Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Margit Tschinkel: Passion und Ostern

Margit Tschinkel hat sich der hehren Aufgabe gestellt, den Themenkreis „Passion und Ostern“ der Klassenstufe 6- 8 zu erschließen und bietet zehn Zugangswege bzw. Bausteine an, die sich mehr oder weniger entlang der Passions- und Ostergeschichte bewegen: Baustein 1 „Die Feiertage der Passions- und Osterzeit“ eröffnet den Themenkreis mit der Frage „Osterfeiertage – mehr als freie Tage?“ Baustein 2 beschäftigt sich mit „Osterbräuche(n)“ ausgehend von der Fragestellung „Was haben Ostereier mit Auferstehung zu tun?“ Im Baustein 3 „Jesus zieht in Jerusalem ein“ geht es um die Frage, ob Jesus ein Star oder ein Störer war. Im Zentrum des Bausteins 4 „Die Abendmahls-Gemeinschaft“ steht die „bunte Truppe“ um Jesus, seine Jünger. Der Frage, was an einem Abendessen mit Jesus so besonders ist, widmet...

Anselm Schubert: Gott essen

„Gott essen“ lautet der merkwürdig anmutende Titel des vorliegenden Buches. Der Untertitel aber macht klar, dass es um eine „kulinarische Geschichte des Abendmahles“ gehen soll. Anselm Schubert, Professor für Neuere Kirchengeschichte, möchte „zwei denkbar weit entfernte Themengebiete“ (15) verbinden: die Geschichte des Abendmahls und die Kulinarik. Er will also einerseits die Hauptetappen der Eucharistielehre und -frömmigkeit (vor allem des lateinischen Christentums) darstellen, andererseits das Abendmahl von der „Food History“ her erschließen. Er versteht darunter nicht nur „die Geschichte der Alltagsspeisen und der Ernährung in der Antike, im europäischen Mittelalter und in der globalisierten Moderne, sondern auch die Mühen, die Menschen (sc. in einsamen Gegenden) auf sich genommen...

Helen Schüngel-Straumann / Klaus Berger: Geist Gottes

Der Heilige Geist gehört allen Rufen zum Trotz immer noch zu den vernachlässigten Themen in der Theologie. Daher ist es sehr erfreulich, dass sich der neue Band in der Reihe „Die Neue Echter Bibel Themen“ dem Geist Gottes widmet. Wie alle Bände dieser Reihe ist auch dieses Buch zweigeteilt. Der erste Teil behandelt die Frage nach dem Geist im Alten Testament und ist von der feministischen Exegetin Helen Schüngel-Straumann verfasst worden. Der neutestamentliche Teil wurde von Klaus Berger geschrieben. Ein kurzes Schlusskapitel versucht beide Teile des Buches miteinander ins Gespräch zu bringen. In diesem Schlusskapitel kommt die Exegetin zu folgendem Ergebnis: „Die beiden Beiträge […] sind sehr unterschiedlich ausgefallen.“ (133) Dies gilt in Bezug auf die Methodik und die Qualität der...

Burkhard Hose: Seid laut!

Für Burkhard Hose, den Studentenpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, ist es zwingend, dass Christen Politik und Religion nicht getrennt voneinander betrachten. Besonders in der Islamdebattefordert er eine Versachlichung statt Populismus. Die Ängste der Kommentatoren seien sehr allgemein und die meisten haben keinen persönlichen Kontakt zu Geflüchteten. Angst entsteht aus dem Gefühl heraus, man selbst werde benachteiligt; daraus entstehen Parolen und Behauptungen, die nur das Ungerechtigkeitsempfinden verstärken.

Der Autor fordert eine verbale Abrüstung, gerade in der Politik. Er verweist auf die menschenverachtende Sprache, mit der Ängste geschürt und Ressentiments verstärkt werden. Wie mit Sprache Gutes erreicht werden kann, das zeigen für ihn beispielhaft und...

