Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Thomas Söding (Hg.): Führe uns nicht in Versuchung.

In dem von Thomas Söding herausgegebenen Band der „Reihe Theologie kontrovers“ geht es darum, wie die sechste Bitte des Vaterunsers „Führe uns nicht in Versuchung“ im Ganzen des Herrengebetes zu verstehen ist. 11 Beiträge namhafter Theologen gehen dieser Frage aus exegetischer, theologischer und pastoraltheologischer Sicht nach, um die Versuchungsbitte dem Menschen von heute in der aktuellen und kontrovers geführten Debatte neu zu erschließen.

Im ersten Beitrag „Um Himmels Willen“ befasst sich der Herausgeber mit der griechischen Textüberlieferung und kommt nach eingehender Prüfung des Begriffs der Versuchung (peirasmos) zu dem Ergebnis, dass es sich dabei nicht um irgendwelche marginalen Versuchungen, sondern um eine Anfechtung handelt, „in der die Liebe zu Gott auf dem Spiel steht und...

Ludger Schenke: Das Johannesevangelium

 

Ludger Schenke, pensionierter Professor für Neues Testament der Universität Mainz, hat in dem zu besprechenden Buch viele Überlegungen seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Johannesevangelium zusammengetragen. Er selbst verweist im Nachwort darauf, dass die meisten dargelegten Erwägungen „schon einmal vorgetragen und in manchen Monographien und Aufsätzen auch veröffentlicht“ (231) wurden. Nicht zuletzt Schenkes Kommentar zum Johannesevangelium scheint hier Pate gestanden zu haben, weisen beide Publikationen doch einen ähnlichen Aufbau auf. Allerdings ist der Kommentar, der auch online abrufbar ist (https://publications.ub.uni-mainz.de/opus/frontdoor.php? source_opus=3634), um ca. 140 Seiten umfangreicher und lädt damit zum Weiterlesen und vertiefteren Lesen ein.

Das...

Jens Ehebrecht-Zumsande / Andreas Leinhäupl (Hg.): Handbuch Bibel Pastoral

Das Handbuch, für das die Herausgeber Beiträge von rund 40 Autorinnen und Autoren gesammelt haben, bietet eine Vielfalt von Perspektiven auf die Bibel und Impulse für die Arbeit mit der Bibel. Diese Vielfalt der Beiträge, die mit jeweils rund fünf bis zehn Seiten kurz und prägnant und doch dicht und informativ sind, ist in fünf Kategorien unterteilt: Bibel und Pastoral – Grundlagen und Vergewisserungen, Zugänge zu biblischen Texten, Die Bibel als Fundament für alle Lebensphasen, Die Bibel an Orten des Lebens, Mit biblischen Texten praktisch arbeiten.

In Teil 1 wird in jedem Artikel die Bibel mit einem anderen Thema in Bezug gesetzt (Liturgie, Caritas, Ökumene, Koran, soziale Arbeit, ...) und dadurch der Blick auf die Bibel geweitet. Der 2. Teil enthält vor allem praktische bzw. konkrete...

Gerhard Begrich: Leviticus. Das 3. Buch Mose

Das Buch Leviticus gehört zu den Schriften des Alten Testaments, die uns heute nur schwer zugänglich sind. Zu fremd, zu eigenartig oder zu abscheulich und abschreckend erscheinen uns einige der Gesetze und Vorschriften. Dies ist wohl ein Grund dafür, warum Textabschnitte dieser Schrift in der pastoralen Praxis nur selten in den Blick geraten und thematisiert werden Die Instrumentalisierung einzelner Bestimmungen des Buches in Vergangenheit und Gegenwart vor allem in fundamentalistischen Kreisen hilft da nicht besonders.

Auf der anderen Seite bildet das Buch Leviticus in der jüdischen Tradition, wo es wajjiqrā’ („und er rief“) genannt wird, das Herzstück der Tora. Die Konzeption einer gemeinsamen Einhaltung von Geboten dient u.a. der Identitätsbewahrung und -sicherung des Volkes Israels....

