Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Manfred Mai: Wir leben alle unter demselben Himmel

Die 5 Weltreligionen für Kinder
Mit Illustrationen von Marine Ludin

Manfred Mai, der Autor des vorliegenden Werkes, ist Lehrer für Geschichte und Deutsch und bekannter Kinder- und Jugendbuchautor. Er verfasste das im September 2016 herausgegebene Buch für Kinder ab 10 Jahren und ihre Eltern mit der Intention, ihnen auf diese Weise einen ersten Überblick über die fünf großen Weltreligionen zu verschaffen. Dies tut er vor allem auf dem Hintergrund einer globalisierten Welt, eines intensiven weltweiten Informationsaustausches und der Erfahrung kultureller und religiöser Vielfalt im gesellschaftlichen Erleben heutiger Kinder und Jugendlicher. Das Buch verfolgt von Anfang bis Ende eine klare Struktur, die es den Lesenden leicht macht, in eine vergleichende Betrachtung der fünf Weltreligionen –...

Michaela Rychlá: Der Glaube Israels. Emunat Jissraʾel

Ein Lehrbuch für Schule und Familie 
Band 1

Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe
 
Gleich im Vorwort dieses Lehrbuchs für Schule und Familie betont die Verfasserin, dass sie ihre Aufgabe darin sieht, traditionelles Wissen weiterzugeben. In Ermangelung nennenswerter Lehrmittel nach der Schoʾa hätte die Verfasserin eigene Materialien für ihren Unterricht erstellt, welche sie nun allen Schülern, Lehrern und Eltern durch dieses Buch zugängig machen möchte.
 
Das Buch besteht aus fünf Kapiteln, welche das Gebet als Ausdruck des Glaubens und der Identität, den jüdischen Jahreskreis, die jüdische Familie, die Begegnung mit der Bibel und Schöpfung und Verantwortung zum Inhalt haben. Dass dieses Buch, wie Charlotte Knobloch im Vorwort schreibt, einzigartig ist, bemerkt man gleich zu Beginn, denn...

Celalettin Kartal: Deutsche Yeziden

Die brutale Verfolgung der Yesiden durch das islamistische Terrorregime IS in Syrien und Irak hat diese religiöse Gemeinschaft einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland etwas bekannt gemacht. Doch wer sind die „Yesiden“?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Im Deutschen gibt es zunächst keine einheitliche Schreibweise: Jesiden oder Yeziden oder Ezidi oder Yesiden oder Yezidi. Der Forschungsstand zu dieser „Religionsgemeinschaft“, „Religionskultur“, „Volk“, „Ethnie“, „Religion“ ist uneinheitlich und divers.

Das renommierte Oxford-Lexikon der Weltreligionen erläutert unter dem Stichwort „Yezidis“: „eine religiöse Gemeinschaft, die unter den Kurden des Irak, der Türkei, Syriens, Deutschlands, Armeniens und Georgiens verbreitet ist. Ihren Kern bildete eine muslimische...

Hermann-Josef Frisch: Der Koran für Christen

Die Quelle und gleichsam das Fundament des Islam ist der Koran. Als die Urkunde der Offenbarung Gottes ist der Koran, dem Propheten Muhammad durch den Engel Dschibrîl (Gabriel) Wort für Wort vermittelt, für die Muslime das ungeschaffene Wort Gottes, die Mitte und das Zentrum des Islam. Der Koran ist für die Muslime in Leben, Lehre und Kult eine allumfassende Glaubens- und Lebensordnung. Als Heilige Schrift gehört der Koran den Muslimen, weil er aber als Schrift jüdisches und christliches Erinnerungsgut in sich birgt, kann der Koran Nichtmuslimen nicht gleichgültig sein. Unter Beachtung dieses Kontextes weist die aktuelle Koranforschung nach, dass der Korantext mehr denn je als ein wichtiges Vermächtnis der Spätantike an Europa geachtet werden muss.

Wer die Muslime und den Islam verstehen...

Hubert Frankemölle: Vater im Glauben?

Für die drei Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam ist die Gestalt Abrahams von grundlegender und besonderer Bedeutung. Die Berufung auf Abraham als den „Vater des Glaubens“ wird in den Dokumenten zum interreligiösen Dialog und in der interreligiösen Begegnung immer wieder benannt und besonders hervorgehoben. Aber ist Abraham für Juden, Christen und Muslime wirklich der gemeinsame Vater im Glauben?

Diese Frage treibt den im christlich-jüdischen Dialog wie im Trialog (Judentum, Christentum und Islam) hoch- und wertgeschätzten Neutestamentler Hubert Frankemölle in seiner neuesten Publikation um. Nach einem Vorwort lotet der Verfasser zunächst den Raum des umfassenden Themas aus und benennt sodann die methodologische Verortung wie die methodologischen Grunddaten seines Vorhabens,...

Lorenz Just: Mohammed

Der Autor der vorliegenden Biografie des Propheten des Islams ist ein studierter Islamwissenschaftler und findet – soweit das Internet dafür auskunftsfähige Indizien liefern kann – seine Berufung in der Literatur. Die Freude am Erzählen, sogar am Erdichten, merkt man dieser Mischung aus Quellenzitaten, erzählten Filmsequenzen, Dichtung und islamwissenschaftlichem Grundlagenreferat an.

Lorenz Just nähert sich dem Thema mit wohlwollendem Interesse, ohne persönlich voreingenommen zu sein, und im besten Sinne naiv. Er beschreibt, was aus heutiger Perspektive der Rechtfertigung, der Begründung aus den historischen Umständen oder der kritischen Deutung bedürfte – wie Muhammads Kriegsführung oder sein Umgang mit den Angehörigen anderer Religionen. Er blendet die gesamte Debatte um die...

Mouhanad Khorchide: Gott glaubt an den Menschen

Das Buch des Münsteraner islamischen Religionspädagogen Mouhanad Khorchide versteht sich als ein engagierter Alternativentwurf des Islam. Und dies gilt in beide Richtungen: Es ist ein kritischer Alternativentwurf des Islam gegenüber anderen Lesarten des Islam, die die Entfaltung des humanistischen Potentials behindern, und ebenso ein islamisch inspirierter gesellschaftlicher Gegenentwurf zu nicht weniger als der generellen Situation der Menschheit, die der Autor in der Gefahr des Antihumanismus sieht. Khorchide denkt nicht zu klein, und so muss man sein Buch als ein Manifest lesen, das der lebendigen Diskussion und den zum Teil heftigen Angriffen auf seine Person entwachsen ist.

Der Charakter des Buches ist jedoch auch noch einmal tiefer in seiner Auffassung des Islam gegründet, in der...

Klaus von Stosch / Aaron Langenfeld (Hg.): Streitfall Erlösung

Gerade im Gottesverständnis von Christen und Muslime bestehen Unterschiede und Differenzen, die sich vor allem darin zeigen, dass Muslime das trinitarische Gottesverständnis, die Menschwerdung des Sohnes Gottes in Jesus von Nazareth sowie die Erlösung der Menschen durch Jesu Christi Tod und Auferweckung bestreiten und entschieden ablehnen. Der Mensch im Gegenüber zu Gott braucht seitens des Islams nicht den Glauben an eine Erlösung – zumal an eine Erlösung vermittelt durch den Kreuzestod einer in der Geschichte lebenden und handelnden Person. Mit diesen Aussageweisen sind die unverwechselbaren Grunddaten christlicher und koranischer Offenbarung wie auch die Koordinaten des Streitfalls Erlösung im christlich-islamischen Gespräch benannt.

Diese Koordinaten waren Anlass und Grund genug, im...