Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Georg Langenhorst: Kinder brauchen Religion

Orientierung für Erziehung und Bildung

In der heutigen Zeit ist die Rechtfertigung religiöser Erziehung schwieriger geworden, denn Kinder und Jugendliche können auch ohne Religion gut leben. Warum sie Religion trotzdem „brauchen“ und wie Eltern, Erziehende und Unterrichtende Religion erschließen und vermitteln können, damit befasst sich Georg Langenhorst in „Kinder brauchen Religion“. Das Buch gliedert sich in 6 Teile, eine ausführlichen Hinführung (Religiöses Leben heute und morgen), und vier Kapitel, in denen Grundelemente religiösen Lernens beleuchtet werden (die Erfahrung von Gott, Jesus, Be-Geisterung und Gemeinschaft) und schließlich ein Kapitel über den Religionsunterricht.

Religion ist nach Langenhorst unverzichtbar, denn sie stellt ein System zur Verfügung, das Antworten setzt,...

Andreas Obenauer: Reli für Jungs

Didaktische Impulse für einen jungengerechten Religionsunterricht

Jungen werden häufig vom Religionsunterricht nicht so angesprochen und mitgenommen, wie es möglich wäre. Das ist eine Erfahrung, der Andreas Obenauer – evangelischer Pfarrer und Schuldekan – etwas entgegensetzen möchte. Ausgehend von einer Pädagogik der Vielfalt (Annedore Prengel) skizziert er Etappen der Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit und Jungenpädagogik zwischen Anti-Sexismus und Konstruktivismus, erinnert die biblische und theologische Wahrnehmung beider Geschlechter und entwickelt daraus die Position eines geschlechtersensiblen Religionsunterrichts, der an Stärken von Jungen ansetzt. Ziel ist dabei nicht die Verfestigung von männlichen und weiblichen Stereotypen, sondern die Eröffnung von Freiräumen, um in der...

Gerhard Büttner / Veit-Jacobus Dietrich: Entwicklungspsychologie in der Religionspädagogik

Mit dem Thema haben sich beide Religionspädagogen viel vorgenommen: Sie wollen, ausgehend von den bekannten Entwicklungspsychologien, den neuen Forschungsstand v.a. im angelsächsischen Raum vorstellen. Ihr Ziel ist es, die deutsche Religionspädagogik nicht vom Wissenschaftsdiskurs abzukoppeln und die gängigen Theorien religiöser Entwicklung auf dem Hintergrund der neueren Forschung zu differenzieren. Dies ist gelungen – genauso wie die durchgängig knappen, prägnanten Zusammenfassungen der Ursprungs-Modelle. Den Autoren ist es außerdem wichtig, theologische Themen bereichsspezifisch zu entfalten; diesem großen Unterfangen werden sie in weiten Teilen gerecht; schon deswegen lohnt sich die Anschaffung des Buches.

Neben der Rezeption englischsprachiger Literatur, die erstmals breit dem...

Tamara Bos: Papa, hörst du mich?

Mit Illustrationen von Annemarie van Haeringen
Aus dem Niederländischen von Ita Maria Berger


„Ich weiß, dass Du mich hörst.“ Deshalb spricht Polle mit seinem Vater, der gerade zu Hause gestorben ist. Er tut dies mit den einfachen Worten und mit der Naivität eines siebenjährigen Kindes, das von den Geschehnissen rund um den Tod und von seinen Erinnerungen an den „liebsten Papa der Welt“ erzählt. Die schwere Krankheit – das Wort Krebs fällt an keiner Stelle – hat der Vater seinem Sohn am Beispiel des von beiden gern gespielten Brettspiels „Stratego“ erklärt. Und Polle muss nun erkennen, dass die „kleinen fiesen Soldaten“ nach langem Kampf schließlich doch die Medizin „überlistet“ haben. Nachts weckt die Mutter Polle und seinen älteren Bruder Dajo, verständigt die Verwandten, beauftragt...

