Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Ursula Silber / Bettina Eltrop / Bettina Wallmann: Was für ein Gott!

Seit geraumer Zeit versucht das Katholische Bibelwerk Stuttgart, der lectio divina als eigener Art und Weise, die Texte der Hl. Schrift in einem spirituellen Sinn zu lesen, mehr Stimme zu geben. Die einzelnen Schritte der lectio divina, der göttlichen Lesung, nämlich lesen – bedenken – beten – still vor Gott da sein – anders leben, die mehrfach wiederholt und immer wieder eingeübt werden, haben das eine Ziel, mit Hilfe der Hl. Schrift die persönliche Beziehung zu Gott (wieder neu) zu entdecken, zu entwickeln und zu leben. Daher veröffentlicht das Katholische Bibelwerk regelmäßig Lese- und Arbeitshilfen, die speziell der lectio divina dienen; so die hier vorgestellte Publikation „Was für ein Gott! Das Buch Jona lesen“.

Dieses Heft ist in seiner Praktikabilität sowohl für Leiterinnen und...

Isaac Kalimi: Untersuchungen zur Jüdischen Schriftauslegung und Theologie

Das 380-seitige Opus von Isaac Kalimi, Forschungsprofessor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ist für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe (vgl. Kerncurriculum gymnasiale Oberstufe: E2 „Gotteswort als Menschwort" und Q2 „Gott – verborgen und offenbar") und prinzipiell für den Verkündigungsauftrag der Kirchen im Hinblick auf das jüdische Schriftverständnis der Hebräischen Bibel im Rahmen des christlich-jüdischen Dialogs im Sinne der interkulturellen bzw. interreligiösen Begegnung sehr lesenswert.

Seit Ende des 2. Jahrhunderts bezeichnen wir Christen – die ersten Christen waren allesamt Juden – in Anlehnung an 2 Kor 3,14 den „TaNaK" fälschlicherweise als „Altes Testament". In den ersten sechs Kapiteln legt der Verfasser die Bindung bzw. Opferung Isaaks im Zusammenhang mit der...

Eberhard Schockenhoff: Frieden auf Erden?

Der Autor, Jahrgang 1953, ist katholischer Priester und Universitäts-Professor für Moraltheologie in Freiburg/Breisgau, u.a. Mitglied im Deutschen Ethikrat; dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit im Themenkreis Friedensethik. Auf diesem Hintergrund will er uns die provokative Kraft von Weihnachten als produktive Friedensbotschaft in einer de facto noch lange nicht heilen, friedvollen Welt erschließen.

Zwar ist das Weihnachtsfest einerseits in seinem substantiellen Grundgehalt oft verdunkelt durch eine diffuse, zivilreligiös inszenierte Eventkultur mit konsumistischer Kommerzialisierung im Bereich bürgerlicher Öffentlichkeit sowie durch gruppendynamische Zwänge im Familienleben. Dennoch hat das Fest andererseits jenseits der Glitzerwelt der Shoppingcenter und Christkindlmärkte für sehr...

Anton G. Leitner (Hg.): Der Himmel von morgen. Gedichte über Gott und die Welt

„Der Himmel von morgen“ – mit dieser poetischen, einem Gedicht entnommenen Zeile hat der Autor und Verleger Anton G. Leitner seine Gedichtsammlung überschrieben. Die 100 Gedichte von 91 bekannten und weniger bekannten zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern drehen sich – so der reichlich dehnbare Untertitel – um „Gott und die Welt“. Zu finden sind Gedichte unterschiedlicher Länge, zumeist ungereimt, aber auch höchst formvollendete wie das Sonett „Böhmisches Wegekreuz“ (111) von Christian Lehnert; außerdem hat der Herausgeber lautmalerische und Bildgedichte berücksichtigt. Der Vielfalt der dichterischen Formen entspricht die Vielfalt der aufgegriffenen Themen.

Dass Gott längst nicht mehr das Maß aller Dinge ist, führt Richard Dove in seinem Gedicht – wirklich ein Gedicht? – „Gott gemäß...

Egbert Ballhorn / Georg Steins / Regina Wildgruber / Uta Zwingenberger (Hg.): 73 Ouvertüren

Der Beginn eines Buches kann gefangen nehmen, fesseln, mitreißen, kurz: dem ersten Satz eines guten Buches wohnt ein Zauber inne. Unwillkürlich entscheidet sich, ob hier das Potenzial liegt, eine Geschichte entstehen zu lassen. Akteure werden die Bühne betreten, Handlungsstränge sich entfalten. Stimmt der Buchanfang darauf ein? Wenn es ein solches Buch gibt, das Geschichte hat entstehen lassen, so darf die Heilige Schrift das für sich in Anspruch nehmen. Offensichtlich sind die Anfänge derart, dass Leserinnen und Leser über Jahrhunderte es nicht mehr aus der Hand legen konnten.

Mit den „73 Ouvertüren“ ist ein sehr treffender Titel für die Buchanfänge der einzelnen Bücher der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments gewählt. So wie eine Ouvertüre anklingen lässt, was das Gesamtwerk...

Melanie Peetz: Das biblische Israel

Geschichte spielt sich in Raum und Zeit ab. Dass insbesondere biblische Texte nicht unabhängig von Raum und Zeit entstanden sind, zugleich aber über historische Wahrheiten hinausgehen, muss immer wieder neu vor Augen geführt werden, um nicht der Gefahr eines naiven Bibel-Positivismus zu erliegen. Eine hervorragende Hilfe, um gerade für alttestamentliche Texte deren Verwobenheit in Raum und Zeit zu sehen, ist Melanie Peetzs „Das biblische Israel“. Ihr gelingt es, die Dimensionen von Raum und Zeit, die geographischen, geologischen und historischen Grundbedingungen alttestamentlicher Texte kompakt und äußerst gut lesbar darzustellen.

Das Buch gliedert sich – abgesehen von der Einleitung und dem Anhang – in acht große Abschnitte, die sich an Epochen orientierten. In der Einleitung geht die...

Karlheinz Ruhstorfer (Hg.): Christologie

 

Mit vorliegendem Buch möchte der Herausgeber „eine gleichermaßen aktuelle und fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Person Jesu von Nazareth auf einem ersten Reflexionsniveau“ (12) bieten. Diese Vorgabe haben die Autoren des Bandes eingelöst. Sinnvollerweise hält sich auch diese „Christologie“ an die vielfach bewährte Aufteilung in zwei biblische Teile sowie einen historischen und einen systematischen Teil.

Oliver Dyma geht den messianischen Erwartungen im Alten Testament nach (15-68). Als besondere Ausdrucksformen für Israels Hoffnung auf die Durchsetzung der Königsherrschaft Gottes können sie innergeschichtlich oder eschatologisch gedacht werden (15). Grundgelegt sind sie in der Königstheologie und -ideologie im Bannkreis der davidischen Dynastie, deren faktischer...