Bruder Franz
Julien Greens Suche nach dem Menschen hinter dem Heiligen
Zwischen Bewunderung und Zweifel: Greens langer Weg zu Franziskus
Der heilige Franz von Assisi hat den französischamerikanischen
Schriftsteller Julien Green ein Leben
lang begleitet. Green hat fast ein ganzes Jahrhundert
gelebt – von 1900-1998. Schon seine protestantische
Mutter, die ihn religiös geprägt hat, verehrte den heiligen
Franziskus. Und als er nach ihrem frühen Tod
mit 15 Jahren zum katholischen Glauben konvertiert,
entscheidet er sich als Taufnamen für Franziskus. Er
will ihm ähnlich werden und ist begeistert von seiner
Radikalität.
Ende der 1920er Jahre entfernt er sich allerdings
immer mehr vom Katholizismus. In dieser Zeit schreibt
er auch seine ersten begeistert aufgenommenen Romane.
Die Literaturkritikerin Iris Radisch nennt ihn
einen »Weltliteraten« – und schon früh haben ihn Walter
Benjamin, Thomas Mann und Hermann Hesse geschätzt
und bewundert.
Der unermessliche Schrecken des 2. Weltkriegs mit
seiner Gewalt und Verrohung sind für den Pazifisten
Julien Green ein Wendepunkt – auch in religiösem
Sinn. Er sieht darin ein Scheitern des Evangeliums.
Sozusagen eine Lichtgestalt und Alternative dazu ist
für ihn der heilige Franziskus, der die weltliche und
geistliche Macht seiner Zeit mit der Kraft des Schwachen
und einer unbändigen Zuversicht und Freude herausfordert.
Und Jahrzehnte später reift in ihm der Plan, auch
etwas über Franziskus zu schreiben – mittlerweile ist
er schon in die Académie française aufgenommen und
hat Dutzende Romane, Erzählungen, Theaterstücke
und Biographien geschrieben.
Den Entscheidungsprozess kann man in seinen Tagebüchern
nachlesen, die zu den bedeutendsten der
Weltliteratur gehören, und sich über den Zeitraum
von 1926-1998 erstrecken. So notiert er am 18.01.1981
in seinem Tagebuch: »Was mich betrifft, scheint es mir
unmöglich, das Leben eines Heiligen zu schreiben.«
Die Vielschichtigkeit von Franziskus, die Quellenlage,
die sich teilweise widerspricht, und dass manches
aus seinem Leben im Dunkeln bleibt, lassen ihn zögern.
Und auch die Biographien seiner Ordensbrüder
Thomas von Celano und des Heiligen Bonaventura
sieht er skeptisch, weil sie interessegeleitet vieles
weglassen oder beschönigen. Er schreibt: »Was der
heilige Bonaventura [über Franziskus] sagt, versetzt
einen ins Träumen, aber nicht über den Heiligen Franziskus,
sondern über den heiligen Bonaventura.«
Wenige Monate später sammelt er alle Texte über
den Heiligen und entschließt sich, ein Buch zu schreiben
– über »diesen Mann, der […] auf alles, was ich
von der Welt denke, den allergrößten Einfluß gehabt
haben wird.« (30.05.1981) Aber er ist immer noch unsicher,
ob ihm das gelingt.
Er möchte keine Hagiographie und auch keinen
Roman schreiben, sondern sich möglichst eng an authentischen
Lebenszeugnissen über Franziskus orientieren:
»Ich versuche, seine durch die frommen Legenden
verwischten Züge freizulegen.« (26.03.1982) Was
ihn eigentlich interessiert, ist die Geschichte. Und er
versucht akribisch, die Quellen freizulegen und zu
bewerten – und möchte den handelnden Personen gerecht
werden. Er notiert am 25.05.1981: »Mein Buch
wirft unaufhörlich Fragen auf.« Und kurz darauf: »Ich
fühle mich wie ein Untersuchungsrichter angesichts
von Zeugen, die sich unaufhörlich widersprechen oder
schweigen, wenn sie sprechen sollten.« (17.06.1982)
Ende 1981 beginnt er zu schreiben und Anfang 1983
wird es – nach manchen Änderungswünschen von Vertrauten,
denen er es vorher zu lesen gibt – veröffentlicht.
