Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Christin Tellisch: Instrumente für eine inklusive Schulentwicklung

Das Werk ist in den vier Hauptteilen in einer sinnvollen und übersichtlichen Weise gegliedert. Positiv zu bemerken ist, dass im zweiten Teil die Eltern als Kooperationspartner benannt werden und der vierte Teil mit einem Ausblick auf die eigene Praxis schließt und somit eine gute Überleitung für die eigene konzeptionelle Arbeit bietet. Am Ende jedes Kapitels werden ausführliche, weiterführende Literaturhinweise gegeben. Das Werk versteht sich als ein Praxishandbuch für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schulleitungen. Es führt dazu wissenschaftlich-theoretische Grundlagen aus und setzt diese mit praktischen Beispielen einer inklusiven Schulentwicklung exemplarisch in der Praxis um.

Im ersten Teil legt der Autor in einer nachvollziehbaren Weise den Fokus auf die Teambildung, bei der neben...

Mirjam Schambeck / Henrik Simojoki / Athanasios Stogiannidis (Hg.): Auf dem Weg zu einer ökumenischen Religionsdidaktik

Der vorliegende, auf zwei Tagungen in Griechenland zurückgehende Sammelband versteht sich als ein weiterführender Beitrag zu einer ökumenischen Religionsdidaktik mit zwei innovativen Perspektiven: zum einen die ökumenische Erweiterung um die Orthodoxie – der kleinen, aber dennoch drittgrößten christlichen Konfession in Deutschland –, zum anderen die Einbindung zweier europäischer Länder – Österreich und Griechenland – mit ihrer je eigenen, mehrheitlich katholischen bzw. fast vollständig orthodoxen Prägung.

Demzufolge steht im ersten Kapitel daher die Kontextualisierung einer ökumenischen Religionsdidaktik mit Blick auf die Majoritäts-Minoritätsfrage im Vordergrund. Bereits hier gelingt der trikonfessionelle und europäische Austausch. So zeigt etwa der österreichische Beitrag anhand einer...

Andreas Renz: Gott und die Religionen

In der theologischen Diskussion der letzten 30 Jahre hat sich für die verschiedenen religionstheologischen Modelle ein Dreierschema herausgebildet: Während der Exklusivismus außerhalb der eigenen Religion keine Wahrheit anerkennt und der Inklusivismus in anderen Religionen immerhin Elemente der eigenen Wahrheit wahrzunehmen bereit ist, scheint allein der Pluralismus einen ernsthaften Dialog mit anderen Religionen zu ermöglichen. Bekannt und in manchen Religionsbüchern präsent ist als Beispiel für Letzteren das aus dem Buddhismus stammende Bild von den Blinden, die bei dem Versuch, die Umrisse eines Elefanten zu ertasten, immer nur dessen Teile erfassen. Demgegenüber zeigt der Verfasser des vorliegenden Buches, dass dieses Bild, das uns im Unterschied zu den Blinden den ganzen Elefanten...

Almut-Barbara Renger: Buddhismus

Almut-Barbara Renger ist als Professorin für Antike Religion und Kultur an der Freien Universität Berlin tätig. Sie hat 2016 den Band „Erleuchtung. Kultur- und Religionsgeschichte eines Begriffs“ (Herder Verlag) herausgegeben. Nun hat sie ein kleines, aber feines Bändchen in der Reihe „Reclam 100 Seiten“ über den Buddhismus veröffentlicht.

Die Autorin will einen Beitrag dazu leisten, den Pluralismus und die Lebendigkeit der buddhistischen Traditionen sowie die westliche Konstruktion „des“ Buddhismus aufzuzeigen. Sie legt ihr Anliegen offen und erklärt ihr Ziel: „Mit dem Folgenden möchte ich dazu anregen, einseitige westliche Ansichten über ‚den‘ Buddhismus als ‚Religion, die eigentlich keine Religion‘ ist, zu hinterfragen.“ Die Autorin bietet so eine durch ihre persönlichen Interessen und...

