Seit der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten im November 2024 hat sich die Welt an eine neue Tonart gewöhnen müssen: Öffentliche Äußerungen des Präsidenten und seiner Putztruppe sind an Grobianismus und Schamlosigkeit kaum zu überbieten. Der höfliche Kammerton im diplomatischen Verkehr ist vulgärer Umgangssprache gewichen. Man fragt sich immer wieder, warum dieses aggressive Dominanzverhalten beim Großteil der amerikanischen Wählerschaft immer noch anzukommen scheint.
Philipp Hübl gibt mit seinem Begriff des „Moralspektakels“ eine mögliche Begründung für diese Faszination an die Hand. Obwohl er zunächst die eher linke woke Cancel-Culture eines wirkmächtigen intellektuellen Milieus im Blick hatte, erfasst seine Begriffsprägung auch die neue Politik des republikanischen...








