Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Wolfgang Thielmann (Hg.): Alternative für Christen?

Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion

Beide Sammelbände diskutieren das wechselseitige Verhältnis von christlicher Religion und Populismus. Beide greifen damit eine aktuell hochpolitische und brisante Kontroverse in Europa und insbesondere in Deutschland auf. Während Wolfgang Thielmann, evangelischer Pastor und freier Publizist, unter der Überschrift „Alternative für Christen? Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“ primär Autorinnen und Autoren aus protestantischen Hintergründen versammelt, konnte Walter Lesch, Professor an der katholischen Universität Löwen/Belgien, unter dem Titel „Christentum und Populismus“ primär katholische Sozialethikerinnen und Sozialethiker gewinnen. Insgesamt werden 25 Sichten auf das Krisenphänomen des rechten Populismus vorgelegt...

Walter Lesch (Hg.): Christentum und Populismus

Klare Fronten?

Beide Sammelbände diskutieren das wechselseitige Verhältnis von christlicher Religion und Populismus. Beide greifen damit eine aktuell hochpolitische und brisante Kontroverse in Europa und insbesondere in Deutschland auf. Während Wolfgang Thielmann, evangelischer Pastor und freier Publizist, unter der Überschrift „Alternative für Christen? Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“ primär Autorinnen und Autoren aus protestantischen Hintergründen versammelt, konnte Walter Lesch, Professor an der katholischen Universität Löwen/Belgien, unter dem Titel „Christentum und Populismus“ primär katholische Sozialethikerinnen und Sozialethiker gewinnen. Insgesamt werden 25 Sichten auf das Krisenphänomen des rechten Populismus vorgelegt und gleichzeitig die „unheiligen...

Clara Vasseur OSB / Johannes Bündgens: Spiritualität der Wahrnehmung

Einführung und Einübung

Gerade weil „Spiritualität“ so modisch geworden ist, braucht es solide, nicht zuletzt philosophische Grundlegungen. Dafür die Phänomenlogie auf der Linie von Husserl bis Levinas und Henry zu wählen, legt sich nahe, ganz auf der Spur übrigens von Edith Stein und Klaus Hemmerle. „Zu den Sachen selbst“ heißt es da, mit dem sich allen Vor-Stellungen enthaltenden Bewusstsein und seiner dann reinen Empfänglichkeit. „Die phänomenologische Methode geht von der sinnlichen Wahrnehmung aus, um in Akten der Anschauung, die jederzeit abrufbar sind, das Wesen der Dinge zu erfassen“ (94) bzw. diese(s) erscheinen zu lassen. Im Zentrum steht also die förmlich kontemplative Haltung der Aufmerksamkeit, und naheliegend sind die Bezüge zu patristischen und monastischen Überlieferungen,...

Christoph Wrembek: Judas, der Freund

Du, der du Judas trägst nach Hause, trage auch mich

Vorstellungen über die „letzten Dinge“, über Sünde – Gericht – Erlösung – Hölle, haben die Theologie schon immer in Atem gehalten. Im Blick auf diesen schwierigen, die Alltagserfahrung transzendierenden Themenkreis will uns der Autor eine „Schatzkiste des Glaubens, der Spiritualität und der Lebensgestaltung öffnen“ (74).

Ausgangspunkt für den Jesuitenpater, Priesterseelsorger und Missionar Wrembek sind wohl zum einen Erfahrungen seiner seelsorgerlich-therapeutischen Tätigkeiten, die ihn nur zu oft die krankmachenden Folgen „religiösen Psychoterrors“ (150) gegen unzählige Gläubige erleben ließen, weil die verdammende kirchliche Tradition jenen einreden wollte, Jesu Todesgeschick sei ein Opfer ihrer Schuld. Der andere Ausgangspunkt ist...

