Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Stephan Sigg: Spirituelle Schreibwerkstatt mit jungen Menschen

Es ist fast, als stände etwas zwischen den Generationen, was die Kommunikation stört. Häufig beklagen sich Erwachsene über die informelle Sprache und die Verschlossenheit der Jugend. Manch einer bemängelt, dass sie „keine spirituelle Sprache beherrschen“. Tatsächlich ist es oft nicht einfach, mit Jugendlichen insbesondere bei Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen. Doch ist dies nicht zwangsläufig ein Fehler der jungen Leute oder ein Versuch sich abzugrenzen. Viele Jugendliche empfinden es schlicht als schwer oder peinlich, sich anderen Menschen in Gruppen oder Klassenverbänden zu öffnen und frei über ihren Glauben zu reden. Meist jedoch genügen einfache kreative Methoden, um den Jugendlichen zu helfen, sich spirituell zu äußern und ihre Glaubensfragen in Worte zu fassen. 

Der junge Autor...

Sabine Pemsel-Maier / Mirjam Schambeck (Hg.): Inklusion!?

Religionspädagogische Einwürfe

Das Werk setzt sich mit theologischen und religionspädagogischen Fragestellungen zum Thema Inklusion auseinander, da, wie die Autorinnen zu Recht anführen, zu diesem wichtigen Thema bisher wenige Publikationen von kirchlicher Seite vorliegen. Zunächst wird der Begriff Inklusion auf verschiedenen Verständnisebenen betrachtet und es werden ausgehend von einer grundlagentheoretischen Ebene und der Frage nach Leitbildern konkrete Maßnahmen abgeleitet, wie im Religionsunterricht als Schnittfläche von Schule, Kirche und Gesellschaft das Thema Inklusion differenziert betrachtet werden kann sowie Wege zur unterrichtlichen Umsetzung aufgezeigt.

Der Band ist in vier Teile gegliedert und setzt sich im ersten Teil mit den Fragen des Leitbildes aus der Perspektive des...

Brigitta Schieder: Märchen trifft Bibel

Mit Weisheitsgeschichten Resilienz und Lebenskompetenz fördern

„Praxismodelle für Schule und Katechese“ ist ein weiteres Versprechen des 235 Seiten starken Buches. Brigitta Schieder will viel – wie Titel, Untertitel und der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis verraten. Sie hält ihr Versprechen! Im ersten Drittel legt sie ihren Ansatz ausführlich dar. Ihre Kompetenzen als Logotherapeutin und Märchenerzählerin in Verbindung mit ihrem pädagogischen und katechetischen Wissen sind das Fundament für die folgenden Praxismodelle. Brigitta Schieder stellt Bibel und Märchen als einander ergänzend gegenüber, beide benutzen archetypische Bilder, beide lehren, „anders“ zu hören, zu schauen, zu fühlen; beide werden zu lebensnotwendigen Quellen. Beide bezeugen in ihrer Art, Geschichten zu erzählen, dass...

Klaus Wegleitner, Dirk Blümke, Andreas Heller, Patrick Hofmacher (Hg.): Tod – Kein Thema für Kinder?

Zulassen – Erfahren – Teilen
Verlust und Trauer von Kindern und Jugendlichen. Anregungen für die Praxis


Mit Andreas Heller und Klaus Wegleitner machen sich zwei Vertreter österreichischer Lehrstühle für Palliative Care und Organisationsethik daran, ein Werk herauszugeben, das die Thematisierung von Sterben, Tod und Trauer bei Kindern und Jugendlichen in den Blick nimmt. Im einleitenden Kapitel des Buches zeichnen die beiden Autoren den Entwicklungsweg von der reinen Gesundheitsförderung hin zur Entwicklung der Hospizbewegung – angestoßen durch Elisabeth Kübler-Ross und Cicely Saunders in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Hierbei wurde zunehmend die Sorge um den Menschen als gemeinschaftliche Verantwortlichkeit der Gesellschaft gesehen, so dass sich der „Public-Health- und...

