Zunächst einmal ist bei diesem (Jubiläumsjahr-)Sammelband der Hinweis wichtig, dass das Glaubensbekenntnis von Nizäa die wesentliche Grundlage für das Konzil von Chalkedon liefert, dessen Glaubensbekenntnis das „einzige Glaubensbekenntnis ist, das von der römisch-katholischen, evangelischen und orthodoxen Christenheit gemeinsam geteilt wird“ (9).
Es gibt allerdings auch einen anderen wesentlichen Grund. Die mit dem Konzil von Nizäa erstmals explizit kirchlich-gemeinschaftlich formulierte Lehre, dass Jesus von Nazareth als der Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sei, ist eine geistesgeschichtliche Zäsur. Auf der einen Seite wird die (auf den Mittelmeerraum bezogene) antike ontotheologische Selbstverständlichkeit, dass Gott leidensfrei sei, aufgehoben. Auf der anderen Seite trennt sich...








