Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Wilhelm Schwendemann / York Breidt / Melanie Saunus: Menschenwürde und Migration

 

Wir leben in einer Migrationsgesellschaft. Das wird von den meisten Menschen mittlerweile als Realität anerkannt und überwiegend positiv gesehen. Gerade in den öffentlichen Schulen ist dieser Aspekt gesellschaftlicher Realität alltäglich wahrnehmbar. Der Diskurs über die Deutung von und den Umgang mit Migration hat in den zurückliegenden fünf Jahren erheblich an Fahrt aufgenommen. Viele Fragen werden seither offen diskutiert: Wie gelingt Integration? Wie können Menschen mit unterschiedlichen Prägungen und Traditionen friedlich miteinander auskommen? Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Mehrheiten und Minderheiten? Und nicht zuletzt: Welche Rolle spielt das schulische Bildungssystem dabei?

Selbstverständlich greift auch der Religionsunterricht diese Fragen auf. Dabei entsteht die...

Christian Linker / Peter Otten: WIR erzählen DIE BIBEL

Die Auswahlbibel „Wir erzählen die Bibel“ des BDKJ gibt einen Einblick in 28 Abschnitte bzw. Bücher der Bibel und damit in die Bibel insgesamt. Zu den 16 Textstellen aus dem Alten Testament und den 12 Textstellen des Neuen Testaments findet sich jeweils eine knappe Einleitung, die eine ungewöhnliche Perspektive auf den folgenden Auszug aus der Einheitsübersetzung anbietet.

Diese Bibelausgabe überrascht mit ihrer Auswahl und Anordnung der Bibelstellen: Die Textauswahl ist nicht mit Kinderbibeln vergleichbar (meist mit vielen Perikopen der Genesis und Jesu Wunder ...), sondern nimmt beispielsweise neben Levitikus, Psalmen, Hohelied und Ijob auch mehrere Paulusbriefe in den Blick. Die Reihenfolge der Texte ist positiv irritierend, da sie sich nicht an der Anordnung in den bekannten Bibeln...

Michael Felten: Unterricht ist Beziehungssache

Einen guten Draht zu den Schülern haben – welcher Lehrer wünscht sich das nicht? Neben der Methodik und Didaktik des Unterrichtens, neben den schulorganisatorischen Rahmenbedingungen ist doch die Beziehung im Unterrichtsgeschehen die Grundlage dafür, dass Motivation, Lernbereitschaft und Freude am Unterrichten vorhanden sind. Diesen Beziehungsaspekt schulischen Lehrens und Lernens stellt der Autor in den Mittelpunkt seines Buchs und macht deutlich, dass auch bei zunehmender Digitalisierung dieser den Dreh- und Angelpunkt eines guten Unterrichts bildet. Nicht umsonst hat sich Michael Felten in diesem Bereich durch seine bisherigen Publikationen einen gewissen Namen gemacht.

Im ersten großen Kapitel wird der Bogen durch die Geschichte und Forschung des Unterrichtens geschlagen. Ausgehend...

Gottfried Böhme: Der gesteuerte Mensch?

„Wissen ist Macht“ ist eine These, die sicherlich alle am Bildungssystem beteiligten Personen unterstützen, insofern die Macht dem lernenden Individuum dient. Was aber, wenn „Wissen (ist)“ durch „Informationen (sind)“ ersetzt wird und diese im digitalen Raum frei verfügbar sind? – Dann kehren sich die Machtverhältnisse gefährlich um.

Gottfried Böhme, der über vier Jahrzehnte als Lehrer tätig war, widmet sich in seinem Buch genau diesen Aspekten. Ist der Mensch (und dies meint hier insbesondere Schülerinnen und Schüler und zudem ihre Lehrerinnen und Lehrer) gesteuert durch Google und Co oder hat er noch die Möglichkeit, selbst zu bestimmen? Und welche Chancen und Risiken bietet der medial omnipräsente Digitalpakt Bildung?