Constanze Kleis: Gebrauchsanweisung für Weihnachten

Eine Gebrauchsanweisung hat zum Ziel, einem Nutzer zu erklären, wie ein Produkt oder ein Gegenstand im weitesten Sinne zweckmäßig zu gebrauchen ist. Man fragt sich deshalb etwas verdutzt, wie die Journalistin aus Frankfurt ihren Buchtitel genau verstanden haben möchte. Denn Constanze Kleis schreibt de facto keine Gebrauchsanweisung im Sinne eines Ratgebers. Vielmehr will sie hinter den Bühnenvorhang Weihnachten blicken, um das zu entlüften, was ihr als ausgesprochener Weihnachtsfan daran wichtig erscheint. Ihr Buch ist daher ein klares Plädoyer für Weihnachten! Ein Weihnachten, das zwar aus einem schier endlosen, auch zu kritisierenden. Vielerlei besteht, dessen humaner Kern – eine theologische Reflexion über Weihnachten fehlt – bewahrenswert ist und bleibt.

Im Wesentlichen ist...

Janusz Surzykiewicz / Maria Groos / Teresa Loichen / Joost van Loon (Hg.): Liebe, Leib und Leidenschaft

Personsein aus der Sicht der Theologie des Leibes

In der Vergangenheit der katholischen Kirche hatte der Leib keine gute Presse. Er musste dem Geist zu Diensten sein, wurde malträtiert und teils drakonischen Fastenkuren unterworfen. Seit Jahrzehnten allerdings wird er geradezu vergötzt: Fitnesscenter haben in Universitäten die Hochschulkapellen ersetzt. Johannes Paul II. hat mit seiner Theologie des Leibes für Ausgeglichenheit gesorgt. Der Leib wird zu einem der Orte der Epiphanie Gottes; in ihm wird das Geistliche und das Göttliche sichtbar. Alle Beiträge des vorliegenden Tagungsbandes entfalten diesen Grundgedanken. 

Nach Grußworten des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx und des österreichischen Familienbischofs Klaus Küng eröffnet der Eichstätter Ortsbischof...

Hans Kessler: Gott – warum er uns nicht loslässt

Ist es überhaupt vernünftig, an Gott zu glauben? Wenn ja: Kann über Gott irgendetwas Bestimmtes ausgesagt werden? Und: Wie ist von Gott zu sprechen? Es sind im Kern diese Fragen, auf die Hans Kessler, emeritierter Professor für Systematische Theologie an der Universität Frankfurt, in seinem jüngsten Buch Antworten gibt. Es besteht aus zwei sich ergänzenden, unabhängig voneinander lesbaren Teilen. Bezugspunkte bilden die derzeitige Religionskritik auf der einen und die modernen Naturwissenschaft auf der anderen Seite. Weil es weder für noch gegen die Existenz Gottes zwingende Beweise gibt, treffen wir mit der Option für den Glauben oder den Unglauben eine Lebensentscheidung. Der Verfasser entfaltet gute Gründe für den Glauben; einige seiner Überlegungen werden im Folgenden skizziert.

Ist...

Sabine Pemsel-Maier: Gott und Jesus Christus

Orientierungswissen Christologie

Sabine Pemsel-Maier, Professorin für Katholische Theologie / Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Dogmatik und ihre Didaktik, hat Pionierarbeit geleistet und eine für den Kontext Schule bestimmte Christologie vorgelegt. Für diesen Zweck hat sie – geleitet vom didaktischen Prinzip der Elementarisierung – den komplexen theologischen Fachdiskurs auf elementare Argumentationsfiguren reduziert. Die vorliegende „elementare Christologie“ möchte Lehrkräfte von der Primar- bis zur Oberstufe befähigen, „eine adäquate Theologie bzw. Christologie für Kinder und Jugendliche bereit zu stellen“ (13). Hinter diesem begrüßenswerten Ziel steht die Beobachtung, dass im Religionsunterricht (RU) beider christlicher Konfessionen der Glaube nicht selten nur als Ethik und Jesus...