Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Hermann-Josef Frisch: Heiliger Krieg oder Frieden auf Erden

Sind Religionen die Ursache für Krieg, Gewalt oder Terror? Die Heiligen Schriften der drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum wie des Hinduismus und Buddhismus enthalten viele Gewaltgeschichten. Obschon in diesen fünf Religionen bzw. Weltanschauungen die Liebe im Zentrum der jeweiligen Botschaft steht, ist deren Geschichte mit vielen Kriegs- und Gewaltexzessen durchsetzt. 

Der katholische Religionspädagoge und Kölner Priester in Rente Hermann-Josef Frisch bearbeitet in seinem gut lesbaren Buch diese komplexe Thematik. Im Dreischritt Sehen (Von der Realität der Gewalt …. und der Liebe in den Religionen), Urteilen (Von den Ursachen der Gewalt … im Kontrast zur Botschaft der Religionen), Handeln (Von der Überwindung der Gewalt … durch den Dialog der...

Monika Tworuschka / Udo Tworuschka: Illustrierte Geschichte des Islam

Das Buch liefert dem interessierten Laien einen gut lesbaren Überblick über wichtige Kapitel der Geschichte islamisch geprägter („islamicate“) Gebiete und Herrschaftskonzeptionen. Dabei liegt der Schwerpunkt mit 120 Seiten auf der spätantiken bis mittelalterlichen Zeit, während neuzeitliche Entwicklungen bis zur Gegenwart auf nur 45 Seiten abgehandelt werden. Neben Politik und Zeitgeschichte wird in eigenen Kapiteln auf die Entwicklung des islamischen Rechts und der islamischen Philosophie gesondert eingegangen. Nach eigenem Anspruch (s. die Einführung, 6-7) sollen dabei jeweils die sozialen Zusammenhänge und kulturellen Besonderheiten herausgestellt werden. Somit soll der Leser nicht nur von theologischen Parteien des Islam erfahren, sondern auch vom Zusammenleben der religiösen und...

René Buchholz: Falsche Wiederkehr der Religion

Zur Konjunktur des Fundamentalismus

Vielerorts in der Welt, auch in Europa, werden im Namen einer Religion Anschläge auf Menschen verübt. Wie verzerrt und missbraucht auch immer die Medien berichten, es sind allzu oft religiöse Überzeugungen, die zur Herleitung und vermeintlicher Rechtfertigung von Terrormaßnahmen herangezogen werden. Politische und militärische Fronten verlaufen entlang von Konfessions- und Religionsgrenzen. Weltweit gibt es die Verbreitung von Furcht und Schrecken im Namen von Religion.

Tatsache ist jedenfalls, dass ein religiöser Fanatismus und Fundamentalismus Ängste verbreitet und die Völkergemeinschaften im Nahen Osten, Afrika, Asien und auch Europa in Gänze herausfordert. Wir haben es, so der Verfasser des vorliegenden Buches im Untertitel, „mit einer Konjunktur...

Paul Petzel / Norbert Reck (Hg.): Von Abba bis Zorn Gottes

im Auftrag des Gesprächskreises Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Irrtümer aufklären – das Judentum verstehen

Das Buch „Von Abba bis Zorn Gottes“ ist ein wahres Desideratum und stellt eine hervorragende Grundlage für den Dialog dar. Verfasst von 33 jüdischen und christlichen Wissenschaftlern, werden hier 57 wichtige Begriffe – Juden- und Christentum betreffend – von A bis Z erläutert. Auf problematische Aussagen über das Judentum folgen jeweils Diskussionen und Perspektiven mit weiterführender Literatur. Das Ziel der Autoren ist es, Irrtümer aufzuklären, die das Verhältnis zwischen Juden und Christen seit 2000 Jahren schwer belasten. Von wissenschaftlicher Seite her gibt es diesbezüglich zwar seit dem 2. Vatikanischen Konzil mehrere Arbeiten, die Ergebnisse...