Hermann-Josef Venetz: Die Bergpredigt

Das Thema „Bergpredigt“ ist kein neues – und dennoch immer wieder eine Herausforderung. Auch das Taschenbuch von H.-J. Venetz erhebt keinen Anspruch auf die Darbietung von Novitäten, stellt es doch die Überarbeitung eines vergriffenen Bändchens von 1987 dar. In der bezüglich des Forschungsstandes und der gesellschaftlichen Entwicklung leicht aktualisierten Neufassung gewährleistet es nichtsdestotrotz einen fundierten und immer noch frischen Einstieg in diesen Zentraltext christlichen Glaubens und Lebens.

Ein hinführender Teil skizziert zum einen im Vergleich von matthäischer Bergpredigt und lukanischer Feldrede die Entstehungsgeschichte über die Logienquelle bis hin zu Jesus. Zum anderen werden gängige Deutungsmodelle präsentiert; ihnen gemeinsam ist die Tendenz zur Entschärfung,...

Helen Schüngel-Straumann / Klaus Berger: Geist Gottes

Der Heilige Geist gehört allen Rufen zum Trotz immer noch zu den vernachlässigten Themen in der Theologie. Daher ist es sehr erfreulich, dass sich der neue Band in der Reihe „Die Neue Echter Bibel Themen“ dem Geist Gottes widmet. Wie alle Bände dieser Reihe ist auch dieses Buch zweigeteilt. Der erste Teil behandelt die Frage nach dem Geist im Alten Testament und ist von der feministischen Exegetin Helen Schüngel-Straumann verfasst worden. Der neutestamentliche Teil wurde von Klaus Berger geschrieben. Ein kurzes Schlusskapitel versucht beide Teile des Buches miteinander ins Gespräch zu bringen. In diesem Schlusskapitel kommt die Exegetin zu folgendem Ergebnis: „Die beiden Beiträge […] sind sehr unterschiedlich ausgefallen.“ (133) Dies gilt in Bezug auf die Methodik und die Qualität der...

Heiner Wilmer unter Mitarbeit von Simon Biallowons: Hunger nach Freiheit

Dieses Buch verdankt sich laut Titelausweis der Zusammenarbeit zweier Persönlichkeiten. Als eigentlicher Autor zeichnet der Dehonianer-General Heiner Wilmer – und neuen Bischof von Hildesheim –, der das Buch unter Mitwirkung des Journalisten Simon Biallowons verfasst hat. Theologisch-spiritueller Gehalt und journalistische Aufmache wollen in diesem Werk sich also die Waage halten. Mehr als sein hohes Amt empfiehlt den Autor die berufliche Laufbahn als Lehrer und Schulleiter. Der dadurch bedingte gewohnheitsmäßige Umgang mit Jugendlichen macht sich im Schreibstil durch Abweichungen vom strengen Schriftdeutsch überall bemerkbar. Besonders dort, wo es um Emotionen geht, sind Ausdrücke wie „krass, klasse, top …“ keine Seltenheit. Auch deftige Ausdrücke wie „Kloppereien“ kommen wie...

Michael Heymel: Die Johannesoffenbarung heute lesen

 

Das Buch von Michael Heymel lädt ein, es zur Hand zu nehmen und mit ihm die Offenbarung des Johannes kennenzulernen: Es hat eine gefällige Größe, ist nicht so umfänglich, dass man es sich als Einstiegslektüre für das Kennenlernen der Offenbarung des Johannes nicht selbst zutrauen würde. Und – was man schon bei einem ersten Querlesen feststellt: Es ist gut lesbar.

Die Reihe «bibel heute lesen», zu der dieses Buch gehört, hat das erklärte Ziel, fundiert einzuführen, welche Spuren ein biblisches Buch in Theologie, Musik, Literatur und Kunst hinterlassen hat, ohne dass dabei dezidiertes theologisches Fachwissen vorausgesetzt würde. Dem entsprechend zäumt Michael Heymel das Pferd gewissermaßen von hinten her auf und skizziert Stationen der Wirkungsgeschichte der Offenbarung des Johannes und...