Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Holger Zaborowski: Sinn-Fragen. Denkversuche in unsicheren Zeiten

„Denn wer hofft, stößt nie auf einen letzten, alles absichernden Grund, sondern bleibt immer im Wagnis des Ungewissen“ lautet einer der Schlusssätze des letzten von zwölf Kapiteln in Holger Zaborowskis „Sinn-Fragen“. Mit diesem Zugeständnis innerhalb eines engagierten Plädoyers für die Hoffnung bescheidet sich der Autor mit Fragen und Vorschlägen zu erfüllenden Lebensvollzügen und zentrierenden Perspektiven.

Der 1974 in Haldern geborene Professor für Philosophie an der Universität Erfurt, Heidegger-Experte und Vorsitzende des Kuratoriums der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung nähert sich seinem Thema im Modus vorsichtiger Denkversuche. Den unsicheren Zeiten der Gegenwart begegnet der Philosoph nicht als hybrider Welterklärer oder medienwirksamer Prophet, vielmehr nimmt er den...

Ahmad Milad Karimi: Gott 2.0. Grundfragen einer KI der Religion

Mit „Gott 2.0“, dem Haupttitel dieses Buches, bezeichnet der Autor in Anlehnung an den technizistischen Code für eine durchgreifende Höherstufung die von post- und transhumanistischen Zukunftsvisionen vorhergesagte Superintelligenz, zu der sich eine KI schließlich autonom weiterentwickeln könne. Sie habe in ihrer Unverfügbarkeit die Züge göttlicher Transzendenz und alle Wesensattribute Gottes: „Allwissen, Allmacht, Wille und Leben“. Zwei Entwicklungslinien, die im Text nicht klar auseinandergehalten werden, sind dabei zu unterscheiden: Eine KI, deren Eigenleben dem Menschen entgleitet, ihm in absoluter Perfektion gegenübersteht und ihn schließlich ersetzt. Und eine KI, mit deren Hilfe der Mensch sich selbst überwindet und zu quasi göttlicher Allmacht und Unsterblichkeit weiterentwickelt,...

Heinrich Schmidinger: Toleranz – auch eine Geschichte Europas

Heinrich Schmidinger, der soeben ein magistrales Werk unter dem Titel: „Toleranz – auch eine Geschichte Europas“ vorlegt, hätte diese gründliche Rekonstruktion des Toleranzgedankens aus Gründen der Aktualität unternehmen können, denn Toleranz ist in der derzeitigen kriegs- und krisengeschüttelten Epoche leider ein „knappes Gut“ geworden, also hochaktuell und nach dem bekannten ökonomischen Grundsatz kostbar und von hohem Wert – knapp, aber auch sehr geläufig. Das hat etwas von einem Paradox. Im richtigen Leben ist die Toleranz auf dem Rückzug, doch gleichwohl blühen die Diskurse und der Begriff ist in aller Munde. Das nutzt ihn ab, hilft aber dem, was er meint, nur wenig. Schmidinger kann also nicht, wie ein Journalist, der Aufmerksamkeit erregen will, damit rechnen, dass das Publikum auf...

Dagmar Kiesel / Sebastian Schmidt / Thomas Smettan: Altruismus

Nationaler Egoismus wird von Regierungen und Parteien zum politischen Allheilmittel erklärt. „Mach Dein Ding!“ lautet die unverhohlen egoistische Botschaft eines Werbeplakats und für ca. 100 Euro verkauft Chanel den 100 ml Flacon seines Eau de Toilette „Ègoiste“. Sind die jahrhundertealte moralisch positive Beurteilung des Altruismus und die Schmähung des Egoismus ins Wanken gekommen?

Ein Sammelband unter dem Titel „Altruismus“ ist geradezu gefordert angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Das hier zu Rede stehende Werk geht auf einen in der Corona-Zeit abgehaltenen interdisziplinären digitalen Workshop zurück. Dagmar Kiesel, Sebastian Schmidt und Thomas Smettan haben die Beiträge zusammengefasst und noch drei weitere Autoren in das Projekt aufgenommen....

