Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Rainer Oberthür: Die Kinderbibel. Eine Entdeckungsreise

Wer geht nicht gerne auf eine Reise? Auf eine Entdeckungstour in acht Stationen und vier Zwischenhalts wird mitgenommen, wer sich mit Rainer Oberthür durch seine Kinderbibel auf den Weg macht. Der Wegweiser ist dabei die Frage: Gibt es Gott wirklich?

Der Schwerpunkt der Reise liegt bei dieser Bibelausgabe für Kinder im Alten Testament, oder besser gesagt im „Ersten“ Testament, um bei der Sprache des Autors zu bleiben. Vorgestellt werden Bibelstellen, in denen Menschen Gott in den verschiedensten Weisen begegnen: Mose, Hiob und Ruth sind ebenso vertreten wie Adam und Eva. Eingebettet in erklärende Begleittexte werden die Lesenden an die Bibelgeschichten herangeführt. Die farbliche Gestaltung des jeweiligen Abschnittes verdeutlicht, in welchem Text man gerade unterwegs ist. Die Erklärungen...

Heike Bold / Dortje Treiber: Schule inklusionsorientiert gestalten

 

Die beiden Autorinnen Heike Bold (Grundschullehrerin, Mitarbeiterin am Staatlichen Schulamt und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrkräftebildung in Baden-Württemberg) und Dortje Treiber (Schulsozialarbeiterin und Inklusionspädagogin) bringen vielfältige, schulische Erfahrungen mit, die in dem vorliegenden Werk Anregungen für eine inklusionsorientiere Schulpraxis bieten.

In einem Grußwort werdenzentrale Intentionen des Werkes als„eine Zusammenstellung … und Grundlegungen für eine inklusive Pädagogik“ (8) benannt, die pädagogisch Tätige dabei unterstützen sollen, sich besser den Herausforderungen im inklusiven Unterricht stellen zu können. Jedes Kapitel schließt mit Antworten auf die Frage: „Was bedeutet dieses Thema für mich in meiner pädagogischen Arbeit?“ ab und fügt hierfür...

Maya C. Klinger: Wie ein Foto unser Leben rettete. Die wahre Geschichte der Familie Mandil

Maya Klinger erzählt in ruhiger und sensibler Weise, ohne in unangemessene Sentimentalität zu verfallen, aus der Ich-Perspektive des fünfjährigen Gavra Mandil die Geschichte seiner Familie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es handelt sich um die Darstellung der realen Erlebnisse der Familie Mandil, die nach dem Einmarsch der Deutschen in Jugoslawien zur Flucht aufgrund drohender Deportation gezwungen ist. Dabei gelingt es Maya Klinger in kindgerechter, Empathie schaffender Sprache, die Ängste und Sorgen Gavras spürbar werden zu lassen, der nicht versteht, warum Judesein lebensgefährlich geworden ist und er mit seiner Familie die Heimat verlassen muss. Die Schrecken des Krieges werden nicht detailreich geschildert, jedoch ist eindeutig nachzuvollziehen, dass die Angst vor den deutschen...

Über Jesus Christus sprechen im Religionsunterricht heute Theologische Grundlagen – Ökumenische Orientierungen – Didaktische Perspektiven

 

„Wer ist Jesus Christus?“ oder „In welchem Verhältnis steht er zu Gott?“ Diese und weitere Fragen nach Jesus (als) Christus und Sohn Gottes sind so alt wie das Christentum selbst und bilden seit jeher den Ausgangspunkt christlicher Reflexions- und Profilierungsbemühungen. Die frühen Christen hatten um diese Fragen nach der Identität des jüdischen Wanderpredigers lange gerungen und teils hitzig gestritten, bis die ersten Ökumenischen Konzilien – allen voran das Konzil von Nizää – durch ihre Lehrentscheidungen erstmals eine ebenso verbindliche wie bis heute überkonfessionell verbindende Klarheit geschaffen haben.

Wenn aber (bzw. falls) Schülerinnen und Schüler heute im Religionsunterricht (RU) nach Jesus Christus fragen, sind ihre Anfragen weniger dogmatischer als vielmehr individueller...

