Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

BasisBibel. Die Kompakte

Mit der BasisBibel hat die Deutsche Bibelgesellschaft eine neue Übersetzung der Heiligen Schrift herausgebracht, die auf den Wunsch der evangelischen Jugendarbeit nach einer zeitgemäßen Fassung der Texte antwortet und in einem langjährigen Prozess mit evangelischen Fachleuten entstanden ist. Dass die BasisBibel als gelungene Antwort gilt, zeigt die Empfehlung des Rates der Evangelischen Kirche: Die neue Übersetzung sei in Ergänzung zur Lutherbibel vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie für die „Erstbegegnung mit der Bibel“ geeignet.

Das lässt aufhorchen und macht neugierig auf die Ausgabe, deren Markenzeichen „kurze Sätze, eine klare und prägnante Sprache und ihr einzigartiges Design innen und außen“ sind. Die Übersetzung in „zeitgemäßem Deutsch“ wird ergänzt durch...

Ulrich Riegel: Das Wunderverständnis von Kindern und Jugendlichen

Neutestamentliche Wundererzählungen sind für ein theologisches Verständnis der Botschaft und Person Jesu Christi von fundamentaler Bedeutung und als solche aus dem Religionsunterricht aller Altersstufen nicht wegzudenken. Unabdingbar für einen gewinnbringenden unterrichtlichen Zugang ist dabei die Kenntnis diesbezüglicher „Präkonzepte“ der Schülerinnen und Schüler. Genau hier setzt die empirische Studie des Siegener Religionspädagogen Ulrich Riegel an und bietet in einer Verbindung von qualitativen und quantitativen Verfahren Einsichten in das aktuelle Wunderverständnis von Kindern und Jugendlichen vor dem Hintergrund fortschreitender kultureller Säkularisierung. Als Grundlage der Untersuchung dienen die Produkte von 2723 Schülern der Jahrgangsstufen 1 bis 12 aus NRW und Rheinland-Pfalz,...

Kurt Erlemann: Wunder. Theorie – Auslegung – Didaktik

An Büchern über die Wunder der neutestamentlichen Überlieferung besteht in der Exegese – anders als in der systematischen Theologie – kein Mangel. Erwähnt seien nur die zahlreichen Beiträge von Bernd Kollmann und das von Ruben Zimmermann herausgegebene zweibändige „Kompendium der frühchristlichen Wundererzählungen“, in dem sich die Vielfalt bibelwissenschaftlich reflektierter Zugänge gut widerspiegelt. Auch Kurt Erlemann ist im vorliegenden, eng an sein Buch „Kaum zu glauben. Wunder im NT“ (2016) anschließenden Opus dieser Vielfalt verpflichtet. Entsprechend seiner Konzeption als Fach- und Lehrbuch enthält es exegetische, hermeneutische und besonders auch didaktische Fragestellungen, wobei sich Auswahl und Analyse einzelner Wundertexte an den Kerncurricula für den Evangelischen...

Thomas Fuchs: Verteidigung des Menschen

Wird der Mensch nur noch als eine Art informationsverarbeitendes System mit dem Gehirn als Schaltzentrale aufgefasst, ist damit das eigentlich Menschliche negiert, insbesondere die Freiheit, sich anhand von Werten zu entschließen, selbstlos gegen egoistische Antriebe zu handeln und sich selbstbestimmt über Naturzwecke zu erheben bis hin zum Selbstopfer. Genau das aber unternimmt ein breiter Strom naturalistischer Theorien der sogenannten Neurophilosophie, die mit Schlagzeilen wie „Niemand ist frei“ oder „Wie das Gehirn die Seele macht“ die Feuilletons dominieren. Was kann dann noch die unantastbare Würde dieses biologischen Systems Mensch sichern, wenn es sich lediglich dadurch von den sauberen Verdrahtungen in der Hardware eines Computers unterscheidet, dass seine Verschaltungen in einer...

