Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Johann Hinrich Claussen: Gottes Bilder. Eine Geschichte der christlichen Kunst

„Gottes Bilder“ ist keine bildtheologische Monografie, sondern richtet sich in erster Linie an Personen, die an einer Erschließung der ihnen mehr oder weniger vertrauten christlichen Bilderwelt interessiert sind. Mit den ausgewählten 72 Bildwerken setzt Johann Hinrich Claussen, seit 2006 Kulturbeauftragter der EKD, einen ganz eigenen Akzent.

Er inszeniert seine „Geschichte der christlichen Kunst“ als Gang durch zwölf „Säle“, die chronologisch angeordnet sind und sich unabhängig voneinander besuchen lassen. Das ist möglich, weil der Verfasser „keine universale These über den Sinn und den Zweck christlicher Bildwerke“ (16) entwickelt, wohl aber einige Leitgedanken verfolgt. So stellt er heraus, dass die meisten besprochenen Werke zur Zeit ihrer Entstehung nicht als „Kunst“ verstanden...

Isabelle Dolezalek (Hg.): Fenster für bewegtes Licht // Window for moving light

Am 7. April 2024 wurden im Chor des Greifswalder Doms St. Nikolai neue Fenster eingeweiht; am 5. September wurde der 250. Geburtstag des in Greifswald geborenen Malers, Grafikers und Zeichners Caspar David Friedrich gefeiert. Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden Ereignissen?

Eine erste biografische Verbindung besteht darin, dass Friedrich 1774 in St. Nikolai getauft wurde; er wurde zu dem romantischen Künstler schlechthin. – Für ihre Kirche initiierte die Domgemeinde das Projekt „Dom romantisch“, das einen Ersatz der weißen Kirchenfenster des Chors durch eine farbige Verglasung anstrebte. Um dieses Projekt einordnen zu können, ist ein kurzer Rückblick auf die Baugeschichte erforderlich.

Um 1370/80 entstand im Stil der Backsteingotik die später erweiterte und umgebaute...

Wolfgang Kemp: Irgendwie so total spannend. Unser schöner neuer Sprachgebrauch

Der Kunsthistoriker Wolfgang Kemp, der, inspiriert durch zahlreiche Beobachtungen zum Sprachgebrauch, an seine schon 2022 in der FAZ vorgetragene Sprachkritik (12) anschließt, legt mit diesem kleinen Buch einen Essay vor: In drei Teilen konstatiert, kommentiert und kritisiert er folgende Phänomene heutiger v.a. gesprochener Sprache an Beispielen: die neue Nutzung von Partikeln, Sprachräson und Adjektiven.

Unter den Partikeln, deren Nutzung der Autor v.a. in Podcasts (des DLFs) untersucht, würden Worte wie „irgendwie“, „ein Stück“, „sozusagen“, gepaart mit „Wohlfühl- und Wertschätzungssignalen“ („Ich bin ganz bei Dir“) als „Streicheleinheit“ für den Gesprächspartner neben ihren Gegenteilen „absolut“, „total“ (8) genannt – „Umgehungsdeutsch“ (31) neben „Ultra-Deutsch“ (29) als „Jargon der...

Justus Geilhufe: Gott und die Schönheit. Entdeckungen in der atheistischen Gesellschaft

Es sticht ins Auge, das Büchlein in leuchtendem Pink, mit dem Neugierde weckenden Titel „Gott und die Schönheit“. Und auch der Untertitel macht Lust, hineinzulesen: „Entdeckungen in der atheistischen Gesellschaft“. Justus Geilhufe, promovierter evangelisch-lutherischer Theologe und Pfarrer in Sachsen, macht sich in seinem Essay auf die Suche: nach Gott, dem Glauben, der Schönheit. Sie führt ihn durch denkbar unterschiedliche Gegenden und Milieus, irgendwo zwischen Technoclub und Kloster. Was auf den ersten Blick diametral entgegengesetzt steht, ist die Basis für einen Roadtrip, der in der Taufe seines Freundes Matej mündet.

Kennengelernt haben sich der Journalist und der Theologe bei einer Recherche für einen Artikel über die Zeit der Wende, Ostdeutschland und wie Christen diese Zeit...

