Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Gabriele Ziegler: Die Wüstenmütter

Weise Frauen des frühen Christentums
Mit einem Vorwort von Anselm Grün

Unter dem Titel „Die Wüstenmütter“ holt die Theologin Gabriele Ziegler weise Frauen des frühen Christentums aus der Vergessenheit heraus und übersetzt deren Botschaft in unsere Zeit hinein. Sie lehren uns die Fähigkeit, sich mit dem ganzen Leben Gott zu überlassen, um so dem Geheimnis des Menschen und seiner Selbstwerdung immer tiefer auf die Spur zu kommen.

Nach einem Eintauchen in die spätantike Welt werden die „Wüstenmütter“ gewürdigt und kommen selbst zu Wort – so Theodora, Sartha, Synkletika und Melania sowie die Ägyptische Maria und die Amme Benedikts. Beispielhaft wird „Melania die Ältere“ (342-410) vorgestellt: Die adelige Witwe bricht nach Tod ihres Mannes und Vollreife ihres Sohnes besitzlos auf, über die...

Peter Mommer: Einführung in das Alte Testament

In den letzten Jahren sind eine Reihe von Werken erschienen, die Grundinformationen zum Alten Testament und seinen Schriften bereitstellen. Das Spektrum reicht von allgemeinen Einführungen, die allererste Einblicke in die Welt der Bibel geben (z.B. von D. Boss, Bibel Kompakt, Würzburg 2010) bis hin zu sehr umfangreichen und ausdifferenzierten fachwissenschaftlichen Einleitungen, die sich vorrangig an Theologiestudierende der höheren Semester und ein ausgesprochenes Fachpublikum wenden (z.B. aus der Reihe „Kohlhammer Studienbücher Theologie“ von E. Zenger (Hg.), Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart 92015). Dazwischen siedeln sich Werke an, die eine grundlegende Orientierung für das Alte Testament in Form eines fachlich soliden und prägnanten Überblicks liefern und sich an Studierende...

Ulrich L. Lehner: Mönche und Nonnen im Klosterkerker

Ein verdrängtes Kapitel Kirchengeschichte

Einer dunklen Seite der Kirchen- und Ordensgeschichte spürt der in Milwaukee lehrende Kirchenhistoriker Ulrich Lehner nach. Seine detektivische Suche nach Quellen führte ihn in 19 staatliche und kirchliche Archive in Österreich, Deutschland und Polen. Anfangs wollte er selbst nicht glauben, dass in der Frühen Neuzeit in Männer- und Frauenorden eine parallele Justiz herrschte, die Mitglieder zu jahre-, ja jahrzehntelanger Kerkerhaft, zu regelmäßigen Auspeitschungen, zu Fasten bei Wasser und Brot, zu Vernachlässigung gesundheitlicher Versorgung verurteilte. Doch die Funde in den Archiven belehrten ihn eines Besseren. Zwar wurden in vielen Akten in den Klosterarchiven Vorgänge entnommen, doch existiert eine wenig beachtete Literatur zu...

Eva-Maria: Alves Unter Teufeln

Literarische Bilder
Mit Bildern von Jonathan Meese

Sind Theologen in Sachen Teufel zu ernsthaft, weil sie damit das abgründig Böse in jedem von uns und im Lauf der Welt assoziieren? Anders geht die Schriftstellerin Eva-Maria Alves vor, die 20 „literarische Bilder“ unter dem Titel „Unter Teufeln“ ausgewählt hat. Auf ca. 120 Seiten kommen in kurzen Gedanken, Gedichten (u.a. von Heine und Heym) und Geschichten (u.a. von Döblin, Horváth und Werfel) der Teufel samt seinen Spießgesellen auf sehr unterschiedliche – vergnügliche und groteske, aber auch ernste – Weise zu Wort.

Leider verrät die Herausgeberin nichts über die Gründe ihrer Auswahl – und ihr knappes Vorwort reiht rhapsodisch Gedanken über den Teufel aneinander: So bräuchten wir den Teufel aus „lebensdramaturgischen Gründen“, weil das...

