Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Christoph Wrembek: Erlösung

Befreiende Blicke auf Tod, Sühne und Auferstehung

Der Autor, Jesuit und Priesterseelsorger, bietet in seinem schmalen Bändchen die wesentlichen Perspektiven zu einem in Theologie, Predigt und Religionsunterricht zentralen thematischen Zusammenhang. In verständlicher, einprägsamer Sprache folgen bibeltheologischen Überlegungen systematische Reflexionen, die im Blick auf die Erlösung, eines der großen Wörter des christlichen Glaubens, sehr aufschlussreich sind.

Wrembecks Darstellung unterscheidet überzeugend zwischen einem falschen und einem angemessenen, lebensbezogenen Opferverständnis. Letzteres ist für das Erlösungsverständnis relevant, wird von einem treffenden Zitat aus Ratzingers „Einführung in das Christentum“ untermauert und gegen kirchliche Fehldeutungen abgesetzt. Das Verdienst...

Dietmar Mieth: Meister Eckhart

Impulse für eine praktische Theologie der Spätmoderne

Kaum einer ist konfessions- und religionsübergreifend so gefragt wie Meister Eckhart: als Lehr- und Lebemeister, als spiritueller Denker und Übersetzer, als Mystagoge und Weggefährte. Die einen lesen den entschieden christlichen Professor und Prediger buddhistisch, andere finden esoterische Weisheiten bei ihm, wieder andere rufen ihn als Zeugen eines nachkirchlichen Christentums an. Diese erstaunliche Resonanzfähigkeit einer großen Gestalt des frühen 14. Jahrhunderts ist keineswegs nur modischer Ausdruck spiritueller Bedürfnislagen und Projektionen heute, hat sie doch mit der inneren Vieldimensionalität von Eckharts prozessualem Denken zu tun. So werden vom Lesenden „Perspektivismus, Mut zur unterschiedlichen Betrachter- und...

Hartmut Sommer: Unsterbliche Seele?

Antworten der Philosophie

Hans Goller beginnt, eine Stärke seines Buches, mit einem Kapitel über die Seele in unserer Alltagssprache, das in der Feststellung kulminiert: Über die Seele sprechen wir in Metaphern. Wäre diese Einsicht doch nur mehr berücksichtigt worden!

Der Verfasser fährt in seinen beiden folgenden Kapiteln fort mit Referaten aus der Geschichte der Psychologie – namentlich Freud, Skinner, Pawlow und Rogers – und der Neurowissenschaften: Er referiert ältere und neuere Untersuchungen an Menschen mit geteiltem Hirn, was durch Zerschneiden der Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften oder zwischen Stirnhirn und Stammhirn zustande kam. Die Untersuchungen werden nicht kritisiert oder auf ihre Aussagefähigkeit in der Frage nach der Seele kritisch überprüft.

Wenn Goller in den...

Hans Goller: Das Rätsel Seele

Was sagt uns die Wissenschaft?

Hans Goller beginnt, eine Stärke seines Buches, mit einem Kapitel über die Seele in unserer Alltagssprache, das in der Feststellung kulminiert: Über die Seele sprechen wir in Metaphern. Wäre diese Einsicht doch nur mehr berücksichtigt worden!

Der Verfasser fährt in seinen beiden folgenden Kapiteln fort mit Referaten aus der Geschichte der Psychologie – namentlich Freud, Skinner, Pawlow und Rogers – und der Neurowissenschaften: Er referiert ältere und neuere Untersuchungen an Menschen mit geteiltem Hirn, was durch Zerschneiden der Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften oder zwischen Stirnhirn und Stammhirn zustande kam. Die Untersuchungen werden nicht kritisiert oder auf ihre Aussagefähigkeit in der Frage nach der Seele kritisch überprüft.

Wenn Goller...

Wolfgang Thielmann (Hg.): Alternative für Christen?

Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion

Beide Sammelbände diskutieren das wechselseitige Verhältnis von christlicher Religion und Populismus. Beide greifen damit eine aktuell hochpolitische und brisante Kontroverse in Europa und insbesondere in Deutschland auf. Während Wolfgang Thielmann, evangelischer Pastor und freier Publizist, unter der Überschrift „Alternative für Christen? Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“ primär Autorinnen und Autoren aus protestantischen Hintergründen versammelt, konnte Walter Lesch, Professor an der katholischen Universität Löwen/Belgien, unter dem Titel „Christentum und Populismus“ primär katholische Sozialethikerinnen und Sozialethiker gewinnen. Insgesamt werden 25 Sichten auf das Krisenphänomen des rechten Populismus vorgelegt...

Walter Lesch (Hg.): Christentum und Populismus

Klare Fronten?

Beide Sammelbände diskutieren das wechselseitige Verhältnis von christlicher Religion und Populismus. Beide greifen damit eine aktuell hochpolitische und brisante Kontroverse in Europa und insbesondere in Deutschland auf. Während Wolfgang Thielmann, evangelischer Pastor und freier Publizist, unter der Überschrift „Alternative für Christen? Die AFD und ihr gespaltenes Verhältnis zur Religion“ primär Autorinnen und Autoren aus protestantischen Hintergründen versammelt, konnte Walter Lesch, Professor an der katholischen Universität Löwen/Belgien, unter dem Titel „Christentum und Populismus“ primär katholische Sozialethikerinnen und Sozialethiker gewinnen. Insgesamt werden 25 Sichten auf das Krisenphänomen des rechten Populismus vorgelegt und gleichzeitig die „unheiligen...

Jacques de Saint Victor: Blasphemie

Geschichte eines „imaginären“ Verbrechens

In nahezu allen normativen Leitkulturen bekannter Weltreligionen gilt die Blasphemie als strafbewehrtes schweres Delikt. Das alte Judentum etwa forderte dafür die Höchststrafe, den Tod durch Steinigung (Lev 24), geriet doch die Gotteslästerung ins Kreuzfeuer gleich mehrerer Gebote des Dekalogs: Es war zunächst ein Verstoß gegen das monotheistisch-exklusive erste Gebot, das die unantastbare Heiligkeit Gottes herausstellt; dann ein Verstoß gegen das Bilderverbot, das jede endlich-menschliche Vorstellung – auch und gerade eine lästerliche – vom Göttlichen tabuisiert und schließlich ein Verstoß gegen das Verbot des Namensmissbrauchs.

Konträrer könnte die Position der aufklärerischen-laizistischen Rechtsphilosophie – die der Autor nie explizit, aber...

Hermann Josef Sieben: Kleines Lexikon zur Geschichte der Konzilsidee

Die Geschichte der Konzilsidee darf getrost als ein großes Lebensthema des Frankfurter Jesuiten Hermann Josef Sieben bezeichnet werden. In zahlreichen Publikationen hat er das Thema in seinen vielen Schattierungen behandelt und untersucht, wie der Begriff „Konzil“ verstanden wurde. Das schließt das Selbstverständnis der Konzilsväter ebenso ein wie die Bestimmung des Verhältnisses zu anderen Konzilien, dem Papsttum oder weltlichen Autoritäten. Auch die theologische und kirchenrechtliche Reflexion auf die Institution Konzil gehört in diesen Bereich.

Das vorliegende „kleine Lexikon“ enthält eine stattliche Anzahl von Lemmata zur Geschichte der Konzilsidee, wie sie Sieben maßgeblich geprägt hat. Personen stehen dabei naturgemäß nicht im Vordergrund, häufig wird von einem Personennamen auf...