Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Katja Boehme: Madeleine Delbrêl

Poetin, Sozialarbeiterin, Missionarin und Prophetin – diese Attribute versuchen das Leben und Schaffen Madeleine Delbrêls zu umschreiben. Anlässlich ihres 50. Todestags am 13.10.2014 wurde das Gedenken an sie wieder stärker. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dieser ungewöhnlichen Frau, die als Pionierin einer missionarischen Pastoral bzw. eines profilierten Laienapostolates gelten kann, wie es erst im 2. Vatikanischen Konzil anerkannt und rezipiert wurde. Auch das Denken und Handeln Papst Franziskus‘ trägt zu einer erneuten Beschäftigung mit ihr bei, da er durchaus ähnliche Handlungsmotive und den missionarischen Einsatz für die Armen fordert. Madeleine Delbrêl hat sich ganz der Sorge um die Armen, in ihrem Fall der Arbeiterschaft in Ivry, verschrieben.

Zu ihrem Gedenken...

Martha C. Nussbaum: Politische Emotionen

Eigentlich wollte ich eine Rezension zu Martha Nussbaums neuem Buch schreiben. Eine ganz normale. Ich hatte vor, sie gegen ihre Kritikerin Eva Illouz zu verteidigen (vgl. Die Zeit Nr. 42/2014, 55), weil Letztere Ersterer kurz nach Erscheinen des Buchs 2014 im Prinzip vorwarf, bei dem Projekt, die soziale Gerechtigkeit durch Liebe zu fördern, Emotionen nicht wie sie selbst als institutionelle, sondern als psychologische Größe zu benutzen. Warum sollte man nicht anders denken dürfen – dachte ich und dabei lag eine Vorentscheidung zu Nussbaums Gunsten in der Luft. Mir kam vor, es sei durchaus legitim, eine gute Gesellschaftsordnung mit guten Gefühlen verbinden zu wollen – genauso, wie sich die Krise der aktuellen Gesellschaft mit Unbehagen breitmacht. 

Und dann kam mir das Leben dazwischen....

Annette Schleinzer: Die Liebe ist unsere einzige Aufgabe

Das Lebenszeugnis der Madeleine Delbrêl

Poetin, Sozialarbeiterin, Missionarin und Prophetin – diese Attribute versuchen das Leben und Schaffen Madeleine Delbrêls zu umschreiben. Anlässlich ihres 50. Todestags am 13.10.2014 wurde das Gedenken an sie wieder stärker. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dieser ungewöhnlichen Frau, die als Pionierin einer missionarischen Pastoral bzw. eines profilierten Laienapostolates gelten kann, wie es erst im 2. Vatikanischen Konzil anerkannt und rezipiert wurde. Auch das Denken und Handeln Papst Franziskus‘ trägt zu einer erneuten Beschäftigung mit ihr bei, da er durchaus ähnliche Handlungsmotive und den missionarischen Einsatz für die Armen fordert. Madeleine Delbrêl hat sich ganz der Sorge um die Armen, in ihrem Fall der Arbeiterschaft in Ivry,...

Matthias Kopp: Franziskus im Heiligen Land

Päpste als Botschafter des Friedens: Paul VI – Johannes Paul II – Benedikt XVI – Franziskus

Die vier Papstreisen der modernen Päpste bilden ein faszinierendes Einzelthema. Matthias Kopp stellt es ohne Parteinahme dar, wenn er nur die Geschichte der päpstlichen Fahrten erzählt und die Geschichte Palästinas ausspart; diese Beschränkung ist bei solch kontroverser Thematik sinnvoll. So wird aus 50 Jahren einer sehr speziellen Geschichte das dargestellt, was die beteiligten vier Päpste gemacht und gesagt haben. Am Ende steht die Episode Franziskus 2014. Ein road movie der Diplomatie-Faction.

Das Webmuster heißt wachsende Nähe. Entstanden ist das Buch in mühsamer Sammlerarbeit, zusammengetragen nach ungesagten Kriterien. Die Quellen sind offensichtlich Reisepläne, Bulletins und vatikanische...

