Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Knut Wenzel: Offenbarung, Text, Subjekt

Der Autor, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, beschäftigt sich in seinem klar gegliederten, informativen, aus einer Vorlesung erwachsenen Buch mit dem Verhältnis zwischen dem christlichen Glauben an die göttliche Offenbarung und der menschlichen Vernunft. Diesen für die christliche Glaubenslehre zentralen Sachverhalt stellt er in drei Aspekten dar, die jeweils einen Teil des Buches beinhalten.

Aus historischer Sicht setzt Wenzel in der Einleitung (13-45) anschaulich unterschiedliche Auffassungen des Verständnisses und der Eigenart der Fundamentaltheologie voneinander ab. Danach skizziert er verschiedene Bestimmungen des Verhältnisses zwischen der Offenbarung und der Vernunft (46-57) in der Geschichte dieser Disziplin.

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Thomas Pröpper: Gottes Freundschaft suchen

Mit der zweibändigen „Theologischen Anthropologie“ (2011) legte der Münsteraner Dogmatiker und Fundamentaltheologe Thomas Pröpper (1941–2015) ein Opus Magnum vor. Ein kapitales Stück theologischer Reflexion, das freilich ob seines Umfangs und seiner Gelehrsamkeit den Nichtfachmann zu entmutigen vermag. Umso dankbarer kann sich der Leser jetzt Pröppers Gedanken nähern, die in einem von seinem Professorenkollegen und Freund Klaus Müller herausgegebenen und eingeleiteten Predigtband zu finden sind. Es sind knapp 60 Predigten, die Pröpper in der Münsteraner Dominikanerkirche St. Joseph vor der Katholischen Universitätsgemeinde gehalten hat – Predigten, die auf ihre Art die fundamentale Kunde vom Menschen und der christlichen Hoffnung ausbuchstabieren. „Wir alle sind Geistliche“, so der Titel...

Klaus Viertbauer / Heinrich Schmidinger (Hg.): Glauben denken

Das junge Christentum hat sich primär als eine Philosophie verstanden, und zwar im antiken Verständnis von Erkenntnislehre und Lebensführung. In diesem Sinn hat es sich als eine Alternative zu den philosophischen Schulen der Zeit präsentiert. „Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt“, ist bei Paulus an prominenter Stelle zu lesen – im Einleitungssatz zum Hohelied der Liebe in 1 Korinther 12,31b. Mit der Verchristlichung der Gesellschaft ist dieser Weg dann alternativlos geworden. Erst aus dieser religiös-politischen Einheit heraus hat seit dem Mittelalter die Philosophie im Westen zunehmend ihre eigene Autonomie gegenüber der Theologie gewonnen – ohne dabei zunächst ihre Ancilla-Funktion zu verlieren, nämlich die Vernünftigkeit des Glaubens zu belegen. „Rec...

Martin Schleske: Herztöne

„Der Ton der Musik ist nicht wie der Ton des Wortes dem Schweigen entgegengesetzt, er ist dem Schweigen parallel. (…) Musik ist Schweigen, das, träumend, anfängt zu tönen.“ Mit diesen Worten von Max Picard ließe sich auch die Intonation des vorliegenden Buches beschreiben. Nach Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens (2010) und Klangbilder. Werkstattgedanken (2011), nähert sich Martin Schleske, Geigenbauer und diplomierter Physikingenieur, mit Herztöne. Lauschen auf den Klang des Lebens (2016) erneut den wechselvollen Rhythmen von Handwerk und geistlicher Lebenskunst. In acht Kapiteln, die wie symphonische Sätze abwechslungsreich und spielerisch ein Motiv aufgreifen und variieren, nimmt Schleske den Leser bei der Hand und führt ihn in sein Atelier, das ihm Arbeits-, Klang- und Gebetsraum...

Dionysius Areopagita: Über alles Licht erhaben

Dass die Athener Mission des Apostels Paulus nicht folgenlos blieb, davon berichtet die Apostelgeschichte (Apg 17, 34) „Einige Männer aber schlossen sich an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit“. Es war dieser neutestamentliche Konvertit, dem in der mittelalterlichen Theologie und Philosophie als Autor von vier prägnanten Texten größte Autorität zugesprochen wurde: Dionysius Areopagita.

Seine auf Griechisch verfassten Schriften wurden zunächst von der östlichen Christenheit rezipiert und verbreiteten sich als Übersetzungen ins Syrische, Altgeorgische und Kirchenslavische; sie gelangten um die Mitte des 9. Jahrhunderts durch die erste vollständige lateinische Übertragung des Corpus Dionysiacum (Hilduin, Johannes Scotus Eriugena) auch in den Westen und avancierten...

Birgit Borcherding / Monika Kuchenwald: Gemeinsam beginnen

Angespornt von der Leitidee eines guten Religionsunterrichts, der die Schülerinnen und Schüler nicht nur religiös bilden, sondern sie vor allem auch zu verantwortlichem Denken und Handeln befähigen sollte, haben Birgit Borcherding und Monika Kuchenwald ein kleines konfessionsübergreifendes Methodenkompendium zusammengestellt, in denen Methoden vorgestellt werden, die Grundschulkinder anregen sollen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Die dargebotenen Methoden gruppieren sich um die Themenkreise: Leben in einer Gemeinschaft – Die Welt als Gottes Schöpfung – Biblische Geschichten – Feste im Kirchenjahr – Symbole – Nach Gott fragen – Zu Gott sprechen, sind aber – so wird ausdrücklich betont – nicht nur für die im Buch vorgestellten Themenfelder geeignet. Auf den letzten Seiten bietet...

Klaus Depta: Rock- und Popmusik als Chance

Karl Barth wird der Satz zugeschrieben, dass die Engel, wenn sie für den lieben Gott musizieren, natürlich Bach spielen, wenn sie aber unter sich sind, lieber Mozart spielen. Was aber, wenn sie weder Bach noch Mozart spielen und singen, keinen Palestrina und keinen Gregorianischen Choral? Was, wenn sie sowohl vor Gottes Angesicht als auch in einer himmlischen Jamsession ganz aus freien Stücken komplett andere Musik spielen – Rock zum Beispiel oder das eine oder andere Stück von Xavier Naidoo? Gospel oder Reggae? Oder wenn unter ihnen ein begnadeter Rapper wäre?

Unbestritten: Vielen Christen und vielen Anhängern europäischer Hochkultur geht bei Bachs Johannespassion oder Mozarts Requiem das Herz auf – dem Rezensenten auch. In deutschen Großstädten (noch in allen?) kann ein Kantor davon...

Melanie Mühl: 15 sein

Melanie Mühl, Redakteurin der FAZ, geht in ihrem neuesten Projekt der Frage nach, ob sich die landläufig und von manchen Wissenschaftlern vertretene negative Meinung über die heutige Jugend – sie sei smartphonesüchtig, konsumbesessen, spaßorientiert, egozentrisch und ausschweifend – bestätigen lässt. Dafür legt sie mit „15 sein" ein Buch vor, in dem sie Begebenheiten, Meinungen und Sichtweisen von 13- bis 18-jährigen Jungen und Mädchen – Einzelpersonen, Cliquen und eine ganze Schulklasse – wiedergibt, die sie in zahlreichen Gesprächen gewonnen hat. Geredet wird über verschiedene aktuelle oder frühere Lebensbereiche wie Kinder- und Jugendzimmer, Internet und digitale Medien, Körper, Beziehungen, Schule u.a. Neben diesen Gesprächen, die im O-Ton den größten Raum einnehmen, stehen Studien,...