1984 erscheint es in deutscher Übersetzung. Ich
möchte im Folgenden nur eine Auswahl aus seinem
Buch vorstellen, das weitgehend chronologisch vorgeht,
aber immer auch Vor- oder Rückblenden des
Autors wie auch eigene Reflexionen und Bewertungen
mit einschließt.
Der »Narr Gottes«: Franziskus als Gegenbild zu Macht und Gewalt
Das erste Kapitel ist überschrieben mit »Der Müßiggänger
«. Es handelt von der Kindheit und Jugend
des Franziskus. Geboren und aufgewachsen ist er in
einer wohlhabenden bürgerlichen Familie. Er lernt
dort schon früh den Glauben seiner aus Frankreich
stammenden Mutter Pica, die ihn zärtlich liebt und
ihn für auserwählt hält. Auch die Liebe zu Frankreich
übernimmt er von ihr, wenn er später die Lieder der
Troubadoure auf Französisch singt. Zum Vater, einem
geschäftstüchtigen Kaufmann, hat er ein gespaltenes
Verhältnis – und wird sich später ganz von ihm lossagen.
Schon von früh auf fasziniert ihn das Rittertum
und der Heilige Georg als Bezwinger des Bösen. Der
Vater nimmt ihn mit auf Handelsreisen, und er entpuppt
sich mit seiner Zugewandtheit zu den Menschen,
seiner Freude und Unverstelltheit schnell zu
einem geschäftstüchtigen Mitarbeiter in seiner Tuchhandlung.
Ihm fehlt es an nichts, er trägt teure Kleider
und feiert mit seinen Freunden oft tagelange Feste
und Tanzgelage. Schnell wird er zu ihrem charismatischen
Anführer. »Er strahlte etwas aus, das sich nicht
beschreiben, nur ahnen lässt, es war ein Strahlen von
innen her, etwas, das schon früh die Menschen in ihren
Bann zog.« Er möchte zwar vor den anderen glänzen,
aber alle sollen auch auf ihre Kosten kommen.
Und sein Vater unterstützt ihn dabei mit dem nötigen
Geld, solange er sich in seinem Geschäft bewährt und
die Menschen dazu animiert, teure Stoffe zu kaufen.
Aber immer wieder blitzt auch in allen Ausschweifungen
die Suche nach dem Göttlichen auf. Gerade die
Troubadoure, Minnesänger und Gaukler haben es ihm
angetan. Wenn er später selbst als Troubadour von
der Liebe singt, ist es für ihn auch die Liebe zu Gott.
Und er kann niemals einem Menschen etwas abschlagen,
der ihn um der Liebe Gottes willen darum bittet.
Green schildert eindrücklich die religiösen Konflikte
und Spannungen dieser Zeit: die gescheiterten
Kreuzzüge, die immer neuen Sekten mit ihrem Schwärmertum
und ihrer Besitzlosigkeit, aber auch mit ihrer
Kirchenkritik und dem oft leibfeindlichen Dualismus.
Welchen Einfluss das auf den jungen Franziskus haben
konnte, bleibt aber im Dunkeln. »Man hat den
Eindruck, dass diese aufrührerischen Geister, die aus
aller Herren Länder kommen, wie auf einer Hauptstraße
durch diesen Laden [des Vaters] ziehen und in
mystischem Verlangen jemanden zur Hilfe rufen, den
sie verloren haben. Diesen Ruf hört Franziskus, ohne
etwas zu sagen.«
Aber auch die politischen Auseinandersetzungen
dieser Zeit bringt Green uns lebendig nahe: den Dualismus
zwischen Papst und Kaiser und die Rivalitäten
und Kämpfe innerhalb der Städte und zwischen den
Städten mit ihren unterschiedlichen Einflusszonen.
