Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Andreas Gloy / Thorsten Knauth / Halima Krausen u.a.: Gott und Göttliches

In der Reihe „Interreligiös-dialogisches Lernen“ des Kösel-Schulbuchverlages thematisiert Band 8 die „interreligiöse Spurensuche [nach] Gott und Göttliche[m]“ für Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10. Die Reihe ist konsequent interreligiös und einer den Prinzipien Dialog und Perspektivwechsel verpflichteten Didaktik konzipiert: Ein Autorenteam sogenannter „Religionskundiger“ bringt jeweils eine spezifische persönliche Perspektive ein, hier konkret: eine Jüdin, ein Christ, eine Muslima, eine Alevitin, ein Hindu, ein Buddhist, aber auch ein atheistischer Rationalist. Bereits der Entstehung dieses ambitionierten Materials geht ein Prozess des Dialogs und gemeinsamen Arbeitens und Entwerfens voraus, das von einem Expertenteam begleitet wird.

Zentrales Element dieses Unterrichtswerks...

Jutta Standop: Digitale Medien in der Schule

Das Werk „Digitale Medien in der Schule” verspricht, die aktuellen Forschungsergebnisse über den Einsatz digitaler Medien in der Schule zusammenfassend darzustellen und hieraus Implikationen für die pädagogische Praxis abzuleiten. Hierbei berücksichtigt die Autorin Erkenntnisse um die Bedeutung digitaler Medien in Gesellschaft, der Nutzung derselben bei Kindern und Jugendlichen als auch deren Bedeutung für medienpädagogische Zusammenhänge. Ferner skizziert Jutta Standop die Konsequenzen für die Aufgaben von Schule und die erforderlichen Kompetenzen von Lehrkräften in einer postdigitalen Gesellschaft.

Angesichts des sehr ambitionierten Unterfangens, das ausgehend von sozialwissenschaftlichen Untersuchungen einen Bogen zu konkreten Möglichkeiten digitaler Medien und Werkzeuge für den...

Silvia-Iris Beutel /Birgit Xylander: Gerechte Leistungsbeurteilung

Noten sind meist nicht „gerecht“ – darin sind sich sicherlich viele Akteure im Handlungsfeld Schule einig. Die Ziffern spiegeln nicht wider, ob zuhause Unterstützung stattfindet, ob Anstrengung investiert wurde, um etwas, das man zuvor schwer fand, endlich zu schaffen und ein Erfolgserlebnis wahrzunehmen, ob Unterricht fachlich oder auf der Beziehungsebene „gut“ war. Nichtsdestotrotz bestimmen Noten die Lern- und Leistungskultur unseres Schulsystems.

Der vorliegende Band plädiert für eine gerechtere Leistungsbeurteilung, die mit einer neuen Lernkultur einhergehen muss. Die Autorinnen, die beide an der Deutschen Schulakademie mitarbeiten, geben einen Impuls, die etablierten Bewertungssysteme angesichts der Aufgaben und aktuellen Herausforderungen von Bildung zu hinterfragen sowie konkret...

Martin W. Ramb / Holger Zaborowski (Hg.): Solidarität und Verantwortung oder Was Europa zusammenhält

Publikationen, die sich in besonderer Weise um Tagesaktualität bemühen, stehen in einer spezifischen Gefahr. Was im Moment der Planung und Durchführung eines solchen Projektes von drängender Aktualität ist, kann zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon überholt sein. So ist es dem vorliegenden Sammelband ergangen, der angesichts der Corona-Epidemie, der Finanzkrise, des Klimawandels und der nach Europa strömenden Migrationsbewegungen die Frage stellt, was Europa zusammenhält. Das Titelbild zeigt eine über der europäischen Landkarte schwebende Rettungsweste, und dass der Rand des Buchdeckels dabei ausgerechnet die Ukraine durchschneidet, wird zur traurigen Allegorie. Erst recht wirkt es aus der Zeit gefallen, wenn ein Beitrag die Europäische Union nicht nur einen „Glücksfall der Geschichte“...

