Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Volkmar Nüssler: Die beste Medizin kommt aus der Küche

Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler ist Onkologe und leitet das Tumorzentrum in München. Das Buch ist eine Frucht der Projektgruppe „Ernährung und Krebs“, die das Manual für onkologisch tätige Medizinerinnen herausgibt. Zum Thema gesunde und umweltschonende Ernährung kam er über einen Kochkurs mit Hans Haas, in dessen Sterneküche nichts weggeworfen wird. Was Gesunden hilft, brauchen Patienten erst recht. Deshalb hat die Arbeitsgruppe an verschiedene Kliniken Küchen für nachhaltige Ernährung eingerichtet, welche die Genesung der Patienten unterstützt und nicht viel mehr kostet, weil man auf regionales und saisonales Essen achtet.

Schlüssel für eine gesunde Ernährungsweise ist die Reduzierung des Fleischkonsums. Wenn Fleisch gegessen wird, ist auf artgerechte und regionale Tierhaltung zu achten....

Thea Caillieux: Eva und Adam – Adam und Eva. Das erste Paar in der Kunst

Schon der Titel von Thea Caillieux‘s Werk spricht Bände: Eva, die ewig Zweitgenannte, rückt vor Adam an die erste Stelle; Eva und Adam, links in roten Lettern gesetzt. Die klassische Reihung, Adam und Eva, in blauen Buchstaben rechts gefasst, verblasst daneben. Bilder bilden Bewusstsein. Wie Adam und Eva in der Kunst über nahezu eineinhalb Jahrtausende dargestellt wurden, bestimmte auch das gesellschaftliche Verhältnis von Mann und Frau.

Thea Caillieux‘s These: Der zweite Schöpfungstext mit der Erzählung vom Sündenfall stelle in der künstlerischen Darstellung den ersten bei Weitem in den Schatten. In einer kunstgeschichtlichen Zeitreise bringt die Autorin im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen, wie Eva als Sinnbild der Frau schlechthin immer stärker als jene Figur herausgearbeitet wird,...

Markus Hofer: Das Heilige und das Nackte

Nacktheit und Scham sind als kulturelle Phänomene gleich ursprünglich. Im Vergleich zu ihrer Umwelt sind die biblischen Texte des Alten und Neuen Testamentes eher desinteressiert am Sexuellen. Im Spiegel der abendländischen Kunst weisen marginale künstlerische Darstellungen von Nacktheit auf einen selbstverständlichen Umgang mit ihr in der Öffentlichkeit hin, während eine Dominanz des Nackten in der Kunst als Indiz für ihre gesellschaftliche Marginalisierung gelten kann.

Unter diesen drei Thesen lotet Markus Hofer das Verhältnis von Nacktem und Heiligem aus, wie es sich ihm in der Kunst zeigt, und liefert damit einen wichtigen Beitrag in der aktuellen Diskussion über die kirchliche Sexuallehre und -moral im Zuge des Synodalen Weges. Mit Humor und Leichtigkeit geschrieben, ist dieses Buch...

Christian Lehnert (Hg.): Heiligenlegenden

Die „Legenda Aurea“ bezeichnet der Lyriker und Theologe Christian Lehnert zu Recht als die „wichtigste europäische Sammlung von Heiligenlegenden, die sich in Kunst und Mentalität einschrieb wie ein genetischer Code“ (139). Für das vorliegende Buch hat er eine eigenwillige Auswahl von dreiundzwanzig bekannten und weniger bekannten Heiligenviten getroffen und sie (zum Teil stark) gekürzt (7-121). Die „Anmerkungen und Erläuterungen“ (123-138) geben knappe Informationen zu Heiligen. Der in der Insel-Bücherei erschienene Band ist mit zwölf eindrücklichen Bildern von Michael Triegel angereichert (leider ohne Titel und Jahr) und wird besonders bibliophile Leserinnen und Leser ansprechen. Und die dürften, ebenso wie andere mit der Gattung Legende wenig Vertraute, über die Verachtung von Leib und...

