Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Thomas Söding: Das Christentum als Bildungsreligion

Der Impuls des Neuen Testaments

Thomas Söding zeigt mit seinem Buch „Das Christentum als Bildungsreligion – Der Impuls des Neuen Testaments“ die Wichtigkeit der Bildungsidee im Christentum von Beginn an auf. Bei Griechen und Römern war Bildung ein hohes Gut – und der jüdische und jesuanische Glaube konnte sich dank der Begegnung mit diesen Kulturen weiterentwickeln. 

Die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Bildung steht im Mittelpunkt des ganzen Buches. Dabei ist es für den Autor zweifelsfrei klar, dass unser Glauben Bildung braucht: „Ein Glauben, der auf mangelnde Bildung setzt, wäre von vorneherein als Ideologie entlarvt.“ (20) Und Bildung bedarf der theologisch getränkten Reflexion, denn die Bildungsfrage beinhaltet verschiedene religiöse Dimensionen. So ist beispielsweise die...

Josef Zemanek: Das Vater-Unser

Diese Untersuchung des christlichen Grundgebets gliedert sich in drei Teile: Der erste Teil behandelt die Textgrundlage: Hier werden verschiedene Überlieferungen (Matthäus, Lukas und gleichwertig die Redequelle Q) verglichen. Zemanek rekonstruiert daraus eine hebräische und eine aramäische Fassung. Ebenfalls analysiert er zwei lateinische Traditionen und die Textfassung der russisch-orthodoxen Liturgie. Er erarbeitet Grundvoraussetzungen eines für ihn wahrscheinlichen Ursprungstextes, analysiert die Struktur des Vater-Unsers und vergleicht die Ergebnisse mit drei zeitgleichen jüdischen Gebeten. Abschließend untersuchtder Autor die Textfassungen des Vater-Unsers in ihrem jeweiligen Kontext in der Redequelle Q, Matthäus und Lukas.
 
Auf dieser Grundlage analysiert der Heiligenkreuzer Dozent...

Thomas Hieke / Benedict Schöning: Methoden alttestamentlicher Exegese

unter Mitarbeit von Sonja Dussel und Franziska Rauh

Der Titel des vom Mainzer Alttestamentler Thomas Hieke und seinem Mitarbeiter Benedict Schöning herausgegebenen Buches verrät nicht die ganze Wahrheit über den Inhalt. Wer eine nüchterne Auflistung der exegetischen Methoden erwartet, aufgelockert von allfälligen Beispielen, wird enttäuscht werden. Das Buch verrät – und man ist geneigt zu sagen: Gott sei Dank! – durchgehende seine Wurzeln, nämlich die Lehr- und Lernerfahrungen der Autoren.

Damit bin ich gleich bei einem Punkt, der diesen von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft publizierten Band so sympathisch macht: die durchgängig zu erfahrende Praktikabilität des Buches. Die Modularisierung der Studiengänge hat insbesondere für Lehramtsstudierende dazu geführt, dass der Erwerb...

Thomas Söding: Die Bibel für alle

Ziemlich unbemerkt von einer größeren Öffentlichkeit ist Ende letzten Jahres die revidierte Einheitsübersetzung (EÜ) erschienen. Fast 40 Jahre nach der Erstausgabe liegt nun eine auf Fehler hin überprüfte und neuere exegetische Erkenntnisse berücksichtigende Neuübertragung beider Testamente vor, eine katholische Übersetzung, die gleichwohl überkonfessionelle Bedeutung beanspruchen darf. Das Büchlein des renommierten Neutestamentlers Thomas Söding bietet eine hervorragende Einführung in die Besonderheiten der Übersetzung und macht zugleich mit den Eigenheiten von Bibelübersetzungen im Allgemeinen vertraut. In neun Abschnitten erfährt man alles Wichtige zur Geschichte, den Anliegen, Schwierigkeiten, Schwächen und Stärken der neuen Einheitsübersetzung, auch wie die Bibel aufgebaut ist, welche...