Walter Homolka: Übergänge

Beobachtungen eines Rabbiners
Mit einem Vorwort von Margot Käßmann

Dieses Buch lässt uns Einblick haben in die jüdische Zeitgeschichte, die hier mit den Augen eines Rabbiners betrachtet wird. An dieser Geschichte der jüngeren Gegenwart hat Walter Homolka großen Anteil, denn er ist ein Visionär, der seinen großen Gedanken auch Taten folgen lässt. Neben vielen Ämtern ist er der Mitbegründer und Rektor des 1999 errichteten Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam. Diese Einrichtung war für die liberale jüdische Welt ein Markenstein, denn nun konnten – erstmals nach dem Holocaust – in Deutschland wieder Rabbiner ausgebildet werden. Mit deren Hilfe konnte nun in Deutschland wieder jüdisches Leben neu entstehen. Eine weitere große Errungenschaft, die auch nur durch sein Engagement...

Nicolai Sinai: Der Koran

Eine Einführung

Der Koran (Rezitation) gilt dem gläubigen Muslim als das unmittelbare Wort Gottes. Er ist das Zentrum der islamischen Religion und Quelle ihrer Spiritualität. Nach islamischer Tradition vollendete der Kalif `Uthmān (644-656), der dritte Nachfolger des Propheten Muhammad, die Sammlung der Aufzeichnung aller Offenbarungstexte. Die frühe Redaktion des Korans hat zu einer weitgehend einheitlichen Überlieferung des Textes geführt. Die Anordnung der einzelnen Verse (arabisch Suren) erfolgte weder nach der chronischen Reihenfolge ihrer Offenbarung, noch ergibt sie einen fortlaufenden, zusammenhängenden Text. Die Grobeinteilung der Offenbarungstexte unterscheidet zwischen mekkanischen Suren, die vor der Hiğra, und medinensischen Suren, die nach der Hiğra, also zwischen 622 und 632...

Willi Steul (Hg.): Koran erklärt

unter Mitwirkung von Sebastian Engelbrecht und Thorsten Gerald Schneiders
Ein Beitrag zur Aufklärung

Vielfalt und Auflagenhöhe der Publikationen zum Thema Islam sprechen eine deutliche Sprache: Es herrscht ein hoher Informationsbedarf in Sachen Religion. Nicht selten bedienen die gewählten Titel dabei jedoch islamophobe Klischees und Totalitarismen – sei es in den Printmedien oder in den Programmen der privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Sie bilden ex- und implizit die Grundlage für Meinungsbildung und prägen das Bild des Islams, besonders in seiner politisierten und virtuellen Form. 

Eine dagegen innovative Präsentation islamischer Glaubensinhalte stellt die seit dem 6. März 2015 freitags um 9:55 Uhr gesendete Deutschlandfunk-Reihe „Koran erklärt“ dar. Die Autorinnen...

Janusz Surzykiewicz / Maria Groos / Teresa Loichen / Joost van Loon (Hg.): Liebe, Leib und Leidenschaft

Personsein aus der Sicht der Theologie des Leibes

In der Vergangenheit der katholischen Kirche hatte der Leib keine gute Presse. Er musste dem Geist zu Diensten sein, wurde malträtiert und teils drakonischen Fastenkuren unterworfen. Seit Jahrzehnten allerdings wird er geradezu vergötzt: Fitnesscenter haben in Universitäten die Hochschulkapellen ersetzt. Johannes Paul II. hat mit seiner Theologie des Leibes für Ausgeglichenheit gesorgt. Der Leib wird zu einem der Orte der Epiphanie Gottes; in ihm wird das Geistliche und das Göttliche sichtbar. Alle Beiträge des vorliegenden Tagungsbandes entfalten diesen Grundgedanken. 

Nach Grußworten des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx und des österreichischen Familienbischofs Klaus Küng eröffnet der Eichstätter Ortsbischof...