Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Hans Goller: Das Rätsel Seele

Hans Goller beginnt, eine Stärke seines Buches, mit einem Kapitel über die Seele in unserer Alltagssprache, das in der Feststellung kulminiert: Über die Seele sprechen wir in Metaphern. Wäre diese Einsicht doch nur mehr berücksichtigt worden!

Der Verfasser fährt in seinen beiden folgenden Kapiteln fort mit Referaten aus der Geschichte der Psychologie – namentlich Freud, Skinner, Pawlow und Rogers – und der Neurowissenschaften: Er referiert ältere und neuere Untersuchungen an Menschen mit geteiltem Hirn, was durch Zerschneiden der Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften oder zwischen Stirnhirn und Stammhirn zustande kam. Die Untersuchungen werden nicht kritisiert oder auf ihre Aussagefähigkeit in der Frage nach der Seele kritisch überprüft.

Wenn Goller in den Folgekapiteln die...

Norbert Feinendegen: Apostel der Skeptiker

Das vorliegende Buch ist die „Kurzfassung“ einer umfangreicheren Dissertation bei Karl Heinz Menke in Bonn. Dem Autor ist es dennoch gelungen, in einem immer noch umfänglichen Werk in das weitläufige Lebenswerk von C. S. Lewis einzuführen, das sich sprachlich außerordentlich vielseitig zwischen reflektierendem Begreifen und spannendem Erzählen bewegt: Als Literaturwissenschaftler „denkt“ Lewis Gott, als Schriftsteller „erzählt“ er ihn. In seinem Gesamtwerk bilden Mythos und Logos eine Einheit – so wie in der Menschheitsgeschichte sich Göttliches zunächst erzählend im Mythos meldet, im Christentum einmalig und wahrhaftig Geschichte wird und sich im Logos „denkbar“ zeigt, wie es Feinendegen in der Auseinandersetzung Lewis‘ mit seinen Meinungsgegnern und seinen Gesprächspartnern darlegt.

Für...

Volker Demuth: Fleisch

„Kein Krimi mehr ohne Pathologie, kein Mordopfer ohne Close-up auf die Schuss-, Stich oder Schlagwunde. Das tägliche TV-Massaker führt uns massenweise offenes Menschenfleisch vor. Niemand, ob Kind oder Erwachsener, verfügt über den kulturellen Abstand, sich seiner Allgegenwart zu entziehen.“ (14) Volker Demuths enorm kenntnisreiche Kulturgeschichte des Fleisches sollte jeder, der Theologie treibt, gelesen haben, steht doch die Inkarnation, die Fleischwerdung des göttlichen Logos in Jesus Christus, im Zentrum christlicher Theologie. Und die „Theologie des Fleischs“ steht demnach auch am Anfang von Demuths Überlegungen. So eröffnet er in seiner assoziativen „Fleischbeschau“ geradezu ein Panoptikum, das sich von der „Ästhetik der Wunde“ über „Fleischlose Träume und Kannibalismus“ bis hin zur...

Andreas Wollbold: Predigen

Andreas Wollbold, Professor für Pastoraltheologie an der Universität München, ist überzeugt: Eine (gute) Predigt ist eine „Überlebensfrage der Kirche“ (11). Aber wie geht das? Sein Buch ist ökumenisch ausgerichtet und setzt sich kritisch mit den Einsichten evangelischer Predigtlehrer auseinander. Es nimmt den reichen „Erfahrungsschatz“ der (vor-)christlichen Rhetorik in den Blick. Und es bietet eine Mischung aus Denkanstößen und Handlungsimpulsen nach dem Motto „so viel Theorie wie nötig und so viel Praxisnähe wie möglich“ (12).

Aktuelle Umfragen zeigen: Die Predigt hat einen hohen Stellenwert – für die Verkündigung der Kirche wie für die Gläubigen. Sie will wirken und ist doch oft wirkungslos. Das hat kulturelle Gründe, ist aber auch bedingt durch das Unvermögen des Predigers (26-33). Er...