Karen Köhler: Himmelwärts. Roman. Mit Illustrationen von Bea Davies

Wenn Trauer und Hoffnung das Herz füllen, braucht es kreative Lösungen für den Blick nach vorn. Wie gut, wenn man eine Freundin wie YumYum hat, die ein Funkgerät bauen kann und die reich an Mitgefühl ist. So kann sich die zehnjährige Toni auf empathische Begleitung in ihrer Trauer um ihre Mutter verlassen und beide Mädchen erleben eine ganz besondere Nacht. Das mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2025 ausgezeichnete Kinderbuch lädt zum Miterleben dieser Nacht in Text und Bild ein.

Tonis Mutter ist an Krebs gestorben. Wegen der großen Vermissung (30) wollen Toni und ihre Freundin YumYum versuchen, mit einem selbst gebauten kosmischen Radio Kontakt zu Tonis Mutter aufzunehmen. Für dieses Vorhaben besorgen sie sich heimlich allerlei Süßigkeiten, sie haben Tonis Vater als...

Ute Lonny-Platzbecker / Paul Platzbecker / Martin W. Ramb / Cornelia Steinfeld (Hg.) Pilger der Hoffnung. Impulse zu den Königsfiguren von Ralf Knoblauch

In einer Welt, die oft laut, grell und verletzend ist, lädt dieses Buch zum Innehalten ein. „Pilger der Hoffnung“ ist mehr als eine Sammlung von Texten und Bildern – es ist ein stiller Ruf nach Würde, Menschlichkeit und Hoffnung. Im Kontext des Heiligen Jahres 2025, das unter dem Motto Pilger der Hoffnung steht, wird dieses Werk zu einem spirituellen Wegbegleiter. Die vielfältigen Beiträge geben Impulse für ein inneres Pilgern unterwegs mit Gott zu sich selbst und zu den Mitmenschen.

Die Königsfiguren des Diakons und Holzbildhauers Ralf Knoblauch, schlicht aus Holz gefertigt, haben eine große Ausstrahlung auf Kinder und Erwachsene über Nationen hinweg. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Figuren selbst zu Pilgern werden: Sie wandern durch verletzte Lebensräume, durch Orte, an denen die...

Birgit Kastner (Hg.): Werke der Barmherzigkeit – Werke des Lichts. St. Elisabeth in Bamberg und die Fenster von Markus Lüpertz

Die Bamberger Altstadt ist seit 1993 UNESCO Weltkulturerbe. Nun ist eine weitere Sehenswürdigkeit hinzugekommen: Unweit der bekannten Brauereigaststätte Schlenkerla nahe der Regnitz liegt die äußerlich unscheinbare Kirche St. Elisabeth, die zwischen 2019 und 2022 acht von Markus Lüpertz entworfene Fenster erhielt. Sie tauchen den einschiffigen spätgotischen Bau in ein ganz zauberhaftes Licht, das je nach Tageszeit anders einfällt und die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann zieht. Dem geht das vorliegende Buch nach.

Ende des 19. Jahrhunderts erwirbt die Stadt die einstige Spitalkirche, lässt sie sanieren und im Stil der Neugotik ergänzen. Erhalten sind der Hochaltar (die Statue der Kirchenpatronin Elisabeth von Thüringen stammt aus dem 15. Jahrhundert) und das darauf abgestimmten...

Cornelia Steinfeld (Hrsg.): Die Bibel in Formen und Farben II

Zukunft, das ist der Ausblick, die Vision, die wir alle brauchen: Helle orangefarbene Kreise mit dem göttlichen Funken als weißer Kreis in der Mitte. Das Titelbild der Fortsetzung des Buches „Die Bibel in Formen und Farben“ von Cornelia Steinfeld startet mit unterschiedlichen Farben in die Zukunft: Hell und Dunkel – immer der göttlichen Mitte bewusst.

Es ist die Stärke des Buches, dass unterschiedliche Menschen und Generationen zu Wort kommen. Beim Titelbild sind es die Kinder mit ihren Wünschen und Vorstellungen von ihrer Zukunft, es sind die Wünsche nach Gemeinschaft, Geborgenheit und einer gesunden Natur sowie nach Verständigung und Kompromissen ohne Krieg. Und immer offen die Frage bei jeder der 42 Grafiken: Was siehst Du? Ansichtssache – die Sicht auf die Bilder verbindet. Vielfalt,...