So kämpft Franziskus 1198 in einem städtischen Bürgerkrieg
in Assisi auf der Seite des Bürgertums gegen
den kaisertreuen Adel. Green schreibt: »[…] Franziskus
ist bei den ersten, die die Mauern erklimmen. Als
künftiger Ritter darf er eine solche Chance, seinen
Mut zu beweisen und mit Schneid zu kämpfen, doch
nicht verpassen. Es wäre zu wünschen, dass er keinen
getötet hat, doch auszuschließen ist das nicht […].«
Aus diesem innerstädtischen Konflikt entwickelte
sich dann der Städtekrieg zwischen Perugia, das eher
papsttreu war, und Assisi, das stärker unter dem Einfluss
kaisertreuer Adelsgruppen stand. »Unter den
Reitern befand sich natürlich auch unser Held, den
sein Vater auf das prächtigste ausgestattet hatte, weil
ihm viel daran lag, den Sohn bei den Edelleuten zu sehen.
« Die Armee von Assisi wurde allerdings vernichtend
geschlagen und es kam zu grausamen Gemetzeln. Franziskus wurde mit den überlebenden Reitern gefangengenommen.
Etwa ein Jahr sitzt er in Perugia
im Gefängnis, »aber seine erstaunliche Fähigkeit, in
jeder Lebenslage derselbe zu bleiben, zeigte sich auch
hier, als ob sich der König der Jugend im Gefängnis
genauso frei und glücklich fühlte wie bei einem seiner
berühmten Bankette unter strahlendem Maihimmel.«
Der lange Gefängnisaufenthalt, aus dem er krank zurückkehrt,
war sicherlich ein Mosaik seiner Bekehrung
»in Schüben«, auch wenn er dann zunächst wieder
in sein normales bürgerliches Leben zurückkehrt
Das zweite Kapitel ist mit »Der Narr Gottes« überschrieben.
Es wird Franziskus nun immer klarer,
wofür ihn Gott bestimmt hat. Er zieht sich tagelang
zurück in eine Höhle, betet und bereut sein ausschweifendes
Leben. »Er hatte die Gnade wiedererlangt und
sein Herz wieder der Freude und Liebe, vor allem der
Liebe, hingegeben. Der größte Sünder wurde der größte
Liebende der Welt.«
Er versteckt sich vor seinem Vater in San Damiano,
einer alten verfallenen Kirche, und empfängt dort die
Vision, sie wieder aufzubauen. »Dabei«, so Green augenzwinkernd,
»gab es nur ein kleines Missverständnis.
Statt unter ›Kirche‹ das kleine Gotteshaus zu verstehen,
hätte Franziskus an ›Die Kirche‹ denken müssen. Aber
wie sollte ihm das in den Sinn kommen?«
Träume und Visionen spielen immer wieder eine
Rolle im Leben des Franziskus – gerade in Entscheidungssituationen.
Green widmet der »Macht der
Träume« einen eigenen Absatz in seinem Buch. Bei aller
Zurückhaltung demgegenüber spricht er sich aber
dagegen aus, diese im Sinne der Aufklärung oder der
Psychoanalyse einfach wegzuerklären. Er schreibt:
»Das hieße, die Psychologie des mittelalterlichen
Menschen völlig zu verkennen, der so oft aufgrund
von Vorahnungen handelte und im Traum ein von Gott
gewähltes Mittel sah, um mit ihm in Verbindung zu
treten und ihm nicht selten auch seinen Willen kundzutun.
«
Vom Vater sagt er sich dann schließlich in einer
spektakulären Inszenierung vor dem Bischofspalast
los, indem er auf seine Erbansprüche verzichtet, ihm
alles zurückgibt und sich schließlich auch seiner Kleider
entledigt und nackt dasteht. Nur noch Gott will
er dienen als Armer unter Armen. Green kommentiert
das etwas ironisch: »War auch etwas Theater dabei?
Bestimmt. Franziskus hat eben einen untrüglichen
Sinn für spektakuläre Gesten, dass man nur noch für
ihn Augen hat.« Ähnliches gilt auch für Papst Innozenz
III.
