Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Papst Leo XIV: Frieden! Erste wegweisende Botschaften des neuen Papstes

Die bislang während Leos Pontifikat erschienene apostolische Ermahnung (Exhortatio) „Über die Liebe zu den Armen“ ist eher das Vermächtnis des verstorbenen Papstes als ein eigenes Werk, das unter dem Titel „Großartige Menschheit (Magnifica Humanitas)“ angekündigte erste eigenständige Lehrschreiben lässt noch auf sich warten. In diese Lücke stößt das zu rezensierende Buch, das eine Auswahl von 28 Ansprachen Leos zusammenfasst, angefangen mit seiner Antrittspredigt unmittelbar nach der Papstwahl am 8. Mai 2025 bis zur Predigt vor neuernannten Metropolitanbischöfen am Fest Peter und Paul.

Wer das Buch durchliest, geht einen Weg mit, auf dem der frischgekürte Papst viele Dinge zum ersten Mal macht: Er nimmt seine neue Rolle im Kreis der Kardinäle ein, begegnet erstmals den Medienvertretern,...

Arnulf von Scheliha / Hinnerk Wissmann: Religionsunterricht 4.0

Arnulf von Scheliha (*1961) ist Professor für theologische Ethik an der Fakultät für evangelische Theologie in Münster, Hinnerk Wißmann (*1971) lehrt öffentliches Recht an der Universität Münster, unter anderem mit dem Schwerpunkt Religionsrecht. Beide Autoren begründen den Religionsunterricht mit der Freiheitsorientierung der Akteure im Bildungsbereich. Denn wenn die Schule, die zu besuchen in Deutschland Pflicht für alle ist, nicht offen wäre für Religion in ihrer Vielfalt, dann wäre Freiheit eingegrenzt.

Darum ist der Religionsunterricht, anders als jedes andere Schulfach, Gegenstand des Verfassungsrechts; in der Weimarer Verfassung waren ihm die Artikel 143 bis 149 gewidmet, im Grundgesetz Artikel 7 Absatz 3. Damit verpflichtet sich der weltanschaulich neutrale Staat zur...

Christian Masrourchehr: Zur Wahrheit ermuntern. Parrhesiasensible Zugänge für einen zeitgemäßen Religionsunterricht

Paulus, heißt es in Apg 28, 31, verkündete in Rom das Reich Gottes und sprach mit Freimut über Christus. Knapp zweitausend Jahre später, in unserer säkularen Welt, die von einer Pluralisierung des Wahrheitsbegriffs und durch mediale, ideologisch orchestrierte Erregungsdiskurse geprägt wird, scheint es schwierig zu sein, freimütig über den Glauben zu sprechen – selbst dort, wo ein solches Sprechen ermöglicht und eingeübt werden sollte: im Religionsunterricht. Doch das Verschweigen von Glaubensüberzeugungen oder aber ein bloßer Meinungsaustausch ohne existentielle Verbindlichkeit sind für den Aachener Religionspädagogen Christian Masrourchehr keine Optionen. In seiner Dissertation nimmt er deshalb die Stelle aus der Apostelgeschichte zum Ausgangs- und Orientierungspunkt, um trotz der...

Susanne Schwarz unter Mitarbeit von Matthias Sand: Religionsunterricht aus der Perspektive von Schüler*innen

Bei dem Buch „Religionsunterricht aus der Perspektive von Schüler*innen. Eine repräsentative Studie in Rheinland-Pfalz“ handelt es sich um eine Forschungsarbeit, deren Rezeption auf den Bereich universitärer, rein empirisch ausgerichteter Religionspädagogik beschränkt bleiben dürfte. Schon der Ertrag für religionsdidaktisch Interessierte fällt nicht überwältigend aus, noch weniger profitiert der Religionslehrer, der sich (mit seiner Fachkonferenz) die Frage stellt, wie der Trend zum Schülerschwund im Religionsunterricht und die zunehmende Hinwendung zum Alternativfach Ethik gestoppt bzw. umgekehrt werden könnte.