Johann Baptist Metz: Zeit der Orden?

Zur Mystik und Politik der Nachfolge

Papst Franziskus hat für das Jahr 2015 ein „Jahr des geweihten Lebens“ ausgerufen, das nicht nur für Ordensangehörige, sondern für die ganze Kirche ein Jahr der Reflexion, der dankbaren Erinnerung, der geistlichen Erneuerung und der hoffnungsvollen Ausschau werden soll.

Man könnte also meinen, das vorliegende Buch sei aus diesem Anlass geschrieben worden. Umso überraschter ist man, wenn man entdeckt, dass es bereits vor fast 40 Jahren verfasst wurde und nun in einer siebten, unveränderten Neuausgabe erschienen ist. Wie ist das zu erklären? Hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten nichts verändert? Oder ist die Publikation von einer solchen prophetischen Größe, dass sie bis dato nichts an Aktualität verloren hat? Ist erst jetzt die Zeit der Orden...

Silja Walter / Liliane Juchli / Michaela Puzicha: Jemandsland

Der Begriff Niemandsland bezeichnet ein Gebiet, das von niemandem beansprucht, bewirtschaftet oder besiedelt wird. Es ist ein Landstrich, der einfach niemandem gehört, weil er geographisch bloß dazwischen liegt und im politischen Sinn so etwas wie eine neutrale Zone bildet. 

Anders verhält es sich da mit dem Begriff Jemandsland, den Silja Walter (1919-2011), Liliane Juchli (geb. 1933) und Michaela Puzicha (geb. 1945) über ihre drei Essays gesetzt haben. Sie begeben sich damit bewusst nicht auf neutrales Terrain, sondern auf heilsgeschichtlichen Boden und verorten biblische Lebensräume und Lebensphasen im Hier und Heute ihres persönlichen Erfahrungshorizonts. So verbindet Silja Walter, die als Sr. M. Hedwig seit 1948 im Benediktinerinnenkloster Fahr in der Schweiz lebte, die Dimensionen...

Thomas Staubli / Silvia Schroer: Menschenbilder der Bibel

Was ist eigentlich der Mensch? Woher kommt er? Was ist seine Bestimmung? Nach wie vor ist die Frage nach dem Menschen neben der nach Gott ein dominierendes Thema bibeltheologischer Entwürfe und Untersuchungen. Dabei hat sich bereits in der Vergangenheit die Erkenntnis durchgesetzt, dass die biblischen Texte keine einheitliche „Lehre“ oder Darstellung des Menschen präsentieren (wollen). Vielmehr beinhalten die Texte eine Fülle von recht unterschiedlichen Aspekten menschlicher Existenz, die sich zum Teil widersprechen und nur sehr schwer zu einem einheitlichen und allumfassenden Konzept eines biblischen Menschenbildes zusammenfassen lassen.

Die Verfasser knüpfen methodisch an ihr bereits 1998 (52005) veröffentlichtes Werk „Körpersymbolik der Bibel“ an und führen es weiter. Weil die...

Bernd Kollmann: Neues Testament kompakt

Der Siegener Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments Bernd Kollmann beabsichtigt „in möglichst allgemeinverständlicher Form sämtliche mit dem Neuen Testament verbundenen Themen abzudecken“.

Kompakt werden in 16 Kapiteln eine allgemeine Einführung in das Neue Testament (I) und die wichtigsten Methoden der Textanalyse (II) und zentrale hermeneutische Zugänge zum NT (III) sowie biografische Portraits einzelner Persönlichkeiten des Neuen Testaments (VI–VII, X–XI) wie beispielsweise Jesus (VI) oder Paulus von Tarsus (X) dargestellt. Der zeitgeschichtliche Kontext des Neuen Testaments (IV) unter Berücksichtigung des antiken Judentums (V) und die Geschichte des Urchristentums (IX) werden zu Recht eigens thematisiert. Nach der Darstellung der paulinischen (XII) und katholischen...