Immer wieder macht Green Einschübe in seinem
Buch und versucht, Menschen und Motive zu verstehen
und nicht gleich zu verdammen, wie zum Beispiel
den Vater von Franziskus. – So trägt ein Kapitel den
Titel: »Der Autor versucht, Bernardone zu verstehen«
Ein entscheidendes Merkmal seiner Wandlung ist,
wie er Aussätzigen begegnet. Hat sich der vornehme
Bürgersohn vorher schon alleine vor ihrem Geruch geekelt,
umarmt und küsst er sie nun und sieht in ihnen
Christus selbst.
Als Green schon an seinem Buch arbeitet, macht er
im Spätsommer 1982 eine mehrwöchige Reise nach
Italien an die Orte, in denen Franziskus und die Brüder
gelebt haben. Er ist fasziniert von der Weite und
Herrlichkeit der umbrischen Landschaft und der Natur,
in der Franziskus gelebt hat. Aber andererseits ist
er auch enttäuscht, dass die franziskanischen Orte
ihre Ursprünglichkeit verloren haben: »Die Touristen
geraten in Verzückung vor einer mehr oder weniger
ärgerlichen, opulenten und banalen Kulisse,
die prunkvoll ist, während er doch die Armut liebte.«
(25.09.1982)
Franziskus sammelt nach seiner Bekehrung die
ersten Brüder und schickt sie zu zweit los, um das
Evangelium zu verkünden – »ohne Stab und Vorratstasche
«, nur mit dem, was sie am Körper tragen. Er ist
überzeugt: »Man musste das Evangelium ganz wörtlich
nehmen […]«. Seine Regel besteht nur aus drei
Bibelstellen, die Armut und Kreuzesnachfolge fordern.
Mehr als eine Heiligenlegende: Die Aktualität eines radikalen Lebensentwurfs
Das dritte – und längste – Kapitel ist überschrieben
mit »Im Angesicht der Welt«. Hier schildert Green, wie
sich die franziskanische Idee Bahn bricht und wie
sich Franziskus in den religiösen und gesellschaftlichen
Wirren der Zeit positioniert.
Nach anfänglichen Rückschlägen und Enttäuschungen
hören die Menschen der Botschaft des Poverello
zu und bekehren sich. Aber Franziskus predigt
zu ihnen »nicht mit der heiligen Entrüstung des
Klerus, der mit Höllenqualen und dem ewigen Feuer
drohte, sondern mit einer unendlichen Traurigkeit
und einer zu Herzen gehenden zärtlichen Liebe […]«
Und immer wieder zieht Green von der kirchlichen
Situation damals auch Parallelen ins Heute, wenn er
beispielsweise schreibt: »Wir können uns schwerlich
eine Vorstellung von der Begeisterung machen, die
Franziskus in einem Lande hervorrief, das in religiöser
Hinsicht so darniederlag wie das Italien dieser Jahre. Überreizung der Sinne lähmte das Wirken der Gnade.«
Anschaulich beschreibt er auch die Besuche
Franziskus’ in der Kurie – wie der unscheinbare
Bettelmönch in seiner braunen
Kutte dem machtbewussten Papst Innozenz
III. und seiner Kurie gegenübersteht. Einem
Papst, der hinter allem Häresie wittert und
dessen treffendste Waffe die Exkommunikation
ist: »[Er] betrachtete sich als Gesalbten
des Herrn, als unumschränkten Inhaber
der irdischen wie der geistlichen Macht, der
zwar kleiner als Gott, aber größer als der
Mensch war (das Wort Übermensch gab es
noch nicht)«. Aber nach allen Widerständen
und nach hartem Ringen gelingt es dem
Poverello auch hier durch seine Unverstelltheit,
Freude und Zugewandtheit die Mächtigen
zu überzeugen. Sie erkennen, dass aus
ihm selbst Christus spricht. Seine Regel
wird bestätigt – wenn auch zunächst nur
mündlich – und die Brüder dürfen offiziell
missionieren. Die Zustimmung der Kirche ist
ihm dabei wichtig, und er hat eine fast kindliche
Anhänglichkeit an die Kirche – trotz all
ihrer Verfehlungen, die auch vom Autor geteilt
werden.