Stefan Seidel: Grenzgänge. Gespräche über das Gottsuchen

Der Theologe, Psychologe und Journalist Stefan Seidel geht davon aus, dass Gott den allermeisten Menschen von heute „schlichtweg abhandengekommen“ sei. Spurenelemente des Glaubens oder auch nur des Staunens, wie sie an den Feiertagen oder im Urlaub aufkommen, sollten darüber nicht hinwegtäuschen. Über diese Annahme ließe sich trefflich disputieren, vermutlich trifft sie zuvorderst auf den spätmodernen, seinen spirituellen Quellen entfremdeten „Westen“ zu. Davon abgesehen lag es für den leitenden Redakteur der Leipziger Wochenzeitung „DER SONNTAG“ nahe, mit Zeitgenossen ins Gespräch zu kommen, die etwas von Gott, von ihren Erfahrungen mit Ihm, zu berichten wissen. Neunzehn Gespräche sind in dem Band versammelt, Glaubensweisen bekannter Persönlichkeiten wie der Autorin Marica Bodrožić, des...

Michael Theobald: Der Prozess Jesu

 

Die Frage nach dem historischen Jesus und den Anfängen der Christologie stehen nach wie vor im Zentrum der neutestamentlichen Exegese. Dennoch sind diachrone, überlieferungskritische Analysen heute eher selten. Besonders in der Johannesforschung überwiegt heute eine synchrone, narratologische Perspektive. Michael Theobald aber begreift die synchrone und diachrone Lesart als sich nicht ausschließende, sondern ergänzende Methoden. So verfolgt er mit vorliegendem monumentalen Band das doppelte Ziel, zum einen die vier kanonischen Passionserzählungen (PE) in synchronischer Lektüre literarisch und theologisch zu profilieren und zum anderen ihre Genese soweit wie möglich überlieferungskritisch zu rekonstruieren, um der Notwendigkeit eines historischen Diskurses und der Pluralität der...

Daniel Marguerat: Jesus von Nazaret

Braucht es ernsthaft ein neues Buch über den historischen Jesus? Sind nicht alle Steine schon so oft umgedreht worden, dass sich kaum erwarten lässt, überhaupt noch etwas Neues über Jesus aus Nazaret herauszufinden? Genau diese Frage stellt Daniel Marguerat, emeritierter Professor für Neues Testament an der Universität Lausanne, seinem 2019 erschienenen und nun ins Deutsche übersetzten Jesusbuch voran.

Marguerat nennt zwei Gründe, warum ein neues Jesusbuch sinnvoll ist: Zum einen wurde neues Quellenmaterial erschlossen, zum anderen ist es überfällig, das vorhandene Material mit einer veränderten Hermeneutik zu erschließen, sprich: den historischen Jesus durch eine andere Brille zu betrachten, um frühere Kurzsichtigkeiten zu vermeiden und durch einen differenzierteren Blick mehr...

Jakob Johannes Koch (Hg.): Inklusive Kulturpolitik

Inklusion ist in aller Munde. Sie umfasst als emanzipatorische Leitidee alle Lebensbereiche: vom Kindergarten und Schule über den Beruf bis hin zum ganz persönlichen Umgang mit Menschen mit einer körperlichen und/oder geistigen Einschränkung. Im Kern geht es bei der Inklusion um gesellschaftliche Teilhabe auf Augenhöhe – und damit um ein elementares Menschenrecht. Auch Menschen mit einer Behinderung, von denen es in Deutschland 18 Millionen gibt, sollen am ganz normalen Leben teilhaben. Das klingt eigentlich ganz selbstverständlich, aber das ist es noch lange nicht. Sobald die Debatte um die Inklusion vom Kopf auf die Füße gestellt wird, also konkret wird, beginnt der Streit. Gerade im Bereich von Erziehung und Schule wird zurzeit heftig um die Ausgestaltung von Inklusion gestritten. Die...