Der Rezensent hat in den vergangenen 25 Jahren die Veränderungen im Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe an rheinland-pfälzischen Gymnasien miterlebt:...

Sebastian Ostritsch: Serpentinen. Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung

Was sich der Philosoph Sebastian Ostritsch mit diesem Buch vorgenommen hat, ist nicht weniger als die Heilung des heute lahmenden Flügels der Vernunft, der zusammen mit dem Flügel des Glaubens nach der Enzyklika „Fides et ratio“ von Johannes Paul II. den Geist des Menschen zur Betrachtung der Wahrheit erhebt, die nichts anderes ist als Gott, in dem das absolute Wahre, Schöne und Gute in eins fällt. Eine zeitgeistige Theologie hat in Kapitulation vor dem naturalistischen Denken, dem Relativismus und der Kantianischen Erkenntnistheorie keinen Auftrieb mehr unter dem Flügel der Vernunft. Der rationale Weg zur aufsteigenden Erkenntnis der Existenz Gottes aus seinen Werken ist damit versperrt und in der Folge die Erkenntnis des Willens Gottes in der Schöpfungsordnung als Quelle der Moral.

Was...

Anselm von Canterbury: Der Gottesbeweis im Proslogion und die Debatte mit Gaunilo

Es ist schon erstaunlich, wie der Gottesbeweis von Anselm von Canterbury über Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Zeit das Nachdenken anregen kann. In dem vorliegenden Buch gehen die Herausgeber, Bernd Goebel und Christian Tapp, mit großer Präzision dem Gedankengang von Anselm von Canterbury nach. Im ersten Teil werden die relevanten Texte wiedergegeben: Der Gottesbeweis aus dem Proslogion (2-4), die Erwiderung von Gaunilo (Liber pro insipiente) und schließlich Anselms Responsio. Darauf folgt eine ausführliche Kommentierung des Textes und ein umfangreiches Nachwort, das die Biografie Anselms und die Wirkungsgeschichte seines Gottesbeweises nachzeichnet.

Die Übersetzung der Texte stammt von den Herausgebern, für das Verständnis entscheidende Übersetzungsentscheidungen werden...

Petrus Lombardus: Sententiae in quatuor libris distinctae / Vier Bücher der Sentenzen

„Aus dem Wunsch heraus, etwas von dem Wenigen und Armseligen, über das wir verfügen, gemeinsam mit der armen Witwe in den Opferkasten des Herrn zu werfen, haben wir es unternommen, steile Höhen zu erklimmen und ein über unsere Kräfte gehendes Werk auszuführen.“ (65) So beginnt der Prolog des Petrus, der aufgrund seiner Herkunft aus der Gegend von Novara als der Lombarde erinnert werden sollte. Sein zunächst nur für kurze Zeit geplanter Studienaufenthalt in Frankreich führte ihn zunächst nach Reims, wo er mit Unterstützung des Bernhard von Clairvaux studierte, und dann nach Paris, genauerhin an die Abtei von Sankt Viktor, wo er um 1113-1136 seine Studien fortsetzte. Er sollte nur noch besuchsweise nach Italien zurückkehren. Bald schon wurde er Lehrer an der Kathedralschule von Notre Dame in...

Franziska Greiner-Döchert / Friederike Carlotta Grabowski: Schulangst. Verstehen und pädagogisch begleiten

Angststörungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Betroffenen fallen nicht immer sofort auf. Oft verhalten sie sich eher ruhig und angepasst. Dadurch werden sie leicht übersehen. Erst im Zusammenhang mit vermehrten Fehlzeiten werden Lehrkräfte aufmerksam. Mitunter kommen sie dann vorschnell zur Diagnose „kein Bock“ und übersehen die zugrundeliegende Angstthematik – zumal Betroffene selbst in der Regel nicht gerne offen über ihre Ängste sprechen.

Mit dem vorliegenden Band aus der Reclam-Reihe „Bildung und Unterricht” greifen Franziska Greiner-Döchert und Friederike Carlotta Grabowski dieses wichtige Thema auf. Sie geben einen komprimierten und gut verständlichen Überblick zu schulbezogenen Ängsten. Zugleich stellen...