Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Jens Palkowitsch-Kühl: Digitale Medien im Religions- und Ethikunterricht

Jens Palkowitsch-Kühl ist Referent für digitale Bildung am Religionspädagogischen Zentrum der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Das vorliegende Buch ist seine Promotionsarbeit, wodurch der wissenschaftliche Schwerpunkt des Werkes definiert ist: Über die Hälfte der Schrift widmet sich der theoretischen Einordnung und Darstellung der Frageordnung, ergänzt vom zweiten Block, der die Methodik der Untersuchung umfasst; auf rund 80 Seiten werden die Untersuchungsergebnisse und eine Diskussion dieser dargestellt. Es zeigt sich somit schon zu Beginn der Rezension, dass das Werk nicht für jede Ethik- bzw. Religionslehrkraft von Relevanz ist, da der wissenschaftliche Zugriff vor dem unmittelbaren unterrichtlichen Mehrwert steht. Nichtsdestoweniger ist die Lektüre für diejenigen Lehrkräfte und Lehrenden...

Michael Felten: „Schwierige“ Schüler

„Schwierige“ Schülerinnen und Schüler gibt es in allen Schulformen und Jahrgangsstufen. Möglicherweise hat ihre Zahl zugenommen und hängt dies mit einer stärkeren Verunsicherung von Eltern zusammen. Wer pädagogisch arbeitet und denkt, weiß: Patentlösungen gibt es nicht. Vermeintlich schnell wirksame „Rezepte“ wirken allenfalls kurzfristig durch Druck, lösen aber selten ein Problem dauerhaft.

Das vorliegende kleine Bändchen in der Reihe „Bildung und Unterricht“ des Reclam-Verlages räumt von vornherein ein, keine Patentrezepte zu haben. Außerdem beteiligt es sich ausdrücklich nicht an der schulpolitischen Diskussion über Rahmenbedingungen, personelle Ausstattung, Klassengrößen etc. Das Augenmerk liegt schlicht auf der Frage: Was kann eine einzelne Lehrkraft (oder vielleicht auch zwei, die...

Julian Nida-Rümelin / Klaus Zierer: Demokratie in die Köpfe. Warum sich unsere Zukunft in den Schulen entscheidet

Bei der Landtagswahl in Bayern erreichten CSU (37%) und Freie Wähler (15,8%) wieder eine Mehrheit, die AfD gelangte mit 14,6%, die Grünen mit 14,4% und die SPD mit 8,4% in den Landtag. Die Wähler mit hohem Bildungsabschluss hätten die Regierung Söder/Aiwanger hingegen abgewählt (31+11%) und der AfD ein Drittel weniger Stimmen gegeben, dafür den Grünen 27 und der SPD 9 Prozent. Es liegt dem hier anzuzeigenden Werk zwar fern, seine nach separaten Vorworten miteinander verbundenen demokratie- und bildungstheoretischen Texte parteipolitisch oder auf formale Bildungsabschlüsse zu fokussieren, doch den grassierenden Populismus verstehen sie als Gefahr für die Rationalität der liberalen Demokratie. Ihr Haupttitel mag etwas nach „Nürnberger Trichter“ klingen, doch ihr Plädoyer für mehr...

Christoph Thoma: Gott im Schatten der Religionspädagogik

Die Organisation des Religionsunterrichts ist in allen westdeutschen Bundesländern in Bewegung begriffen. Der Umstieg vom konfessionellen auf den konfessionell-kooperativen RU ist mittlerweile flächendeckend auf den Weg gebracht worden. Niedersachsen geht mit der Einführung eines von den Kirchen gemeinsam verantworteten christlichen RU noch einen Schritt weiter und Hamburg stellt sogar auf RUFA 2.0 um, da Multireligiosität und Multikulturalität in einer Millionenstadt religionspädagogisch-organisatorisch anders offensichtlich nicht mehr zu bewältigen sind. Die Frage, welche Konsequenzen aus der Wahl der RU-Organisationsform für die Begründung des Faches sowie dessen inhaltliche Ausgestaltung gezogen werden müssten, wird erst in jüngster Zeit systematisch reflektiert. Mit Interesse greift...