Jorge Mario Bergoglio SJ / Papst Franziskus: Erziehen mit Anspruch und Leidenschaft

Die Herausforderung christlicher Pädagogik
Aus dem Spanischen von Gabriele Stein
Mit einer Einführung von Michael Sievernich SJ


Ein Bischof aus den Tiefen Südamerikas predigt seinen Religionslehrern. Er äußert bedenkenswerte Dinge. Doch selbst das wäre noch kein Grund, die Predigten in Europa zu drucken. Dann wird dieser Bischof Papst. Und Leser fragen sich: Hat Franziskus sich beim Predigen vielleicht in die Karten schauen lassen und den Keim eines Programms ausgeplaudert?

Ab da wird die Lektüre anstrengend; denn mehrere Schichten Staub müssen vom Text entfernt werden: die besondere Situation von Schulen in Lateinamerika, speziell Argentinien; der besondere Ton südlicher Frömmigkeit; Verlagsinteressen; die Grenzen der Übersetzer und Kommentatoren. Was sich dann zeigt, ist allerdings...

Stephan Sigg: Spirituelle Schreibwerkstatt mit jungen Menschen

Es ist fast, als stände etwas zwischen den Generationen, was die Kommunikation stört. Häufig beklagen sich Erwachsene über die informelle Sprache und die Verschlossenheit der Jugend. Manch einer bemängelt, dass sie „keine spirituelle Sprache beherrschen“. Tatsächlich ist es oft nicht einfach, mit Jugendlichen insbesondere bei Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen. Doch ist dies nicht zwangsläufig ein Fehler der jungen Leute oder ein Versuch sich abzugrenzen. Viele Jugendliche empfinden es schlicht als schwer oder peinlich, sich anderen Menschen in Gruppen oder Klassenverbänden zu öffnen und frei über ihren Glauben zu reden. Meist jedoch genügen einfache kreative Methoden, um den Jugendlichen zu helfen, sich spirituell zu äußern und ihre Glaubensfragen in Worte zu fassen. 

Der junge Autor...

Sabine Pemsel-Maier / Mirjam Schambeck (Hg.): Inklusion!?

Religionspädagogische Einwürfe

Das Werk setzt sich mit theologischen und religionspädagogischen Fragestellungen zum Thema Inklusion auseinander, da, wie die Autorinnen zu Recht anführen, zu diesem wichtigen Thema bisher wenige Publikationen von kirchlicher Seite vorliegen. Zunächst wird der Begriff Inklusion auf verschiedenen Verständnisebenen betrachtet und es werden ausgehend von einer grundlagentheoretischen Ebene und der Frage nach Leitbildern konkrete Maßnahmen abgeleitet, wie im Religionsunterricht als Schnittfläche von Schule, Kirche und Gesellschaft das Thema Inklusion differenziert betrachtet werden kann sowie Wege zur unterrichtlichen Umsetzung aufgezeigt.

Der Band ist in vier Teile gegliedert und setzt sich im ersten Teil mit den Fragen des Leitbildes aus der Perspektive des...

Brigitta Schieder: Märchen trifft Bibel

Mit Weisheitsgeschichten Resilienz und Lebenskompetenz fördern

„Praxismodelle für Schule und Katechese“ ist ein weiteres Versprechen des 235 Seiten starken Buches. Brigitta Schieder will viel – wie Titel, Untertitel und der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis verraten. Sie hält ihr Versprechen! Im ersten Drittel legt sie ihren Ansatz ausführlich dar. Ihre Kompetenzen als Logotherapeutin und Märchenerzählerin in Verbindung mit ihrem pädagogischen und katechetischen Wissen sind das Fundament für die folgenden Praxismodelle. Brigitta Schieder stellt Bibel und Märchen als einander ergänzend gegenüber, beide benutzen archetypische Bilder, beide lehren, „anders“ zu hören, zu schauen, zu fühlen; beide werden zu lebensnotwendigen Quellen. Beide bezeugen in ihrer Art, Geschichten zu erzählen, dass...