Wolfgang Vogl

In der gleichen Aufmachung wie zum Lesejahr A legt Wolfgang Vogl auch zum Lesejahr B ein Werk vor, das Bild- und Schriftbetrachtung so zusammenführt, dass dem Leser ein exegetisch versiertes und kunstgeschichtlich inspiriertes Kompendium christlichen Glaubens an die Hand gegeben wird. Zeit- und Kunstgeschichte, biblische Exegese, Dogmatik und Philosophie werden erzählerisch so ineinander verschränkt, dass jeder Bereich seine Eigenständigkeit bewahrt und Bezüge enthüllt werden. Das Bild behauptet sich als Kunstwerk und wird nicht einseitig als bloße Illustration des biblischen Textes missdeutet. Die biblischen Motive erhalten durch ihre künstlerischen Verarbeitungen einen Sitz im Leben ihrer Zeit. Die Aufgabe des Lesers, sie für seine Zeit aufzuschlüsseln, überlässt der Autor klug dem...

Johannes Oeldemann: Die Kirchen des christlichen Ostens

Seit Jahrzehnten wächst die Zahl der orthodoxen und orientalischen Christen in Deutschland. Durch die Wanderungswellen seit dem Zweiten Weltkrieg, durch Gastarbeiter und Spätaussiedler, durch Flüchtlinge vom Balkan und dem Nahen Osten, aber nicht zuletzt auch durch Priester aus Indien sind die orthodoxen Kirchen uns nahe gekommen.

Johannes Oeldemann vom Johann-Adam-Möhler-Institut in Paderborn führt kenntnisreich in die Vielfalt der östlichen Kirchen ein. Ausgehend von den Regionen, in denen die östlichen Riten des Christentums präsent sind, stellt er zunächst deren Geschichte vor. Im Nahen und Mittleren Osten ist das Christentum entstanden und hat sich von dort aus nicht nur im Römischen Reich, sondern im Kaukasus und in Persien, im afrikanischen und griechischen Kulturkreis, in Südost-...

Thomas Feibel: Jetzt pack doch mal das Handy weg!

Die digitalen Geräte, v.a. das Smartphone, haben unsere Gesellschaft sehr verändert und sind vielerorts zu einem der Hauptstreitpunkte in der Erziehung geworden.Thomas Feibel, Journalist, Medienexperte und vierfacher Vater, schreibt sein Buch als Erziehungsratgeber für Eltern, die ihre Kinder auf die Smartphone-Nutzung vorbereiten bzw. diese regulieren wollen. Er führt Argumente ausgewiesener Experten und Studien ins Feld, schildert Fallbeispiele, berichtet von eigenen Erfahrungen und beleuchtet das Thema umfassend.

Gleich im ersten Kapitel „Vorbild sein" appelliert der Autor ausführlich und eindringlich an die Eltern bzw. Erwachsenen, sich ihrer eigenen Gewohnheiten bewusst zu werden und mit gutem Beispiel voranzugehen. Und auch in den weiteren Kapiteln nimmt er Eltern immer wieder in...

Manfred Eder: Kirchengeschichte in Karikaturen

Cartoons und Karikaturen sind aus dem Bild- und Medienzeitalter nicht mehr wegzudenken. Stets sind sie kritisch provozierend und streuen allzu oft Salz in die wunden Gemüter aus Politik und Religionsgemeinschaften. Spätestens seit dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo wissen wir wieder um die Sprengkraft, die sie entfalten können. Sie fordern schonungslos zur Auseinandersetzung mit der aktuellen Wirklichkeit heraus und verstehen es in zugespitzter Form, über Verknüpfungen mit vergangenen Ereignissen zum Nachdenken über die Gestaltung der Zukunft anzuregen. Sie hermeneutisch zu entschlüsseln, ist daher nicht immer einfach und bedarf einiger Kompetenzen.

Die Geschichtsdidaktik hat dies längst erkannt und nimmt die Karikatur als historische Quelle zunehmend in den...