Christoph Beuers / Jochen Straub: Die Farben des Glaubens. Die Sakramente

Das vorliegende Buch bringt in einfacher Sprache ein im religionspädagogischen Bereich eher selten thematisiertes Thema nahe: die sieben Sakramente. Gleich zu Beginn wird in der „Einladung“ erklärt, dass Sakramente ein Geschenk sind – genauer gesagt ein „Beziehungs-Geschenk“ –, denn „Gott will mit uns zusammenkommen“. Jedes Sakrament wird mit Hilfe einer Farbe eingeführt, denn „Sakramente bringen Farben ins Leben“. Von der Farbe Blau für die Taufe, bis zum Rot für das Sakrament der Ehe entsteht ein bunter Regenbogen, denn „Der Regenbogen ist das erste Sakrament von Gott“.

Besonders ansprechend finde ich, dass ausgehend von den Sinnen korrelativ an das Sakrament herangeführt wird. So werden zu Beginn ganzheitliche Erfahrungen vermittelt. Es beginnt immer mit: „Ich sehe“ und „Ich fühle“....

Esther Göbel / Helmut Jansen: Die Bibel in Sketchnotes

Dieses Buch enthält Auslegungsideen für die Sonntagsevangelien sowie Visualisierungen der Text- und Erklärungselemente. In verlinkten Videos kann man die Entstehung der Zeichnung aus der Auslegung auf YouTube miterleben. „Sketchnote“ bezeichnet die Visualisierung eines Textes mit Skizzen, Texten und Strukturen in zweidimensionaler Anordnung.

Die Texte und Visualisierungen, die Esther Göbel und Helmut Jansen erarbeiten, nutzen verschiedene Herangehensweisen. Übertragen in die moderne Welt wird Jesus „Influencer“ genannt, seine Jünger sind „Follower“ und der geheilte Aussätzige „twittert fröhlich durch alle Gassen“. Mentales Chaos wird gezeichnet als Wirbel moderner Kommunikationsmittel, eine Idee als modernes Leuchtmittel. Zu den Auslegungen gehört die Erklärung von Sachverhalten, etwa...

Willeke Brouwer: Die Bibel. Graphic Novel

Haben Sie Erfahrungen mit dem Zusammensuchen von einzelnen kopierbaren Seiten mit verständlicher biblischer Sprache und erklärenden Illustrationen gemacht? Das alles kostet Zeit und Nerven. Schlagen Sie dieses Buch auf und Sie haben, was Sie brauchen.

Die Vorstellungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf die biblische Alltagswelt ist recht eingeschränkt, immerhin sind deren kulturelle Zusammenhänge ja mehr als 2000 Jahre alt. An diesem Punkt setzt das vorliegende Buch mit einer neuen Darstellung der kompletten Heiligen Schrift in Text und Bild an – und lässt sich auch ohne pädagogischen Bezug mit Gewinn lesen. Wer die Heilige Schrift noch nicht am Stück gelesen hat, kann dies mit Erkenntnisgewinn nachholen.

Das Hardcover-Buch „Die Bibel. Graphic Novel" der Autorin und...

Martin Schäuble: Alle Farben Grau. Roman

Für Paul ist die Welt, als blicke er durch einen Nebelfilter, alles ist grau: „Alle Farben Grau“. Kurz nach seinem Aufenthalt in Japan wird er, nachdem er wiederholt Suizidgedanken geäußert hat, in eine Jugendpsychiatrie eingewiesen. Mit seiner Entlassung scheint es, als käme er wieder in sein normales Leben zurück. Doch Paul ist kein Mensch, der innerhalb gewöhnlicher Variablen denkt, fühlt und handelt. Er lernt Japanisch, hat einen für sein Alter ungewöhnlichen Musikgeschmack und seine eigenen Formen sozialer Interaktion. Dass er am Asperger Syndrom leidet, wird erst in der Jugendpsychiatrie diagnostiziert, als er sechzehn Jahre alt ist. Er hört eine bösartige Stimme in seinem Kopf, die ihm einredet, dass er nichts wert sei und er von keinem geliebt werde. Seine Depressionen nehmen zu,...