Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Martin W. Ramb / Holger Zaborowski (Hg.): Heimat Europa?

Der diesjährige Begleitband zum Kultursommer Rheinland-Pfalz widmet sich der Frage, „inwiefern Europa als Heimat gedacht werden kann und soll“. Über deren Aktualität muss kein Wort verloren werden. Die 35 Autoren des Sammelbandes suchen mit den unterschiedlichsten Zugängen und Stilmitteln nach Antworten darauf. Ihre Perspektiven sind so vielfältig wie ihr persönlicher Hintergrund. Philosophen und Theologen, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, eine Gewerkschafterin, ein Benediktinermönch, ein Erzbischof, ein Kardinal, ein Fernsehkoch und selbst ein Prinz aus der äthiopischen Kaiserfamilie haben aus ihrer jeweiligen Sicht zu diesem Gemeinschaftswerk beigetragen, eine interessante und vielversprechende Zusammenstellung also. Da den Autoren keine bestimmte Definition von Heimat vorgegeben...

Luzia Schlösser (Hg.): Licht-Zeichen. Die Kunst von Johannes Schreiter

Er hat unzählige farbige Kirchenfenster in ganz Deutschland und weit darüber hinaus geschaffen. Seine „Licht-Zeichen“ sind im Bistum Limburg etwa in Frankfurt – in der Festeburgkirche Preungesheim (1968), in der Kapelle des Rhein-Main-Flughafens (1984) und in der Wahlkapelle des Frankfurter Doms (1993) – sowie in Limburg – in der Marienkapelle des Doms (1976) und jüngst in der Bischofskapelle (2011/12) – präsent. An der Städelschule in Frankfurt wirkt er von 1963 bis 1987 als Professor für freie Malerei und Grafik; seine zur Heimat gewordene Stadt Langen ernennt ihn 2013 zum Ehrenbürger. So ist es nur konsequent, dass das Deutsch Glasmalerei-Museum Linnich dem bald 90-jährigen Johannes Schreiter, der zu den weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Glasmalern zählt, eine konzentrierte...

Antje Mickan / Thomas Klie / Peter A. Berger (Hg.): Räume zwischen Kunst und Religion

Mit dem aktuellen Verhältnis von Kunst und Religion befasst sich der vorliegende Sammelband, der die Referate eines Workshops der Universität Rostock im März 2016 dokumentiert. Diesem wiederum liegt ein DFG-Forschungsprojekt zum Thema „Märkte des Besonderen. Religionshybride Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern“ zugrunde. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die spannende Frage, welche neuen Formen von Religiosität sich im Grenzgebiet von moderner Kunst und traditionellem Glauben beobachten lassen. Denn einerseits bilden sich quasireligiöse Verhaltensweisen im Umgang mit Kunst heraus, andererseits erodieren in der ostdeutschen Provinz Mecklenburg-Vorpommern wie auch anderswo Praktiken kirchennaher Frömmigkeit.

Die Dokumentation enthält grundsätzliche theoretische Überlegungen und gibt...

Martin Blay / Michael Winklmann (Hg.): Philosophieren über Gott und die Welt mit Calvin und Hobbes

Es gehört zu den elementaren Aufgaben einer modernen Theologie, ihr notwendiges Verhältnis zur Philosophie zu reflektieren und immer wieder neu zu bestimmen. Will der christliche Glaube seinem Anspruch auf allgemeine Rationalität gerecht werden, so müssen neuzeitliche, moderne und postmoderne Philosophien aufgegriffen und für die Theologie erschlossen werden. Diese komplexe Herausforderung führt konsequenterweise dazu, dass die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen ihren festen Ort in den Curricula der Schulen und Universitäten besitzt. Gleichzeitig stellt sich für Verantwortliche in religiösen Lern- und Bildungsprozessen die Frage immer wieder neu, wie philosophische Themen didaktisch ansprechend aufgearbeitet werden können.

