Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Martin Blay / Michael Winklmann (Hg.): Philosophieren über Gott und die Welt mit Calvin und Hobbes

Es gehört zu den elementaren Aufgaben einer modernen Theologie, ihr notwendiges Verhältnis zur Philosophie zu reflektieren und immer wieder neu zu bestimmen. Will der christliche Glaube seinem Anspruch auf allgemeine Rationalität gerecht werden, so müssen neuzeitliche, moderne und postmoderne Philosophien aufgegriffen und für die Theologie erschlossen werden. Diese komplexe Herausforderung führt konsequenterweise dazu, dass die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen ihren festen Ort in den Curricula der Schulen und Universitäten besitzt. Gleichzeitig stellt sich für Verantwortliche in religiösen Lern- und Bildungsprozessen die Frage immer wieder neu, wie philosophische Themen didaktisch ansprechend aufgearbeitet werden können.

Dieses Desiderat war Anlass für die beiden jungen...

SAID: Ich, jesus von nazareth

Mit theologischen Kriterien kommt man diesem Büchlein nicht bei. Denn es ist ein ganz und gar literarisches Werk, das in prophetischer Sprache die politische und humanistische Botschaft seines Autors verkündet.

„ich, jesus von nazareth“ ist formal ein Prosagedicht, gegliedert in unterschiedlich lange „Strophen“. Inhaltlich ist es eine Zeitkritik, die der Autor als Mahn- und Drohrede dem biblischen Jesus in den Mund legt. Es ist eine Rede im Stil prophetischer Verkündigung, ein Spiel mit religiösen Bildern und Vorstellungen. Die Gedankenführung ist assoziativ, überspringt Zeiten und sprengt gedankliche Ordnungen und dogmatische Setzungen. Kurze thesenartige Sätze mit ebenso knappen Begründungen nähern den Text der gesprochenen Sprache an; Wiederholungen und Wortreihungen bewirken seine...

Thomas Menges / Martin W. Ramb (Hg.): Patrick Roth: Die Christus Trilogie

Über den Sinn und die Existenzberechtigung des schulischen Religionsunterrichts in Deutschland entbrennt in gewisser Regelmäßigkeit eine kontrovers geführte Diskussion. Am Anfang dieses Jahres wurde sie erneut angestoßen durch einen nahezu ganzseitigen Artikel des prominenten Journalisten Jürgen Kaube im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Erfreulicherweise plädiert weder Kaube noch die Mehrheit der Stimmen, die sich in der Debatte zu Wort gemeldet haben, für eine Abschaffung des schulischen Religionsunterrichts zugunsten eines Pflichtfachs Ethik, allerdings muss, darin ist Kaube Recht zu geben, der intellektuelle Anspruch des Religionsunterrichts, damit dieser attraktiv und allseits geschätzt bleibt, dringend erhöht werden. Eine hin und wieder festzustellende Verengung auf...

Wolfgang Vogl: Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste Lesejahr C

Mit der vorliegenden Veröffentlichung legt der Augsburger Professor für Theologie des geistlichen Lebens den dritten Band seiner „Meisterwerke der christlichen Kunst“ vor. Ziel des Autors ist es, mit Hilfe von Bildern aus der klassischen christlichen Kunst die Botschaft der Sonntage und Hochfeste des Lesejahres C zu erschließen. Die 72 Kapitel des Buches folgen dem Ablauf des Kirchenjahres, beginnend mit dem 1. Adventssonntag und endend mit dem 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis. Die einzelnen Kapitel sind so aufgebaut, dass zunächst die Evangelienperikopen, gelegentlich auch Lesungen aus dem AT und den Apostelbriefen vorgestellt und kurz interpretiert werden. Ein erster Zugang zu dem entsprechenden Kunstwerk erfolgt, indem der Autor seinen theologie- oder...

Angela Knaupp (Hg.)unter Mitarbeit von Andrea Spans: Raumkonzepte in der Theologie

AGENDA, das Forum katholischer Theologinnen e.V., hat im Jahre 2015 eine Tagung zum Thema „Raumkonzepte in der Theologie“ durchgeführt. Die dort gehaltenen Vorträge werden in der vorliegenden Veröffentlichung dokumentiert. Dabei greifen die Autorinnen auf eine in den Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelte Raumtheorie zurück, in der der Raum nicht mehr als eine statische und festumrissene Größe, sondern als ein dynamisches und für viele Einflüsse offenes Beziehungsarrangement verstanden wird. Ob ein solches Paradigma („spatial turn“) auch für die Theologie als hermeneutisches Prinzip erkenntnisfördernd ist, untersuchen die in diesem Band versammelten Beiträge. Denn zweifellos spielen Räume auch in der von Judentum und Christentum geprägten religiösen Tradition und ihren Theologien...

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten

Allen Eltern, die nicht wissen, was sie ihren Kindern zu Weihnachten Sinnvolles schenken können, sei der neue Sams-Band von Paul Mahr wärmstens empfohlen. Denn „Das Sams feiert Weihnachten“ bietet nicht nur kindergerechte Unterhaltung, sondern auch Grundwissen rund um das Weihnachtsfest an. Das Buch macht beinahe unauffällig und auf wunderbare Weise bewusst, worum es an Weihnachten wirklich geht – um die Ankunft des Friedensfürsten, was sich bis in den allerkleinsten Winkel des Alltags auswirken kann.

Es ist schon einige Zeit ins Land gegangen, dass das Sams plötzlich vor dem schüchternen Herrn Taschenbier stand und dessen Leben auf den Kopf stellte. Nun feiert das wortgewandte und dichterisch begabte Sams sein erstes Weihnachtsfest. Zusammen mit seinem Papa Taschenbier erlebt es, was man...

Jutta Koslowski: Die Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit des Andrej Rublev

Während westliche Theologie die Trinitätslehre vornehmlich als Gegenstand theologischer Spekulation betreibt, stellt die evangelische Theologin Jutta Koslowski das Mysterium der Dreifaltigkeit als Brennpunkt russisch-orthodoxer Liturgie vor – einzigartig geschrieben im 15. Jahrhundert durch den Mönch Andrej Rublev (Rubljov).

Einer kurzen Exegese des biblischen Referenztextes der Ikone in Genesis 18 folgt eine bebilderte kunstgeschichtliche Revue des Themas, geschichtlich verortet in die zeitgleich zur Entstehung der Dreifaltigkeitsikone sich ereignende Nationbildung Russlands im Kampf gegen die Tartaren und die trinitätstheologische Formung der Religiosität der Russen durch deren Nationalheiligen Sergiej von Radonesh.

Vielfältige ineinandergreifende Kompositionsschemata, Informationen...

Georg Langenhorst: Toter Regens – Guter Regens

Krimis dominieren die Abendprogramme des Fernsehens und die Auslagen der Buchhandlungen. Sie gewinnen ihre Attraktivität aus dem aufzuklärenden Fall und aus dem kulturellen oder sozialen Umfeld, in dem die Handlung angesiedelt ist. Was liegt für einen Theologen, der sich als Krimiautor erproben möchte, näher, als das ihm vertraute Kirchenmilieu zur Bühne seines Romans zu wählen? Georg Langenhorst ist Professor für Praktische Theologie und ein ausgewiesener Fachmann für Themen im Überschneidungsbereich von Literatur und Theologie. Im vorliegenden Buch wechselt er die Rolle: der Interpret wird zum Autor, der Wissenschaftler zum Erzähler.

Tatort ist das Priesterseminar einer süddeutschen Bischofsstadt „Friedensberg“. Dort wird an einem Montagmorgen der angesehene und als künftiger...