Clauß Peter Sajak (Hg.): Feste feiern

Jahreszeiten – Mahlzeiten – Lebenszeiten
Sekundarstufen I und II

Das vorliegende Heft „Feste feiern“ ist das zweite der auf vier Themen angelegten Reihe, die besonders gelungene Projekte aus dem Schulenwettbewerb „Trialog der Kulturen“ der Herbert-Quandt-Stiftung vorstellt. Der Schulenwettbewerb hat sich zum Ziel gesetzt, den Trialog der drei abrahamischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) zu fördern. 

Die in diesem Heft vorgestellten Projekte widmen sich alle dem trialogischen Lernen über die den drei Religionen jeweils eigenen „heiligen“ Zeiten bzw. Speisevorschriften. Sie sind kulturell religiöser Ausdruck des Selbstverständnisses von Religionsgemeinschaften. Die Projekte werden zur Nachahmung empfohlen, weil sie beispielhaft zeigen, wie interkulturelles und trialogisches...

Hans Goller: Wohnt Gott im Gehirn?

Warum die Neurowissenschaften die Religion nicht erklären

Hans Goller verspricht einen „Einblick in die Untersuchungsergebnisse der Neurotheologie und der Nahtodforschung“. Das wird vor allem angestrebt durch ausführliche Referate einschlägiger Bücher und Artikel. Referiert wird in Konjunktiv, indirekter Rede und Indikativ, ohne dass ersteres Distanzierung und letzteres Zustimmung bedeutete. Das macht es dem Leser schwer, Gollers eigene Position zu identifizieren.

Kapitel I widmet sich Mathew Alper, der erklärt, warum er vom Gläubigen zum Naturalisten wurde. Vor allem seien es die inneren Widersprüchlichkeiten der Weltreligionen und die nachweisliche chemische Beeinflussbarkeit des Gehirns, die für Alper beweisen, dass religiöse Erfahrungen eine Notlüge der Natur, ein palliativer...

Harald Seubert: Zwischen Religion und Vernunft.

Vermessung eines Terrains

Wenn Religionen, in den Begriff gebracht, vollständig rationalisierbar wären, so ginge deren Lebendigkeit verloren. Vieles bleibt dem nötigen und heranführenden Vernunftverständnis im Eigentlichen letztlich doch verborgen und unzugänglich. Daher können Religionen mit ihrer unüberschaubaren Vielfalt nie vollständig, im Ganzen in den Blick gebracht werden, auch wenn dieses Ziel als Blickrichtung und Motivation elementar bleibt. Würde dieses Ziel erreicht, so ginge die Faszination und die Anziehungskraft des letztlich Verborgenen verloren, denn so nötig das Definieren für die Präzisierung ist, so stammt das Wort doch vom lateinischen „definire“ ab, in dem das Grundwort „finis“, dt. „Ende“, verborgen ist! 

Dieser letzten Uneinholbarkeit und der doch nötigen...

Christian Schäfer: Was ist das Böse?

Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart

Der Whistleblower hat gut pfeifen, er weiß ganz genau, was böse ist, und schämt sich seiner Offenheit nicht. Der Krieger gegen das evil empire weiß ganz genau, wer böse ist – und greift an. Und wir haben allen Grund, verstehen zu wollen, was denn wirklich böse ist. Da kommt das neue Reclam-Büchlein wie gerufen. 

Der Untertitel „Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart“ trifft zu. Ansonsten werden die Fragen so verstanden, wie die Autoren es gern hätten – willkommen im Land der Philosophen. Jedenfalls werden die pragmatischeren Fragen des Klappentextes nicht ernsthaft, bestenfalls en passant, aufgegriffen, etwa diese Dauerangst der Erzieher von Jugendlichen: „Verunstaltet das Zusammensein mit bösen Menschen…?“ 

Peinlichke...