Arnulf von Scheliha / Hinnerk Wissmann: Religionsunterricht 4.0

Arnulf von Scheliha (*1961) ist Professor für theologische Ethik an der Fakultät für evangelische Theologie in Münster, Hinnerk Wißmann (*1971) lehrt öffentliches Recht an der Universität Münster, unter anderem mit dem Schwerpunkt Religionsrecht. Beide Autoren begründen den Religionsunterricht mit der Freiheitsorientierung der Akteure im Bildungsbereich. Denn wenn die Schule, die zu besuchen in Deutschland Pflicht für alle ist, nicht offen wäre für Religion in ihrer Vielfalt, dann wäre Freiheit eingegrenzt.

Darum ist der Religionsunterricht, anders als jedes andere Schulfach, Gegenstand des Verfassungsrechts; in der Weimarer Verfassung waren ihm die Artikel 143 bis 149 gewidmet, im Grundgesetz Artikel 7 Absatz 3. Damit verpflichtet sich der weltanschaulich neutrale Staat zur...

Christian Masrourchehr: Zur Wahrheit ermuntern. Parrhesiasensible Zugänge für einen zeitgemäßen Religionsunterricht

Paulus, heißt es in Apg 28, 31, verkündete in Rom das Reich Gottes und sprach mit Freimut über Christus. Knapp zweitausend Jahre später, in unserer säkularen Welt, die von einer Pluralisierung des Wahrheitsbegriffs und durch mediale, ideologisch orchestrierte Erregungsdiskurse geprägt wird, scheint es schwierig zu sein, freimütig über den Glauben zu sprechen – selbst dort, wo ein solches Sprechen ermöglicht und eingeübt werden sollte: im Religionsunterricht. Doch das Verschweigen von Glaubensüberzeugungen oder aber ein bloßer Meinungsaustausch ohne existentielle Verbindlichkeit sind für den Aachener Religionspädagogen Christian Masrourchehr keine Optionen. In seiner Dissertation nimmt er deshalb die Stelle aus der Apostelgeschichte zum Ausgangs- und Orientierungspunkt, um trotz der...

Susanne Schwarz unter Mitarbeit von Matthias Sand: Religionsunterricht aus der Perspektive von Schüler*innen

Bei dem Buch „Religionsunterricht aus der Perspektive von Schüler*innen. Eine repräsentative Studie in Rheinland-Pfalz“ handelt es sich um eine Forschungsarbeit, deren Rezeption auf den Bereich universitärer, rein empirisch ausgerichteter Religionspädagogik beschränkt bleiben dürfte. Schon der Ertrag für religionsdidaktisch Interessierte fällt nicht überwältigend aus, noch weniger profitiert der Religionslehrer, der sich (mit seiner Fachkonferenz) die Frage stellt, wie der Trend zum Schülerschwund im Religionsunterricht und die zunehmende Hinwendung zum Alternativfach Ethik gestoppt bzw. umgekehrt werden könnte.

Der Rezensent hat in den vergangenen 25 Jahren die Veränderungen im Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe an rheinland-pfälzischen Gymnasien miterlebt:...

Franziska Greiner-Döchert / Friederike Carlotta Grabowski: Schulangst. Verstehen und pädagogisch begleiten

Angststörungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Betroffenen fallen nicht immer sofort auf. Oft verhalten sie sich eher ruhig und angepasst. Dadurch werden sie leicht übersehen. Erst im Zusammenhang mit vermehrten Fehlzeiten werden Lehrkräfte aufmerksam. Mitunter kommen sie dann vorschnell zur Diagnose „kein Bock“ und übersehen die zugrundeliegende Angstthematik – zumal Betroffene selbst in der Regel nicht gerne offen über ihre Ängste sprechen.

Mit dem vorliegenden Band aus der Reclam-Reihe „Bildung und Unterricht” greifen Franziska Greiner-Döchert und Friederike Carlotta Grabowski dieses wichtige Thema auf. Sie geben einen komprimierten und gut verständlichen Überblick zu schulbezogenen Ängsten. Zugleich stellen...