Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Beate Großklaus / Matthias Imkampe: Oberstufe Religion. Kirche plus

 

Wenn heute über Kirche gesprochen wird, so ist längst nicht mehr klar, welche Kirche damit gemeint ist. Warum ist das so? Das 21. Jahrhundert hat die Entwicklung einer Vielzahl von eigenständigen Kirchen, vor allem im evangelikalen Bereich, erlebt. Dabei stellt sich die Frage, was die die katholische und apostolische Kirche als Alleinstellungsmerkmale besonders auszeichnet. Dazu sind viele Unterrichtsmaterialien erschienen. In ihnen wurden klassische Themen dazu aufgegriffen und anhand von Beispielen entwickelt. Dabei ist das Themenfeld jedoch so umfangreich, dass es mit viel Aufwand verbunden ist, die zentralen Elemente eines Kirchenbildes und dessen Bedeutung für Christen und Nichtchristen zusammenzustellen.

Der Band „Oberstufe Religion“ mit dem Titel „Kirche plus“ setzt eine solche...

Jasmin Groß / Doris Hohmann / Andreas Nicht: Stark in Religion 9/10

Mit dem vorliegenden Lern- und Arbeitsheft 9/10 vervollständigen die Verlage Calwer und Westermann ihre neue gemeinsame Reihe „Stark in Religion“. Als Arbeitsmaterial für den evangelischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I konzipiert, soll das Heft eigenständiges Lernen unterstützen. In 7 Kapiteln werden zentrale Themen des Religionsunterrichtes (Selbstreflexion, Menschenwürde, Gott, Jesus, Bibel, Kirche, andere Religionen) lebensnah und anschaulich präsentiert. Eine Anfangsseite mit Bildern oder Zitaten stimmt jeweils in das Thema des Kapitels ein. Auf den nachfolgenden Seiten finden sich dann kurze Texte, Abbildungen und Aufgaben zu einzelnen Aspekten des Kapitelthemas. Dabei werden zahlreiche lebensweltliche Bezüge für Jugendliche hergestellt.

Alle Aufgaben sind mit Symbolen...

Notger Slenczka: Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften

Evangelische Theologie reserviert das Wort „Dogma“ in der Regel für die großen altkirchlichen Lehrentscheidungen und fasst die normativen und konfessionsgründenden Texte des 16. und ggf. späterer Jahrhunderte als „Bekenntnisse“. Lutheraner folgen dabei dem Ideal des einheitlichen Bekenntnisstandes („una doctrina“), die reformierte Bekenntnisbildung betont, dass Bekenntnis situativ erfolgt und unter Änderungsvorbehalt steht („ecclesia semper reformanda“). Eine Theologie der Bekenntnisschriften gehört in beiden Traditionen zu den Großwerken konfessioneller Selbstverortung und -vergewisserung, weil sie nie nur Historisches zu den Bekenntnistexten liefert, sondern Angebote zu ihrem Verständnis und zu ihrem Stellenwert in der jeweils gegenwärtigen Debatte unterbreitet.

Von diesem Buch gilt das...

Hermann Stinglhammer / Bernhard Kirchgessner (Hg.): Einführung in das Christentum – für heute

Die beiden Herausgeber legen mit „Der Glaube an Gott“ den ersten eines auf drei Bände konzipierten Glaubenskurses vor. Am Apostolischen Glaubensbekenntnis orientiert, sind sie Joseph Ratzingers Buch „Einführung in das Christentum“ verpflichtet, wollen heutigen Adressaten die grundlegenden Inhalte des Glaubens aus unterschiedlichen Perspektiven vermitteln. Sie werden in sechs interessanten Kapiteln als Beiträge verschiedener Autoren klar und übersichtlich dargestellt.

Noch vor ihren Ausführungen steht das Gespräch der beiden Herausgeber mit dem Passauer Bischof Stefan Oster: „Ich glaube, wir glauben“ (13-33): Glaube ist als ein personales Verhältnis zu Jesus Christus zu verstehen, in dessen Heiligem Geist der Einzelne gemeinsam mit anderen in der Beziehung zu Gott, dem Vater, leben kann.

