Glaube in der Metropole
Mit einem Geleitwort von Weihbischof Matthias Heinrich und einem Nachwort von Felicitas Hoppe
„Es war zu keiner Zeit einfach, von Gott zu sprechen, aber in Berlin scheint es besonders schwer zu sein“. Warum das Sprechen von Gott und das Leben mit Gott sich in Berlin als besonders schwer gestaltet, wird von Thomas Brose aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und mit historischen wie sozio-kulturellen Beispielen angegangen. Er unternimmt somit den interessanten Versuch, eine geistige, politische, theologisch-kirchliche Topographie von Berlin für das Christsein in ganz Deutschland zu zeichnen. Seine Zeichnung ist voller Fragen, die den Leser während und nach der Lektüre bewegen und begleiten: Kann Glaube nur in idyllischer Atmosphäre gedeihen oder kann die Weite...
Glaube im postoptimistischen Zeitalter
Aus dem Tschechischen von Markéta Barth unter Mitarbeit von Benedikt Barth
Von den drei „göttlichen Tugenden“ ist sie die leiseste. Während die Inhalte und die Formeln des Glaubens immer wieder kontrovers diskutiert werden, während der Liebe eine unbestrittene Autorität innewohnt, vermag man die Hoffnung nicht so recht einzuschätzen. Ist sie nicht nur ein letztes Heilmittel, anzuwenden, wenn sonst nichts mehr geht? Demgegenüber verweist Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika „Spe Salvi“ darauf, dass die Glaubenskrise der Gegenwart „vor allem eine Krise der christlichen Hoffnung“ sei. Und schon vor einem halben Jahrhundert forderte der evangelische Systematiker Jürgen Moltmann eine „Theologie der Hoffnung“ ein und schrieb damit ein Kapitel...
Auf dem Sterbebett noch hatte Johannes XXIII gesagt, wir seien durch das Konzil gerade erst dabei, das Evangelium selbst neu zu verstehen: Nicht nur um den Katholiken gehe es, sondern um jeden Menschen, nicht nur um die katholische Kirche, sondern um die Menschenrechte. 50 Jahre danach ist also der „Sprung nach vorn“ des Konzils mit zu vollziehen, im Sinne einer gefährlichen Erinnerung und einer realistischen Bestandsaufnahme.
Höchst originell und treffend ist deshalb die Intuition der Herausgeber, gerade unter dem Gesichtspunkt der Metaphern die revolutionäre Bedeutung des letzten Konzils sammelnd und perspektivierend zu verdichten. Denn Metaphern sind, noch in der Sprache des heutigen Griechenlands, „Verkehrsmittel“. Sie transportieren zeit- und sachgemäß, wie sich jeweils der Glutkern...
Orientierung für Erziehung und Bildung
In der heutigen Zeit ist die Rechtfertigung religiöser Erziehung schwieriger geworden, denn Kinder und Jugendliche können auch ohne Religion gut leben. Warum sie Religion trotzdem „brauchen“ und wie Eltern, Erziehende und Unterrichtende Religion erschließen und vermitteln können, damit befasst sich Georg Langenhorst in „Kinder brauchen Religion“. Das Buch gliedert sich in 6 Teile, eine ausführlichen Hinführung (Religiöses Leben heute und morgen), und vier Kapitel, in denen Grundelemente religiösen Lernens beleuchtet werden (die Erfahrung von Gott, Jesus, Be-Geisterung und Gemeinschaft) und schließlich ein Kapitel über den Religionsunterricht.
Religion ist nach Langenhorst unverzichtbar, denn sie stellt ein System zur Verfügung, das Antworten setzt,...
Didaktische Impulse für einen jungengerechten Religionsunterricht
Jungen werden häufig vom Religionsunterricht nicht so angesprochen und mitgenommen, wie es möglich wäre. Das ist eine Erfahrung, der Andreas Obenauer – evangelischer Pfarrer und Schuldekan – etwas entgegensetzen möchte. Ausgehend von einer Pädagogik der Vielfalt (Annedore Prengel) skizziert er Etappen der Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit und Jungenpädagogik zwischen Anti-Sexismus und Konstruktivismus, erinnert die biblische und theologische Wahrnehmung beider Geschlechter und entwickelt daraus die Position eines geschlechtersensiblen Religionsunterrichts, der an Stärken von Jungen ansetzt. Ziel ist dabei nicht die Verfestigung von männlichen und weiblichen Stereotypen, sondern die Eröffnung von Freiräumen, um in der...
Mit dem Thema haben sich beide Religionspädagogen viel vorgenommen: Sie wollen, ausgehend von den bekannten Entwicklungspsychologien, den neuen Forschungsstand v.a. im angelsächsischen Raum vorstellen. Ihr Ziel ist es, die deutsche Religionspädagogik nicht vom Wissenschaftsdiskurs abzukoppeln und die gängigen Theorien religiöser Entwicklung auf dem Hintergrund der neueren Forschung zu differenzieren. Dies ist gelungen – genauso wie die durchgängig knappen, prägnanten Zusammenfassungen der Ursprungs-Modelle. Den Autoren ist es außerdem wichtig, theologische Themen bereichsspezifisch zu entfalten; diesem großen Unterfangen werden sie in weiten Teilen gerecht; schon deswegen lohnt sich die Anschaffung des Buches.
Neben der Rezeption englischsprachiger Literatur, die erstmals breit dem...
Mit Illustrationen von Annemarie van Haeringen
Aus dem Niederländischen von Ita Maria Berger
„Ich weiß, dass Du mich hörst.“ Deshalb spricht Polle mit seinem Vater, der gerade zu Hause gestorben ist. Er tut dies mit den einfachen Worten und mit der Naivität eines siebenjährigen Kindes, das von den Geschehnissen rund um den Tod und von seinen Erinnerungen an den „liebsten Papa der Welt“ erzählt. Die schwere Krankheit – das Wort Krebs fällt an keiner Stelle – hat der Vater seinem Sohn am Beispiel des von beiden gern gespielten Brettspiels „Stratego“ erklärt. Und Polle muss nun erkennen, dass die „kleinen fiesen Soldaten“ nach langem Kampf schließlich doch die Medizin „überlistet“ haben. Nachts weckt die Mutter Polle und seinen älteren Bruder Dajo, verständigt die Verwandten, beauftragt...
Die Herausforderung christlicher Pädagogik
Aus dem Spanischen von Gabriele Stein
Mit einer Einführung von Michael Sievernich SJ
Ein Bischof aus den Tiefen Südamerikas predigt seinen Religionslehrern. Er äußert bedenkenswerte Dinge. Doch selbst das wäre noch kein Grund, die Predigten in Europa zu drucken. Dann wird dieser Bischof Papst. Und Leser fragen sich: Hat Franziskus sich beim Predigen vielleicht in die Karten schauen lassen und den Keim eines Programms ausgeplaudert?
Ab da wird die Lektüre anstrengend; denn mehrere Schichten Staub müssen vom Text entfernt werden: die besondere Situation von Schulen in Lateinamerika, speziell Argentinien; der besondere Ton südlicher Frömmigkeit; Verlagsinteressen; die Grenzen der Übersetzer und Kommentatoren. Was sich dann zeigt, ist allerdings...








