor für Praktische Theologie und ein ausgewiesener Fachmann für Themen im Überschneidungsbereich von Literatur und Theologie. Im vorliegenden Buch wechselt er die Rolle: der Interpret wird zum Autor, der Wissenschaftler zum Erzähler.

Tatort ist das Priesterseminar einer süddeutschen Bischofsstadt „Friedensberg“. Dort wird an einem Montagmorgen der angesehene und als künftiger...

Rainer Oberthür / Carolin und Andreas Obieglo: Was glaubst du?

„Briefe und Lieder zwischen Himmel und Erde“ lautet der Untertitel des neuen Werks von Rainer Oberthür, das in Zusammenarbeit mit dem Musikerehepaar Carolin und Andreas Obieglo (alias Carolin No) entstanden ist. Er verweist auf das eher ungewöhnliche Format der Veröffentlichung in Buch und Audio-CD, das Musik und Text miteinander zu verbinden versucht. Die Brücke zwischen beiden Repräsentationsformen bildet das dem Autor ebenso wie den Musikern je eigene Interesse an den „großen Fragen“. Während das Obieglo-Duo den Fragen nach Wahrheit und Sinn im Leben aufgrund seiner Arbeit als Liedermacher begegnet, sind die an Oberthür gerichteten fiktiven Briefe aus seiner jahrzehntelangen Arbeit als Religionspädagoge und durch die Begegnung mit jungen Menschen geronnen. Während die Musiker in ihrem...

Wolfgang Detel: Warum wir nichts über Gott wissen können

In der Palette religionskritischer Literatur der Gegenwart zeichnet sich die hier vertretene Position dadurch aus, dass sie weder dem Theismus noch dem Atheismus zugeordnet sein will, sondern sich als agnostisch versteht. Diesen von ihm vertretenen Agnostizismus will der Autor als „Religion ohne Gott“ verstanden wissen. Sie wird ganz dem Gefühl zugeordnet, das sich etwa einstellt, wenn wir mit Kant über „den gestirnten Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“ staunen, lässt aber positive Aussagen über Transzendenz nur als Ausdruck poetischer Ergriffenheit zu. Begründet wird dieser Agnostizismus erstens durch die u.a. am Werk Jan Assmanns abgelesene Behauptung, dass der Theismus notwendig in Intoleranz und Gewalt münde, und zweitens durch den versuchten Nachweis, dass die Gott...

Joachim G. Piepke: Ein befreiender Gott ist anders

Fragende und suchende Menschen, vor allem solche in der dichtesten Bedrängnis des Glaubens, forderten und fordern die Theologie geradezu heraus, die Gottesfrage immer wieder neu zu durchdenken und zu ihrem zentralen Inhalt werden zu lassen. In jeder Geschichtsepoche, so auch in der Welt von heute, hat die Theologie deshalb die ureigene Aufgabe und das Vermächtnis, den Gott zur Sprache zu bringen, der sich uns in Jesus Christus geoffenbart hat.

Vor diesem Hintergrund lassen der Titel des Buches – Ober- wie auch Untertitel – aufhorchen und, dies sei vorweggesagt, enttäuschen am Ende der Lektüre nicht. Vielmehr hält und löst der Titel des Buches ein, was der Autor Joachim G. Piepke SVD, emeritierter Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Steyler in St....