Gerhard Begrich: Genesis

Der neue, vom Autor dem Andenken an Franz Rosenzweig und Martin Buber gewidmete Band enthält eine Neuübersetzung vom Buch Genesis mit anschließenden Erläuterungen. Diese Erläuterungen nehmen, rein umfangmäßig, kaum einen Bruchteil des Werkes ein, doch sie haben es in sich. Auf das Wesentlichste zusammengedrängt, finden wir hier die wichtigsten Erträge eines erprobten Exegetendaseins.

Auch in sich selbst geben die Erläuterungen ein eigenartiges Verhältnis wider: Die Erläuterungen zu den ersten 12 Kapiteln (Schöpfung bis Erwählung Abrahams) nehmen fast die Hälfte der gesamten Erläuterungen zu dem 50 Kapitel umfassenden biblischen Buch ein. Im Übersetzungsteil verhält es sich genau umgekehrt, hier machen sie nur einen verschwindenden Abschnitt aus. Dadurch wird schon äußerlich deutlich, wie...

Tilmann Seidensticker: Islamismus

Geschichte, Vordenker, Organisationen

Der Begriff Islamismus begegnet uns nahezu täglich in den Massenmedien. Doch was heißt eigentlich Islamismus? Und welches Phänomen beschreibt er? Eine Begriffsklärung gibt Tilman Seidensticker, Professor für Islamwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena in seinem Buch „Islamismus“ aus der Reihe Beck Wissen.

Um die Ursachen und das Wesen des Islamismus zu verstehen, nennt Seidensticker seine wichtigsten Vordenker und ordnet sie historisch ein. Er beschreibt Herkunft und Kernanliegen von Al-Afghani und Rashid Rida sowie Hasan al-Banna, dem Gründer der Muslimbrüderschaft. Ebenso erwähnt werden Sayyid Qutb, Ideologe des radikalisierten Islamismus, Ruhollah Khomeini, Gründer der Islamischen Republik Iran, Hasan at-Turabi, Pate des...

Volker Meißner / Martin Affolderbach / Hamideh Mohagheghi / Andreas Renz (Hg.): Handbuch christlich-islamischer Dialog

Grundlagen – Themen – Praxis – Akteure
Schriftenreihe der Georges-Anawati-Stiftung, 12

Angesichts der seit Anfang des Jahres überaus emotional und heftig geführten Debatte über „den Islam“ kommt das „Handbuch christlich-islamischer Dialog“ zur richtigen Zeit, um über den tatsächlichen Stand des ernsthaften und seit vielen Jahren geführten Austauschs von Muslimen und Christen in Deutschland zu informieren. Der Band ist in der Schriftenreihe der Georges-Anawati-Stiftung erschienen, die sich mit ihren Veröffentlichungen zu aktuellen „islamischen Themen“ im christlich-islamischen Dialog bereits mehrfach ausgezeichnet hat.

Das von Volker Meißner, Martin Affolderbach, Hamideh Mohagheghi und Andreas Renz herausgegebene Handbuch beantwortet ein Fülle von Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven...

Hubertus Lutterbach: Vom Jakobsweg zum Tierfriedhof

Wie Religion heute lebendig ist

Allenthalben begegnen wir heute gelebter Religiosität unter christlichem Vorzeichen. Nach der Lektüre von Hubertus Lutterbachs Untersuchung zu gegenwärtigen Phänomenen populärer Religion scheint die Säkularisierungsthese, wonach Religion immer weiter verdrängt werde, eine breite Schlagseite zu bekommen. Weil sich unsere Gesellschaft durch Individualität, Streben nach Ganzheitlichkeit und einer Skepsis gegenüber etablierten Institutionen auszeichnet, lassen sich diese drei charakteristischen Elemente an gelebter Religiosität ablesen. Dort, wo Religion diese drei Elemente berücksichtigt, ist sie lebendig. Religion ist heute deshalb anders präsent als noch vor 50 Jahren. Aber wie? 

Immer weniger in traditioneller Form, bei der den religiösen Leitlinien, die...