Perry Schmidt-Leukel: Das himmlische Geflecht. Buddhismus und Christentum – ein anderer Vergleich

Perry Schmidt-Leukel ist Professor für Religionswissenschaft und interkulturelle Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er ist Autor zahlreicher Werke zur Theologie der Religionen und Experte für Buddhismus und Christentum. Im Jahr 2015 hielt er an der Universität Glasgow (Schottland) als erster Deutscher seit fünfundzwanzig Jahren die international renommierten Gifford Lectures und zählt zu den bedeutendsten Religionswissenschaftlern und Theologen der Gegenwart.

Das von Perry Schmidt-Leukel vorgelegte Werk „Das himmlische Geflecht.

Buddhismus und Christentum – ein anderer Vergleich" ist eine anspruchsvolle religionstheologische Anwendung des von ihm entwickelten neuartigen Ansatzes der „fraktalen Interpretation“ religiöser Vielfalt, die von ihm als Antwort auf die...

Klaus von Stosch: Einführung in die Komparative Theologie

Die Komparative Theologie ist eine im englischen Sprachraum von Theologen wie David B. Burell und dem Jesuiten Francis X. Clooney entwickelte Methode des theologischen Religionsvergleichs. Besonders Ulrich Winkler und Klaus von Stosch haben diese Methode im deutschen Sprachraum in den letzten 10 bis 15 Jahren bekannt gemacht, auch wenn es die Sache bereits avant la lettre gab. Die Komparative Theologie bedient sich dabei auch der vergleichenden Religionswissenschaft, versteht sich aber dezidiert als bekenntnisgebundene theologische Disziplin. Sie ist eine Form der Theologie der Religionen, will aber bewusst religionstheologische Metadebatten und Makromodelle wie Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus hinter sich lassen, weil diese der Komplexität und inneren Vielfalt der Religionen...

Merdan Güneç / Andreas Kubik / Georg Steins (Hg.): Macht im interreligiösen Dialog

Die Frage der Macht in religiösen Kontexten ist gegenwärtig hochaktuell. Der reale Machtverlust der beiden Großkirchen in vielen europäischen Gesellschaften auf Grund diverser Faktoren auf der einen Seite und die machtvolle Zunahme von Extremismen, auch religiöser, in einigen Teilen der Welt auf der anderen Seite beschreiben sehr verkürzt das Feld. Dazu kommt die Forderung vieler katholischer Gläubiger, mehr Einfluss und Macht in ihrer Kirche zu bekommen (Stichwort: Synodaler Weg) im Sinne einer gleichberechtigten Partizipation, so dass eine Egalität zwischen Klerikern und sogenannten Laien hergestellt wird.

Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Machtfrage im Bereich des interreligiösen Dialogs auch gestellt wird, zumal sie schon seit längerer Zeit virulent immer mitlief, wenn ein...

Jürgen Wasim Frembgen: Magie und Ekstase

Jürgen Wasim Frembgen öffnet den Blick für die innere Vielfalt des Islam und zeigt Formen der „in indigenen Traditionen wurzelnden gefühlsbetonten Religiosität“ von muslimischen Gläubigen auf. In ihnen bestehen „Freiräume für Frauen und soziale Außenseiter“. Der Autor stellt Erfahrungsräume der Spiritualität vor, die neben dem „von Männern dominierten normativen Islam“ Wirklichkeit sind.

Frembgen sieht die indigene Praxis der Devotion, Magie und Geisterwelt als ein wesentliches Moment des Frömmigkeitserlebens im Islam an: „Ob jemand in einem Heiligenschrein Fürsprache bei Gott sucht oder ausschließlich in einer Moschee betet, ihrem gemeinsamen Glauben entspringt das Bedürfnis nach Heil, Sinn und Ordnung im Leben.“ Der indigen kolorierte Islam betont die Gnade und Barmherzigkeit Gottes....