Martin Goodman: Die Geschichte des Judentums

Alle reden von 1.700 Jahren jüdischerPräsenz auf dem Gebiet Deutschlands, doch was es tatsächlich heißt, sich en detail mit der Geschichte des Judentums in seiner Breite und Tiefe auseinanderzusetzen, ahnt, wer den voluminösen, von Susanne Held exzellent und gut lesbar aus dem Englischen ins Deutsche übersetzten Band des namhaften Professors für Jüdische Studien in Oxford Martin Goodman aufschlägt.

In fünf sinnvollen, nicht im strengen Sinn chronologisch gegliederten Teilen („Ursprünge“, „Die Interpretation der Tora“, „Die Herausbildung des rabbinischen Judentums“, „Autorität und Reaktion“ und „Die Herausforderungen der Moderne“) werden tatsächlich 4.000 Jahre jüdischer Geschichte unter klarer Reflexion auf die wichtigsten Quellen und ihre Zuverlässigkeit sowie die Wahrnehmung der seit...

Patrick Roth: Gottesquartett

Patrick Roth, geboren 1953 in Freiburg, ist den Lesern religiös inspirierter Gegenwartsliteratur durch die Novellen seiner Christustrilogie und das Hauptwerk „Sunrise. Das Buch Joseph“ längst bekannt, literarisch interessierten Cineasten durch „Starlite Terrace“, „Meine Reise zu Chaplin“ und „Die amerikanische Fahrt“. In allen Werken verweben sich vier Jahrzehnte biographischer Erfahrungen an den Filmsets von Hollywood, Settings und Personen des Neuen und Alten Testamentes sowie authentische Traumbilder zu schillernden Mustern eines solitären Oeuvres, in dem eine drehbuchartige Dynamik unmittelbar in ihren Bann zieht.

In „Gottesquartett“ ereignet sich die Rahmenerzählung an vier Tagen, die die einzelnen Hauptkapitel jeweils genesisartig überschreiben: „Erster Tag“, „Zweiter Tag“, „Dritter...

Peter Jentzmik: Der Blick aus dem Fenster

 

Wer während der Corona-Pandemie des Öfteren am Fenster stand, hat an dieser „Schwelle“ wohl eher die von außen kommende Bedrohung und die sich von innen her breitmachende Beklemmung empfunden als über jene darin erfahrenen existentiellen Dimensionen nachgedacht, die Joseph von Eichendorff in seinen Werken beschreibt. Seine Dichtungen sprechen von „Sehnsucht“ und „Geborgenheit“, und immer wieder taucht dabei das Motiv des Fensters auf, wie Peter Jentzmik in seiner schönen Abhandlung über den großen Dichter herausstellt. So auch in dem berühmten Gedicht „Es schienen so golden die Sterne, / Am Fenster ich einsam stand / Und hörte aus weiter Ferne / Ein Posthorn im stillen Land. / Das Herz mir im Leib entbrennte, / Da hab ich mir heimlich gedacht: / Ach, wer da mitreisen könnte / In der...

Georg Langenhorst: „In welchem Wort wird unser Heimweh wohnen?"

Einer Anekdote zufolge habe der berühmte liberale Theologe Adolf von Harnack beim Einrichten einer Bibliothek gesagt: „Die Dogmatik stellen wir zur schönen Literatur." Was im 19. Jahrhundert irritierend wirken musste, ist vor dem Hintergrund einer säkularisierten Moderne und einer selbstkritischen Theologie plausibler geworden. Die Annäherung von Theologie und Literatur hat Forschungsschwerpunkte mit eigenen Periodika, Sammelbänden und einem gewaltigen Ausstoß an einschlägiger Literatur hervorgebracht. Zu den prominentesten Autoren in dieser Grenzregion gehört der Augsburger Religionspädagoge (und nebenberufliche Krimiautor) Georg Langenhorst, der in der vorliegenden Veröffentlichung eine Zwischenbilanz dieser Forschungen zieht und die deutschsprachige Gegenwartsliteratur auf religiöse...