Böhmes Kritik beleuchtet viele Facetten – nach einer umfassenden...

Jan Roß: Bildung

Der Titel des Buches mag missverständlich klingen, für den einen oder anderen Leser auch provozierend, denn: Kann es für auf ihre Autonomie pochende Erwachsene eine Anleitung zur Bildung geben? Wer darf für sich in Anspruch nehmen, mündige Bürger zu (mehr) Bildung anzuleiten? Kann es in postmodernen Zeiten in Gesellschaften, die größtmögliche Heterogenität aufweisen, überhaupt gelingende Diskurse über einen verstaubt erscheinenden Begriff wie den der Bildung geben?

Die zweite der drei Fragen lässt sich am einfachsten beantworten, da die Adressaten des Buches, bildungsaffine Angehörige der Mittel- und Oberschicht, einem Autor, der nach einem Studium der Klassischen Philologie, der Rhetorik (unter anderem bei Walter Jens in Tübingen) und der Philosophie für renommierte überregionale...

Gerhard Büttner / Larissa Carina Seelbach: Kinder und die großen Antworten

Nach den „großen Fragen“, die in naturwissenschaftlichen wie in theologisch-philosophischen Büchern kindgerecht gestellt und unter Rückgriff auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse beantwortet wurden, möchte das vorliegende Buch die theologischen Fragen der „Kinder und die großen Antworten“ der Kirchenlehrer Augustinus, Anselm von Canterbury und Thomas von Aquin, aber auch die Martin Luthers miteinander vermitteln. Ziel ist es, einerseits einen Schatz an Impulsen für die Gemeindearbeit und die Schule zur Verfügung zu stellen und andererseits Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Dabei kritisieren die Autoren durchaus, dass in den gängigen kindertheologischen – von der modernen Theologie geprägten – Ansätzen insbesondere zwei Defizite erkennbar seien: Im Dienste einer...

Peter Wendt (Hg.): Digital unterrichten

Die Digitalisierung ist in aller Munde. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Schulbuchverlage verstärkt dem Bereich „Digital unterrichten“ widmen wie mit dem vorliegenden Band zum Einsatz von „Apps & Co im Religions- und Ethikunterricht.“ Das Heft verspricht, so der Untertitel, „Fertige Stundenentwürfe“, die den Lernenden neue Erkenntniswege und digitale Handlungskompetenzen ermöglichen sollen.

Der Aufbau ist stringent: Auf meist zwei Seiten pro Unterrichtsidee wird eine Zuordnung des Gegenstandes (beispielsweise Kirchenraumerkundung) der Jahrgangsstufen (5-10) und der digitalen Methode (Video dokumentieren und auswerten) genannt. Es folgen kurze Verweise auf Ziele/Kompetenzen, benötigte digitale Medien, Vorbereitung, Sozialform, Zeitbedarf und Hinweise, worauf bei den meisten der...

Georg Langenhorst: Kinderbibel

Die „Kinderbibel“ von Georg Langenhorst und Tobias Krejtschi gehört nicht zu der Gruppe der kleineren Kinderbibeln. Mit ihrem ungefähren Din-A4-Format erinnert sie vielmehr an eine „Hausbibel“, die Eltern oder Großeltern mit ihren (Enkel-) Kindern ansehen und lesen. Das große Format bietet mit rund 200 Seiten Platz für eine größere Anzahl und Vielfalt biblischer Texte als viele andere Kinderbibeln. In der ersten Hälfte finden sich in 6 Kapiteln etwa 60 Texte aus dem Alten, in der zweiten Hälfte in 9 Kapiteln fast ebenso viele Texte aus dem Neuen Testament. Die Texte in zwei Kapiteln des AT und der erste Text des NT haben eine zweiteilige Überschrift (z.B. „Noach und die Arche – Ein neuer Anfang“ oder „Nichts ist dir unmöglich – Nach Hiob 42“). Dadurch erhält der Leser eine erste...