Dieses Desiderat war Anlass für die beiden jungen...

SAID: Ich, jesus von nazareth

Mit theologischen Kriterien kommt man diesem Büchlein nicht bei. Denn es ist ein ganz und gar literarisches Werk, das in prophetischer Sprache die politische und humanistische Botschaft seines Autors verkündet.

„ich, jesus von nazareth“ ist formal ein Prosagedicht, gegliedert in unterschiedlich lange „Strophen“. Inhaltlich ist es eine Zeitkritik, die der Autor als Mahn- und Drohrede dem biblischen Jesus in den Mund legt. Es ist eine Rede im Stil prophetischer Verkündigung, ein Spiel mit religiösen Bildern und Vorstellungen. Die Gedankenführung ist assoziativ, überspringt Zeiten und sprengt gedankliche Ordnungen und dogmatische Setzungen. Kurze thesenartige Sätze mit ebenso knappen Begründungen nähern den Text der gesprochenen Sprache an; Wiederholungen und Wortreihungen bewirken seine...

Thomas Menges / Martin W. Ramb (Hg.): Patrick Roth: Die Christus Trilogie

Über den Sinn und die Existenzberechtigung des schulischen Religionsunterrichts in Deutschland entbrennt in gewisser Regelmäßigkeit eine kontrovers geführte Diskussion. Am Anfang dieses Jahres wurde sie erneut angestoßen durch einen nahezu ganzseitigen Artikel des prominenten Journalisten Jürgen Kaube im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Erfreulicherweise plädiert weder Kaube noch die Mehrheit der Stimmen, die sich in der Debatte zu Wort gemeldet haben, für eine Abschaffung des schulischen Religionsunterrichts zugunsten eines Pflichtfachs Ethik, allerdings muss, darin ist Kaube Recht zu geben, der intellektuelle Anspruch des Religionsunterrichts, damit dieser attraktiv und allseits geschätzt bleibt, dringend erhöht werden. Eine hin und wieder festzustellende Verengung auf...

Wolfgang Vogl: Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste Lesejahr C

Mit der vorliegenden Veröffentlichung legt der Augsburger Professor für Theologie des geistlichen Lebens den dritten Band seiner „Meisterwerke der christlichen Kunst“ vor. Ziel des Autors ist es, mit Hilfe von Bildern aus der klassischen christlichen Kunst die Botschaft der Sonntage und Hochfeste des Lesejahres C zu erschließen. Die 72 Kapitel des Buches folgen dem Ablauf des Kirchenjahres, beginnend mit dem 1. Adventssonntag und endend mit dem 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis. Die einzelnen Kapitel sind so aufgebaut, dass zunächst die Evangelienperikopen, gelegentlich auch Lesungen aus dem AT und den Apostelbriefen vorgestellt und kurz interpretiert werden. Ein erster Zugang zu dem entsprechenden Kunstwerk erfolgt, indem der Autor seinen theologie- oder...

Angela Knaupp (Hg.)unter Mitarbeit von Andrea Spans: Raumkonzepte in der Theologie

AGENDA, das Forum katholischer Theologinnen e.V., hat im Jahre 2015 eine Tagung zum Thema „Raumkonzepte in der Theologie“ durchgeführt. Die dort gehaltenen Vorträge werden in der vorliegenden Veröffentlichung dokumentiert. Dabei greifen die Autorinnen auf eine in den Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelte Raumtheorie zurück, in der der Raum nicht mehr als eine statische und festumrissene Größe, sondern als ein dynamisches und für viele Einflüsse offenes Beziehungsarrangement verstanden wird. Ob ein solches Paradigma („spatial turn“) auch für die Theologie als hermeneutisches Prinzip erkenntnisfördernd ist, untersuchen die in diesem Band versammelten Beiträge. Denn zweifellos spielen Räume auch in der von Judentum und Christentum geprägten religiösen Tradition und ihren Theologien...