Ansgar Beckermann: Naturalismus

Ansgar Beckermann ist bekannt für seine naturalistisch-materialistischen Bücher. Nun also erneut ein solches Buch, das sich zum Zweck dieser Weltanschauung auf die Naturwissenschaft beruft. Doch diese Berufung beruht auf gravierenden Missverständnissen. Der Verfasser geht davon aus, dass Naturwissenschaft Ganzheiten bottom-up aus den Teilen erklärt. Wenn ich die Eigenschaften der Teile kenne und die in ihnen wirkenden Gesetze, dann kann ich die Eigenschaften des Ganzen ableiten, so dass es also nichts Höheres, Eigenständiges gibt, das top-down wirken würde.

Diese Vorstellung wird weder von der Physik noch von der Biologie bestätigt. Wenn wir z.B. die Eigenschaften des Lichtes aus den Maxwellgleichungen ableiten, dann ist nirgends von „Teilen“ die Rede. Das ist ganz allgemein der Fall bei...

Stefan Böntert / Winfried Haunerland / Julia Knop / Martin Stuflesser (Hg.)

 

Im Vorwort des vorliegenden Bandes heißt es, dass die Frage nach Macht in der Kirche noch lange nicht beantwortet sei, was ebenfalls durch die Beiträge nicht eingeholt werden könne. Dennoch zeigen die verschiedenen Autorinnen und Autoren die große Bandbreite dieser Fragestellung auf. In fünf Kapiteln wird sich dem Themenkomplex von Gottesdienst, Macht und Klerikalismus aus verschiedenen Perspektiven angenähert.

Beginnend mit den Symbolen von Macht und deren Inszenierung zeigt Julia Knop die „systemische Hervorhebung des Klerikers“ auf. So sei der liturgische Leitungsdienst den Männern „auf den Leib zugeschrieben“. Die Repräsentation Christi werde auf die Person im Sinne der Gestalt Jesu (vor seinem Tod), nicht auf die Rolle (des Auferstandenen) bezogen (29). Daran anschließend zeigt...

Heinrich Timmerevers / Thomas Arnold: Gefährliche Seelenführer?

 

Diese Publikation enthält die auf dem Kongress unter gleichnamigem Titel in der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen gehaltenen Vorträge. Das Themenheft bietet einen sehr guten Überblick über Vielfalt und Mehrdimensionalität des sog. geistigen und geistlichen Missbrauchs. Bischof Heinrich Timmerevers verweist auf die Verpflichtung, sich als Kirche umfassend zu sensibilisieren, um sie so als sicheren Ort einer gemeinsamen Glaubenserfahrung gestaltbar zu machen. Hierfür gilt als Voraussetzungen eine präzise Analyse von Mechanismen und Umständen, die einen geistlichen Missbrauch zulassen. Im Weiteren stellt er fest, dass geistiger und geistlicher Missbrauch dem sexuellen vorausgehen. Eine vermeintliche, missbräuchlich im Voraus geschaffene Vertrauens- und Glaubensbeziehung wird...

Monica Black: Deutsche Dämonen

Die amerikanische Historikerin Monica Black sucht das Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre nach Dämonen, Hexen und Wunderheilern ab. Ihre These: Es gab in jener Zeit der unmittelbaren Kriegsvergangenheit eine auffallend hohe Zahl an Menschen, die davon überzeugt waren, dass höhere Mächte, böse Geister, wundersame Heiler existierten. Dahinter steckte der Versuch, so ihre Deutung, Schuldgefühle kollektiven moralischen Versagens zu kompensieren. Tatsächlich wurden Menschen der Hexerei bezichtigt, was dazu führte, dass ganze Dorfgemeinschaften sich spalteten. Für die Historikerin zeigen sich darin tiefe soziale Verwerfungen, die sich aus nicht aufgearbeiteten Verstrickungen (oder Nichtverstrickungen) von Menschen während des Dritten Reichs erklärten. Das Misstrauen in die Nachbarin, die...