Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Franziska Greiner-Döchert / Friederike Carlotta Grabowski: Schulangst. Verstehen und pädagogisch begleiten

Angststörungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Betroffenen fallen nicht immer sofort auf. Oft verhalten sie sich eher ruhig und angepasst. Dadurch werden sie leicht übersehen. Erst im Zusammenhang mit vermehrten Fehlzeiten werden Lehrkräfte aufmerksam. Mitunter kommen sie dann vorschnell zur Diagnose „kein Bock“ und übersehen die zugrundeliegende Angstthematik – zumal Betroffene selbst in der Regel nicht gerne offen über ihre Ängste sprechen.

Mit dem vorliegenden Band aus der Reclam-Reihe „Bildung und Unterricht” greifen Franziska Greiner-Döchert und Friederike Carlotta Grabowski dieses wichtige Thema auf. Sie geben einen komprimierten und gut verständlichen Überblick zu schulbezogenen Ängsten. Zugleich stellen...

Gertraud Kremsner / Michelle Proyer: Inklusive Pädagogik in der Schule

In diesem Werk geben Gertraud Kremser, Professorin für Pädagogische Professionalität an der Universität Koblenz, und Michelle Proyer, Professorin für inklusive Pädagogik vom Department of Education and Social Work an der University of Luxembourg, einen Überblick zur inklusiven Beschulung der letzten 15 Jahre und setzen sich mit Anspruch und Wirklichkeit in unserem mehrgliedrigen Bildungssystem im deutschsprachigen Raum auseinander. Dabei wird zunächst der Inklusionsbegriff aus soziologischer Sicht abgeleitet. Die Autorinnen sprechen sich in ihren Ausführungen für die Verwendung eines Inklusionsbegriffs in einem erweiterten Sinne (siehe 9) aus.

Im ersten Kapitel wird in einem historischen Rückblick eine hilfreiche Einordnung zu dem begrifflichen Entstehungsprozess einer inklusiven...

Johanna Haberer: Bibel

Auf genau 100 Seiten bietet Johanna Haberer eine knappe und gut verständliche Einführung in zentrale biblische Themen, von denen einige bereits auf dem Cover aufgeführt sind. Das Büchlein ist in zehn Kapitel gegliedert; im Anhang befinden sich Lektüre-, Hör-, Film- bzw. Serientipps sowie eine gedichtartige Aufstellung der einzelnen Bücher der Bibel.

Im ersten Kapitel beschreibt die evangelische Theologin und Journalistin die Entstehung der Bibel als Schriftensammlung, wobei sie die „menschliche Lesart“ und die große Bedeutung der biblischen Schriften für die kulturelle Vielfalt und das Zusammenleben hervorhebt. Eine Grafik mit einem Zeitstrahl zur Entstehung der biblischen Bücher rundet das Kapitel auf anschauliche Weise ab. Im nächsten Kapitel betont die Verfasserin die Unverfügbarkeit...

Stefan Müller / Antje Herzog (Illustrationen): der kleine jesus

Nach einer kritischen Sichtung der Leben-Jesu-Forschung seiner Zeit stellte Albert Schweitzer einst fest, dass das ideale Jesusbild dem idealen Männerbild seiner Zeit verdächtig ähnlich sah. Diese Beobachtung machten auch unzählige andere Forscherinnen und Forscher, sodass es scheint, jede Generation finde in den Quellen genau den Jesus, den sie dort suche.

Da die historische Jesusforschung in der Zeit der Aufklärung als Korrektiv der vermeintlich vereinnahmenden und einseitig verzerrenden kirchlichen Verkündigung an den Start gegangen ist, wohnt der (historischen) Jesusforschung häufig ein pädagogisch-aufklärerischer Impetus inne. Es geht ihr darum, die Gläubigen davor zu bewahren, der kirchlichen Verkündigung mit ihren christologischen Dogmen allzu unkritisch Glauben zu schenken. Mit...

