Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Clauß Peter Sajak (Hg.): Schöpfung

Wissen – Kompetenzen – Haltungen
Sekundarstufen I und II



Die bewährte Reihe zum Lernen im Trialog wird hier ergänzt und zugleich abgeschlossen mit einem Band zum Thema Schöpfung. Damit ist hier zugleich ein Zweifaches geleistet: Das Heft führt ein in die Grundzüge des Schöpfungsglaubens in den drei monotheistischen Weltreligionen und gibt zugleich für alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit – Impulse für einen achtsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit der uns anvertrauten Schöpfung. Damit folgt es, wie im Vorwort von B. Schwarz-Boenneke erläutert, dem ethischen Dreischritt von „Sehen – Urteilen – Handeln“. Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Kompetenz, ethische Herausforderungen exemplarisch im Umgang mit ihrer Umwelt zu erkennen, vor dem...

Hans-Dieter Mutschler: Alles Materie – oder was?

Alternativlosigkeit ist im politischen Diskurs zu einem Unwort geworden. Der Naturphilosoph Hans-Dieter Mutschler plädiert leidenschaftlich dafür, dass dies auch für die Natur- und Geisteswissenschaften gelten sollte, wenn der Materialismus als einzig vernünftige Weltdeutung für alternativlos erklärt wird.
 
Dies entfaltet er in seinem Sachbuch nach einer Einleitung in acht Kapiteln, die sich u.a. den Ausformungen und Prämissen des Materialismus, der Leib-Seele-Debatte oder einer Theologie der Natur widmen. Das Werk ist sehr flüssig und verständlich geschrieben, obgleich es komplexe Gedankengänge und Argumente nachzeichnet. Gefördert wird dies durch plastische Beispiele und humorvolle Einschübe. Bisweilen werden Kollegen hart angegangen – in letzterem Fall verliert der Text etwas, denn...

Günter de Bruyn: Sünder und Heiliger

Das ungewöhnliche Leben des Dichters Zacharias Werner
 
„Ich bin nicht verrückt, ich kann nur nicht sprechen!“ Als Günter de Bruyn im Frühjahr 1945 schwer am Kopf verwundet wurde, schrieb ein Sanitäter auf ein Schild: „Kopfverletzung – nicht auskunftsfähig.“ Erst langsam realisierte der lallende Soldat, dass nicht bloß sein Sprachzentrum betroffen war, sondern dass er auch die Fähigkeit verloren hatte, sich schriftlich überhaupt zu äußern – aus der erhofften „Gegendarstellung“ wurde deshalb nichts. Von der Verzweiflung, die ihn darauf ergriff, berichtet der Schriftsteller in seiner „Zwischenbilanz“ (1992). Der Leser kann darin miterleben, wie er damit beginnt, sich Geburtsjahre von Dichtern ins Gedächtnis zu rufen oder Namen von Karl-May-Figuren aufzuzählen. Als er dieses literarische...

Hans-Martin Barth: Das Vaterunser

Inspiration zwischen Religionen und säkularer Welt

Hans-Martin Barth, emeritierter Systematischer Theologe und Religionsphilosoph, geht in seinem Buch der Frage nach, inwiefern das Vaterunser als Quelle der Inspiration für den Dialog zwischen den Religionen und mit der säkularen Welt dienen kann, indem er in den Religionen der Welt und in religionskritischer Literatur nach Bezugnahmen auf das Vaterunser Ausschau hält. Dass er dabei die existentiellen Erfahrungen religiöser und andersdenkender Menschen zur Gebetspraxis einbezieht und seine eigenen Probleme und Erfahrungen mit dem Vaterunser nicht ausspart, macht dieses Buch zu einer spannenden Lektüre. 

Barth will nach eigenem Bekunden das Vaterunser aus „fundamentalistischer Umklammerung“ befreien und „als ein bislang unausgeschöpftes...