Ottmar Fuchs: Das Jüngste Gericht

Ottmar Fuchs bleibt seinem Thema treu. Es ist ihm während seines Wirkens als Pastoraltheologe an der Universität Tübingen zu einem persönlichen Anliegen geworden, von dem er nun auch nach seiner Emeritierung nicht lassen will. Schon 2007 erschien sein Buch „Das Jüngste Gericht. Hoffnung auf Gerechtigkeit“ im selben Verlag. Eine Dekade später sind der Titel und das Cover nur leicht geändert, die Themen ähnlich, der Stil der vertraute, doch die Texte sind neu. Das Buch erscheint als zusammenhängende Abhandlung. Aber der Leser wird sogleich in zahllose Skizzen und Meditationen hineingenommen, die Hoffnung machen sollen, zum Nachdenken anregen, auch aufrütteln und allesamt getragen bleiben von einer großen Zuversicht. Der rote Faden dieses Buches ist Bestärkung in der Zuversicht, kein linearer...

Willi Weitzel / Mouhanad Khorchide: Der Islam

Willi wills wissen. Und weil er es ganz genau wissen will, fragt Willi Weitzel so lange nach, bis die kompliziertesten Dinge sich einfach erklären lassen – mit Herz und Verstand, mit nötigem Ernst und einer Prise Humor. In knapp 200 Sendungen, die zwischen 2002 und 2010 im Kinderkanal von ARD und ZDF ausgestrahlt wurden, ging er ganz verschiedenen Dingen nach und vielen scheinbar normalen Alltagssituationen näher auf den Grund. „Wie kommt der Strom in die Steckdose?“, „Was hat man, wenn man Krebs hat?“ oder „Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit?“ – das sind typische Willi-Fragen, die kleine und große Kinder gleichermaßen begeisterten.

Nun liegt das beliebte Format in Buchform vor. Zwei Tage hat Weitzel den renommierten Münsteraner Islamwissenschaftler und gläubigen Muslim Mouhanand...

Jutta Koslowski: Die Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit des Andrej Rublev

Während westliche Theologie die Trinitätslehre vornehmlich als Gegenstand theologischer Spekulation betreibt, stellt die evangelische Theologin Jutta Koslowski das Mysterium der Dreifaltigkeit als Brennpunkt russisch-orthodoxer Liturgie vor – einzigartig geschrieben im 15. Jahrhundert durch den Mönch Andrej Rublev (Rubljov).

Einer kurzen Exegese des biblischen Referenztextes der Ikone in Genesis 18 folgt eine bebilderte kunstgeschichtliche Revue des Themas, geschichtlich verortet in die zeitgleich zur Entstehung der Dreifaltigkeitsikone sich ereignende Nationbildung Russlands im Kampf gegen die Tartaren und die trinitätstheologische Formung der Religiosität der Russen durch deren Nationalheiligen Sergiej von Radonesh.

Vielfältige ineinandergreifende Kompositionsschemata, Informationen...

Christoph Böttigheimer: Bedingungslos anerkannt

Das Buch stellt dar, dass und wie es dem einzelnen möglich ist, sein Leben im christlichen Glauben, dem Vertrauen auf Gott und Jesus Christus, sinnvoll zu gestalten. Durch den zentralen „identitätstheoretischen Begriff der Anerkennung“ (48) entfaltet Christoph Böttigheimer zunächst differenziert und kenntnisreich, in welcher Weise sich die Bildung der menschlichen Person zur individuellen Persönlichkeit vollziehen kann (Teil A). Danach macht er mithilfe der Idee der Anerkennung plausibel, wie der christliche Glaube an die bedingungslose Zuwendung Gottes in Jesus zu den Menschen die Quelle darstellt, „heil und ganz“ zu werden (Teil B). Angesichts der Selbstentfremdung des Menschen in der Sünde kommt schließlich die Frage nach der Erlösung durch das Leben und den Kreuzestod Jesu in den...