Jacob Thiessen: Einleitung in das Neue Testament. Ein Lehrbuch

Die Einleitungswissenschaft ist eine exegetische Spezialdisziplin. Sie greift einerseits aus christlicher Binnenperspektive auf das Neue Testament als Kanon aus, blickt andererseits aber aus einer Außensicht auf ihre antiken Entstehungskontexte, d.h. sie nimmt sowohl eine emische als auch eine etische Perspektive ein. Die Einleitungswissenschaft ist es also gewohnt, ständig die Lesebrille zu wechseln, scheint sich dessen aber nicht immer bewusst zu sein. Entsprechend steht bei der Beantwortung der Fragen nach Datierung und Verfasserschaft in verschiedenen Kontexten einiges auf dem Spiel. In der katholischen Kirche waren diese Fragen lange Zeit Sache des Lehramts. Doch innerhalb der zeitgenössischen Exegese steht und fällt mancher hermeneutische Zugang mit der angenommenen Datierung der...

Amy-Jill Levine / Marc Zvi Brettler: Hebräische Bibel und Altes Testament

Das Buch von Amy-Jill Levine und Marc Zvi Brettler „Hebräische Bibel und Altes Testament – Warum Juden und Christen Texte unterschiedlich lesen“ führt ein in die Welt der Bibel – aber in welche? Völlig zu Recht eröffnen beide ihr Werk mit grundsätzlichen Klärungen und Fragestellungen. Was heißt es, Bibel zu lesen? Was ist eigentlich die Bibel, wie funktioniert Auslegung und was bedeutet es, wenn sie in einer spezifischen Gemeinschaft erfolgt? Gibt es jüdische und christliche Bibeln? Hier finden Lesende eine bibelhermeneutische Grundlegung, die viele Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte bündelt und zugleich die amerikanisch(-jüdische) Perspektive durchscheinen lässt, die im Buch immer mal wieder aufblitzt und eine Bereicherung der genuin deutschsprachigen Darstellungen sein kann....

Alissa Geisler / Clauß Peter Sajak (Hg.): Digitalen Religionsunterricht entwickeln und gestalten

Das Buch „Digitalen Unterricht entwickeln und gestalten“ bietet eine fundierte Darstellung des Projekts KathReliOnline, das von 2018 bis 2021 in Thüringen als Blended-Learning-Initiative der Bistümer realisiert wurde. Ziel war es, Schülerinnen und Schülern im ländlichen Raum die Teilnahme am Religionsunterricht zu ermöglichen und zugleich die Machbarkeit eines digitalen Religionsunterrichts zu erproben.

Dieses Werk kann denjenigen sehr gut als Hilfestellung dienen, die sich perspektivisch mit Landeslösungen zu Religionsunterricht im ländlichen Raum, aufgrund sinkender Schülerinnenzahlen im Fach oder aber grassierender Sparmaßnahmen auseinandersetzen müssen. Es beleuchtet Hürden und Hindernisse, die auf dem Weg zu einer landesweiten Blended-Learning-Plattform für den Religionsunterricht...

Ralf Weskamp: Schulrecht

Das Ziel des Buches ist darauf gerichtet, so wird es in der Vorbemerkung angeführt, dass Lehrkräfte, Schulleitungen und Lehramtsstudierende neben ihrer pädagogischen Professionalität auch juristisches Anwendungswissen erlangen. Dieses sei erforderlich, da Lehrkräfte im Schulalltag zunehmend mit rechtlichen Fragestellungen konfrontiert sind. Der Autor Ralf Weskamp ist Oberstudiendirektor, Schulleiter und Lehrbeauftragter für Schulrecht an der Universität Kassel. Er kennt also die Praxis und ist gleichzeitig durch seinen Lehrauftrag im Schulrecht bewandert. Dieses spiegelt sich in dem Buch wider. Anhand von vielen Beispielen aus dem Schulalltag macht er deutlich, wo sich rechtliche Probleme ergeben können und was bei solchen Fällen rechtlich zu bedenken ist.

Das Buch besticht dadurch, dass...