Birgit Esser / Hans-Jürgen Blanke (Hg.): Petrus Alphonsi

Disciplina Clericalis / Geistliche Bildung
Lateinisch-deutsche Ausgabe


Die Geschichte birgt ihre Geheimnisse. Einige davon ziehen uns sofort in ihren Bann. Insbesondere solche, bei denen es sich um Personen oder Autoren handelt, deren Identitäten Raum für Spekulationen lassen oder deren Schicksale sich im Dunkeln verlieren. Liegen diese dann noch im Mittelalter, an Königshöfen oder im fernen Morgenland, ist das Interesse umso größer.

Auf den Autor Petrus Alfonsi trifft alles dies fast gleichermaßen zu. Petrus Alfonsi wächst im jüdischen Glauben unter dem Namen Moses Sephardi im Spanien (Aragon) des ausgehenden 11. Jahrhunderts auf und wird sowohl in Hebräisch als auch Arabisch unterwiesen. Bei seiner Konversion zum Christentum im Jahre 1106 übernimmt König Alfons I. persönlich die...

Edward O. Wilson: Die Hälfte der Erde

Ein Planet kämpft um sein Leben

Mit seiner Forderung, „die Fläche der unantastbaren Naturreservate auf mindestens die halbe Erdoberfläche auszuweiten“, reiht sich der amerikanische Biologe Edward O. Wilson in den vielstimmigen Chor ökologischer Mahnrufer ein. Die Stimme Wilsons sticht jedoch aus dem oftmals diffusen Getöse heraus. Der emeritierte Harvard-Professor und zweifache Pulitzerpreisträger vermag seit den 70er Jahren ein breites Lesepublikum für sein zunächst abwegig anmutendes Forschungsgebiet der Insektenkunde zu fesseln. Kundig und leidenschaftlich offeriert er die Erkenntnisse seiner Feldforschung in populären Sachbüchern. Daneben lösen seine wissenschaftlichen Ansichten zu Sozialbiologie und Evolutionstheorie anhaltende Forschungskontroversen aus, die bis heute anhalten.

Mi...

Konrad Hilpert: Ehe, Partnerschaft, Sexualität

Von der Sexualmoral zur Beziehungsethik

Das Jahr 1968 stellt für die katholische Moraltheologie einen markanten Einschnitt dar. Die Enzyklika „Humanae Vitae“ beschleunigte die schon damals vorhandenen Fliehkräfte im katholischen Bewusstsein, versetzte der Autorität des päpstlichen Lehramtes einen Schlag und führte schließlich zur Ausbildung einer von diesem Lehramt emanzipierten theologischen Ethik. Auf keinem anderen Feld kirchlichen Nachdenkens ist deshalb die Diskrepanz zwischen dem, was Rom verkündet, und dem, was Forschung und Lehre als theologische Einsichten anbieten, so groß wie im Bereich der Sexualmoral. Hier kommt exemplarisch zum Austrag, was Autonomie des Menschen eigentlich heißt – Recht, Pflicht und Kompetenz zu bestimmen, was der eigenen Person entspricht. 

Der bekannte...

Thomas Quartier OSB: Das Kloster im Leben

Monastische Spiritualität als Provokation
Mit einem Nachwort von Notker Wolf OSB
Aus dem Niederländischen übersetzt von der Mönchsgemeinschaft der Abtei St. Willibrord in Doetinchem



Bücher, die über das Leben im Kloster informieren, gibt es viele. Das vorliegende Buch wählt die umgekehrte Perspektive: es blickt auf das Kloster im Leben. Thomas Quartier, Benediktinermönch der Abtei St. Willibrord in Doetinchem (Niederlande) und Professor für liturgische und monastische Studien an den Universitäten Leuven und Nimwegen, befragt die monastische Lebensform nach ihrem dynamischen Verhältnis zur sie umgebenden Kultur und entdeckt überraschende Anknüpfungspunkte. Bereits das Inhaltverzeichnis lässt ein wohldurchdachtes Itinerar erkennen. Drei große Abschnitte skizzieren den äußeren Rahmen und...