Matthias Köckert: Abraham Ahnvater – Vorbild – Kultstifter

Ein ausführliches Buch über Abraham und seine Nachwirkung könnte kaum aktueller sein in einer Zeit, in der die großen Weltreligionen so eng aufeinander rücken wie heute. Dennoch bleibt der Stoff so gewaltig, dass seine Bewältigung immer nur unter einem besonderen Aspekt geschehen kann. Ein wesentliches Anliegen von Matthias Köckert ist es, die von Abraham handelnden biblischen Texte vor allem in ihrer individuellen Gestalt zur Sprache zu bringen und alle weiteren Beobachtungen und Überlegungen darauf aufzubauen. Die individuelle Gestalt der Texte hat aber vor allem ein literarisches Ansehen, und so treten bei diesem Ansatz religions- und traditionsgeschichtliche Betrachtungsweisen, die auch hätten interessieren können, etwas in den Hintergrund. Die rezipierende Frömmigkeitsgeschichte...

Hermann-Josef Venetz Ein neuer Anfang ist möglich … nicht nur zur Weihnachtszeit

„Alle Jahre wieder“ bietet der Markt vielerlei Büchlein, die im Geschenkbandformat die Krippenidylle evozieren. Diesem Trend schließt sich der Freiburger Neutestamentler Hermann-Josef Venetz bewusst nicht an. Auch er schreibt über Texte aus der Liturgie der Advents- und Weihnachtszeit – über die Kindheitsgeschichte Jesu ebenso wie über Texte weniger prominenter Herkunft. Doch ist er darauf bedacht, sie aus der „emotionalen Umklammerung“ der Advents- und Weihnachtszeit zu befreien und ihr viel größeres theologisches Potential von ganzjähriger Aktualität zu erschließen. 

Seine Interpretationen beruhen auf der hermeneutischen Grundannahme, dass man biblische Texte – gerade wenn sie besonders glatt und harmonisch wirken – gegen den Strich lesen muss. Will heißen: Der Intention ihrer Verfasser...

Boris Repschinski Vier Bilder von Gott Die Evangelien – alt, doch aktuell

„Vier Bilder von Jesus“ befinden sich bereits auf dem Buchcover: Viermal schaut man auf den Gekreuzigten, doch sind die ansonsten gleichförmigen Variationen jeweils in eine andere Farbe getaucht. Auch die vier kanonischen Evangelien drehen sich in ihren Jesusporträts um ein und dieselbe Gestalt – und lassen diese doch in einem je spezifischen Licht erscheinen. Dieses jedem der Evangelisten eigene individuelle Profil stellt der Innsbrucker Neutestamentler Boris Repschinski klar und lebendig heraus. Der Untertitel „alt, doch aktuell“ kennzeichnet dabei das Spannungsfeld, in dem sich die Evangelisten und ihre heutigen Interpreten gleichermaßen befinden: Die auf die Anfänge zurückblickende Erinnerung an Jesus ist für jede Zeit und jeden Ort immer wieder neu zu aktualisieren – eben weil Anruf...

Mirjam Schambeck: Biblische Facetten

20 Schlüsseltexte für Schule und Gemeinde
 
Mirjam Schambeck, eine in Dogmatik promovierte und mit einer religionspädagogischen Arbeit habilitierte Franziskanerin, lehrt als Professorin für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Die Verfasserin eröffnet ihr Buch mit einer Einleitung zu „Biblischen Facetten“ – so auch der Buchtitel. Vor die subjektiv ausgewählten „20 Schüsseltexte“ der Bibel ist ein aus zwei Kapiteln bestehender theoretischer Teil zu „Kontexte(n) biblischen Lernens“ und zur praxisbezogenen „bibeltheologischen Didaktik“ gestellt. Im dritten und vierten Kapitel werden die Texte des „Alten und Neuen Bundes“ durch text- und bildorientierte sowie „leibbezogene...