Green beschreibt anschaulich, wie sich
Franziskus verändert: Zuerst ist er ein begeisterter
Kreuzfahrer, der Muslime bekehren
möchte und vom Martyrium träumt.
Später wird er zum Gegner der Kreuzzüge
mit ihrer grausamen Gewalt und sieht sich
als Friedensstifter. Er trifft in der von Kreuzfahrern
belagerten ägyptischen Hafenstadt
Damiette auf den Sultan – aber statt ihn zu
bekehren, freundet er sich mit ihm an. Und
Green fragt sich, ob er wohl auch auf seine
Einladung hin eine Moschee besucht habe
und antwortet darauf: »Der Heilige würde es
nicht abgelehnt haben, hätte aber wohl betont,
dass er dort zu seinem Gott bete, und
später jenen Satz hinzugefügt, der ihn uns
nach acht Jahrhunderten noch näherbringt:
›Gott ist überall‹.«
Als er wieder von seiner Reise zurückkehrt,
findet er immer mehr Brüder vor,
die sich ihm angeschlossen haben – inzwischen
sind es viele Tausend aus allen sozialen
Schichten und vielen Ländern Europas. Das erfordert auch eine wachsende Organisation
und Institutionalisierung, die nicht seine Sache ist
und der er sich auch nicht mehr gewachsen fühlt.
Außerdem stellt er sich den Forderungen nach einer
neuen »bürgerlicheren« Regel und der Hierarchisierung
der Struktur entgegen: »Die Zeit der sanften,
aus dem Evangelium abgeleiteten Anarchie war vorbei.
« Schließlich gibt er die Führung in die Hände
von Bruder Pietro, der schon nach wenigen Monaten
stirbt. Danach übernimmt Bruder Elias die Leitung:
»Elia präsidierte. Seine ganze Persönlichkeit ist in
diesem Satz enthalten.« – beschreibt Green lapidar.
Und deutet damit auch schon spätere Konflikte an, die
dazu führen werden, dass Elia abgesetzt und schließlich
sogar – wegen seiner zu großen Nähe zum Kaiser
– exkommuniziert wird.
Das vierte und letzte Kapitel trägt den Titel »Gott
allein«. Nach der Abgabe der Leitung ist Franziskus
nun ein ganz gewöhnlicher Minderbruder und immer
stärker von Krankheit gezeichnet: »Das ganze Feuer
seiner Jugend ist nur noch in seiner Seele zu finden,
die kein Ermüden kennt, während der Körper immer
schwächer wird.«
Kurz vor seinem Tod am 4. Oktober 1226 schreibt er
unter großen Schmerzen und erblindet noch den »Sonnengesang
«, das erste große Gedicht Italiens in der
Volkssprache, das so ungeheure Faszination und Wirkung
bis heute auf die Menschen auch außerhalb der
Kirche und des christlichen Glaubens ausübt. »Der
meistgeliebte Heilige war selbst ein großer Liebender
aller Dinge dieser Welt, der sichtbaren wie der unsichtbaren,
[…] weil alles aus den Händen des Schöpfergottes
kam, der die Liebe ist. Seine Liebe umfasste
die Sonne und schloss auch den letzten Grashalm und
das letzte Insekt noch mit ein.«
Kurz vor seinem Tod empfängt Franziskus die
Wundmale Christi, die Stigmata. Green fragt: »Wäre
ein nichtstigmatisierter Franziskus in unseren Augen
ein weniger großer Heiliger? Das bezweifle ich, aber
daß er durch die Wundmale gezeichnet war, daran
glaube ich.« Aber das größte Wunder ist für ihn seine
Bekehrung und dass er die Seelen der Menschen
berühren konnte mit der Kraft des Evangeliums und
die Kirche wieder an ihren Auftrag und ihre Ursprünge
erinnert hat.
Zur Person
Uwe Michler ist Pfarrer in St. Bonifatius Frankfurt a. Main.