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Agnès Poirier: Notre Dame

Eine Verlusterfahrung besteht darin, dass man bemerkt, was fehlt. Eine Verlustkommunikation liegt in der schieren Unendlichkeit der Klage darüber, dass etwas fehlt und nicht zurückkommt – wie im omnipräsenten Krisen-Sprech unserer Tage angesichts der Covid-19-Pandemie und unserer Sehnsucht nach „neuer Normalität“. Wie aber ist der Vorgang zu bezeichnen, dass man erst dann merkt, was man hatte, wenn es einem zu fehlen beginnt?

Nostalgie ist es nicht, hängt damit aber zusammen. Es ist deshalb keine Nostalgie, weil diese lediglich den Gemütszustand jenes Vorgangs angibt, ihn aber noch nicht qualifiziert. Der Vorgang selbst liegt in einer Gedächtnisfunktion. Genauer gesagt liegt er in der Fähigkeit, den Gedächtnisbesitz zu mobilisieren und verwertbar zu machen – für (mehr oder weniger...

Annettte Hilt / René Torkler / Anna Waczek (Hg.): Erzählend philosophieren – ein Lehr- und Lesebuch

Mit Nachdruck forderte der britische Philosoph Alfred North Whitehead in seiner grundlegenden Abhandlung „Wissenschaft und moderne Welt“ (1925), Philosophen sollten doch beständig und aufmerksam auf die Literatur als eigene Kunstform blicken, um „die innersten Gedanken einer Generation zu erkennen“. Whitehead sprach der Literatur dabei das Potenzial zu, im Modus des Erzählens Erfahrungen zu reflektieren, die nicht einfach als verwässerte philosophische Konzepte zu deklassieren wären. Vielmehr eröffnete die Literatur als Kunst für Whitehead einen weiten Resonanzraum, in dem sich Philosophie, verstanden als die vernunftbegründete Reflexion menschlichen Tuns, verdichtet ereignen würde.

In einem solchen Sinn beleuchten Annette Hilt (Professorin für Philosophie an der Cusanus-Hochschule...

Philip Gorski: Am Scheideweg. Amerikas Christen und die Demokratie vor und nach Trump

In wenigen Monaten wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Noch – im Spätsommer 2020 – ist völlig unklar, ob Donald Trump wiedergewählt werden oder ob Joe Biden seine Nachfolge antreten wird. Die USA, so kann man aber auf jeden Fall sagen, sind ein Land, das aus vielen Gründen – vom latenten und offenen Rassismus über wirtschaftliche Faktoren bis hin zur Corona-Krise – gespalten ist und sich in einer der größten Krisen seiner Geschichte befindet. Diese Wahl ist überaus bedeutsam – auch für den Rest der Welt.

Der Ausgang der Wahl hängt von vielen religiösen Aspekten ab, die aus europäischer Perspektive oft erstaunlich wirken oder kaum bekannt sind. Die Trennung von Kirche und Staat gehört zwar zu den Grundprinzipien der USA. Doch spielen religiöse Fragen in der amerikanischen Politik...

Christin Tellisch: Instrumente für eine inklusive Schulentwicklung

Das Werk ist in den vier Hauptteilen in einer sinnvollen und übersichtlichen Weise gegliedert. Positiv zu bemerken ist, dass im zweiten Teil die Eltern als Kooperationspartner benannt werden und der vierte Teil mit einem Ausblick auf die eigene Praxis schließt und somit eine gute Überleitung für die eigene konzeptionelle Arbeit bietet. Am Ende jedes Kapitels werden ausführliche, weiterführende Literaturhinweise gegeben. Das Werk versteht sich als ein Praxishandbuch für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schulleitungen. Es führt dazu wissenschaftlich-theoretische Grundlagen aus und setzt diese mit praktischen Beispielen einer inklusiven Schulentwicklung exemplarisch in der Praxis um.

Im ersten Teil legt der Autor in einer nachvollziehbaren Weise den Fokus auf die Teambildung, bei der neben...