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Justus Geilhufe: Gott und die Schönheit. Entdeckungen in der atheistischen Gesellschaft
Es sticht ins Auge, das Büchlein in leuchtendem Pink, mit dem Neugierde weckenden Titel „Gott und die Schönheit“. Und auch der Untertitel macht Lust, hineinzulesen: „Entdeckungen in der atheistischen Gesellschaft“. Justus Geilhufe, promovierter evangelisch-lutherischer Theologe und Pfarrer in Sachsen, macht sich in seinem Essay auf die Suche: nach Gott, dem Glauben, der Schönheit. Sie führt ihn durch denkbar unterschiedliche Gegenden und Milieus, irgendwo zwischen Technoclub und Kloster. Was auf den ersten Blick diametral entgegengesetzt steht, ist die Basis für einen Roadtrip, der in der Taufe seines Freundes Matej mündet.
Kennengelernt haben sich der Journalist und der Theologe bei einer Recherche für einen Artikel über die Zeit der Wende, Ostdeutschland und wie Christen diese Zeit erlebt und geprägt haben. Es entsteht eine Freundschaft zwischen diesen beiden zunächst unterschiedlichen Menschen. Justus Geilhufe gewährt den Leserinnen und Lesern einen Einblick in diese Gemeinschaft, lässt teilhaben an dem, was sie verbindet. Wie es mit Freundschaften so ist: Nicht alles lässt sich in einfachen Worten erklären. Manches Gelesene, manche Gedanken und Ausführungen stehen zunächst etwas unverbunden nebeneinander. Manches fügt sich erst mit der Zeit in das Essay ein, lohnt aber in jedem Fall beschrieben und bedacht zu werden. Geilhufe nimmt die Lesenden mit in seine Gedankenwelt, ohne zu gefühlig oder pathetisch zu werden. Mit viel Ruhe, stets in einer poetischen Sprache, mal mit Humor, mal mit protestantischer Ernsthaftigkeit, die Lust machen auf das Weiterlesen, berichtet Geilhufe vom gemeinsamen Roadtrip von Berlin über Sachsen nach Böhmen. Zwischen diesen Orten, zwischen diesen Welten, zwischen Berghain und Kloster, Großstadt und Provinz spüren sie der Frage nach, was Schönheit ist. Aneinander, miteinander und gemeinsam lernen die beiden Freunde, geben sich Impulse, stoßen Reflexionen an: Nicht nur über Religiöses und Glaubensfragen, sondern auch über das Selbstverständnis, die eigene Identität, wie Haltungen geprägt werden, wie das Selbst wird, was es ist. Bald wird klar: Die Sehnsucht nach dem „Mehr“ im Leben führt bisweilen an interessante Orte; doch trägt das, was man dort findet?
Als Leserinnen und Leser nimmt uns Justus Geilhufe mit auf seine und Matejs Suche nach dem „Besser, Weiter, Schöner“ und dem Finden dessen, was ihnen als solches begegnet. Unaufgeregt, aber stets unterhaltsam und mit Tiefgang geschrieben, ist man eingeladen, ebenfalls in den Fiat Panda zum Roadtrip durch Gedanken und Landschaften einzusteigen und auf die Reise mitzukommen. Es lohnt sich – denn es gibt viel zu entdecken; inklusive des Schönen.
München: Claudius Verlag. 2025
144 Seiten
20,00 €
ISBN 978-3-532-62904-8