Josef M. Könning: Theologische Menschenrechtsethik angesichts der globalen Flüchtlingssituation

Am 31. August 2015 sagte die damalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in der sogenannten Sommerpressekonferenz der Bundesregierung den berühmten Satz „Wir schaffen das“. Er gilt bis heute als Kernaussage des deutschen Konzepts einer Willkommenskultur für Flüchtlinge und sorgte dafür, dass geflüchtete Menschen von 2015 bis 2016 mit großer Wärme und Herzlichkeit aufgenommen wurden. Heute, zehn Jahre später, ist von dieser Atmosphäre und Willkommenskultur fast nichts mehr zu spüren. Stattdessen wird politisch überlegt, wie der Zugang von Flüchtlingen in europäische Staaten hinein effektiv gestoppt werden kann.

Josef M. Könning nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für sein Buch und stellt sich die Frage, warum auf der einen Seite im europäisch-politischen Kontext die Fahne der...

Dietmar Hübner: Was uns frei macht

Entgegen allen Unkenrufen, die den Niedergang der Geisteswissenschaften beklagen, gibt es auch aktuell in der einschlägigen Publikationslandschaft traditioneller Fächer Leuchttürme, die wie bei dem hier zu besprechenden Buch ungeahnte Erhellung für ein Thema der klassischen Philosophie verschaffen und damit neuen Optimismus rechtfertigen. Nachdem um die Frage nach der Willensfreiheit in den Nuller Jahren des neuen Jahrtausends zum Beispiel durch die Wiederholung der sogenannten Libet-Experimente und Veröffentlichungen der Hirnforscher Wolf Singer und Gerhard Roth eine lebhafte Diskussion entbrannte, die zumindest im deutschen Feuilleton ihren vorläufigen Abschluss in der von dem FAZ-Redakteur Christian Geyer 2004 herausgegebenen Aufsatzsammlung „Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur...

Lambert Wiesing: Assoziationen. Das Erlebnis der Individualität

„Ein Zeichen schon erinnert uns, ein ganz leise geflüstertes Wort weckt eine versunkene Welt wieder auf, und ein Duft, den man einst atmete, ist hartnäckiger als der Tod …“, heißt es in Georges Bernanos‘ Erstlingswerk. Und in Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ lässt der Geschmack eines kleinen Sandkuchens beglückende Bilder aus der Kindheit vor dem inneren Auge des Protagonisten auftauchen.

Was damit literarisch beschrieben wird, ist im Buch von Lambert Wiesing Gegenstand einer präzisen phänomenologischen Untersuchung, nämlich die Assoziation, also die Weckung einer Erinnerung oder eines Gefühls bzw. einer Imagination durch einen anderen Bewusstseinsinhalt, der eine Wahrnehmung oder auch selbst eine Erinnerung sein kann. Diese Weckung erfolgt spontan ohne aktives...

Vincent Knopp u.a.: Rechtsextreme Meme

In einer Stellungnahme vom Juni 2025 verwehrte sich die Hamburger CARLSEN Verlag GmbH gegen eine häufige Urheberrechtsverletzung bei der bekannten Kinderbuchfigur „Conni“, das Mädchen mit dem Ringelshirt und der roten Schleife im Haar: „Dass Conni so beliebt ist und ihre Geschichten weit verbreitet sind, findet aktuell vermehrt Ausdruck in zahlreichen, größtenteils KI-generierten Memes in sozialen Netzwerken.“ Der Journalist Titus Blome erklärt dazu in seinem Beitrag „Conni knackt das Urheberrecht“ in DIE ZEIT vom 11. Juli 2025: „Besonders während der Coronapandemie waren Conni-Memes ein kollektiver Zeitvertreib für Menschen, die sich etwas zu eingesperrt fühlten und etwas zu sehr online waren. Das Browserfenster zum Hof war oft die einzige Ablenkung und Memes waren der Kitt, der die neue...