Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Dieter Bauer / Claudio Ettl / Paulis Mels (Hg.): Evangelien der Sonn- und Festtage im Lesejahr C. Bibel in Leichter Sprache

Leichte Sprache ist eine barrierefreie Sprache. Sie zeichnet sich durch ein übersichtliches Schriftbild aus. Ihre Sätze sind einfach und klar. Sie überwindet den Graben zwischen einer mündlichen einfachen Sprache und einer komplexen Schriftsprache. Sie ist deshalb gut zu verstehen. Leichte Sprache ist eine zielgruppenorientierte Sprache. Sie spricht besonders Menschen mit Lernschwierigkeiten an. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung fühlen sich angesprochen. Aber auch Menschen mit Demenz nehmen die einfache Sprache gerne auf. Menschen mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete sind dankbar für diese Sprache. Diese Sprache formuliert schwer Verständliches konkret. Sie drückt auch Mitgedachtes aus. Sie macht ein Verstehen für alle leicht.

Leichte Sprache steht in der jesuanischen...

Georg Sans: Philosophische Gotteslehre

 

Ein philosophisches Sprechen von Gott zeichnet sich dadurch aus, dass es sich in methodischer Hinsicht keinen spezifisch religiösen Prämissen verpflichtet weiß und den Gottesgedanken auf der Ebene einer autonomen Vernunft zu entwickeln beansprucht. Dies gilt unabhängig von der persönlichen Positionierung des jeweiligen Philosophen, wobei der Autor im vorliegenden Fall Jesuit und Inhaber des Eugen-Biser-Stiftungslehrstuhl für Religions- und Subjektphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München ist. Darüber hinaus hat sich die philosophische Auseinandersetzung mit der Gottesthematik nie in einem luftleeren Raum aufgehalten, sondern sich stets in der Begegnung mit bestimmten religiös-theologischen Traditionen vollzogen. Vor allem gilt umgekehrt für den christlichen Glauben, dass...

Eberhard Schockenhoff: Frieden auf Erden?

Der Autor, Jahrgang 1953, ist katholischer Priester und Universitäts-Professor für Moraltheologie in Freiburg/Breisgau, u.a. Mitglied im Deutschen Ethikrat; dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit im Themenkreis Friedensethik. Auf diesem Hintergrund will er uns die provokative Kraft von Weihnachten als produktive Friedensbotschaft in einer de facto noch lange nicht heilen, friedvollen Welt erschließen.

Zwar ist das Weihnachtsfest einerseits in seinem substantiellen Grundgehalt oft verdunkelt durch eine diffuse, zivilreligiös inszenierte Eventkultur mit konsumistischer Kommerzialisierung im Bereich bürgerlicher Öffentlichkeit sowie durch gruppendynamische Zwänge im Familienleben. Dennoch hat das Fest andererseits jenseits der Glitzerwelt der Shoppingcenter und Christkindlmärkte für sehr...

Egbert Ballhorn / Simone Horstmann (Hg.): Theologie verstehen

Die Auslegung des apostolischen Glaubensbekenntnisses ist eine Aufgabe, der sich die Theologie seit Entstehung dieses für die christliche Identität so zentralen Textes immer wieder zugewandt hat. In diese Auslegungstradition reiht sich der vorliegende Band – ein Kondensat des am Dortmunder Institut für Katholische Theologie durchgeführten Theologischen Grundkurses – mit einer ganz spezifischen Zielsetzung und Gestaltgebung ein: Das Vorhaben richtet sich auf nichts weniger als auf eine grundlegende Einführung ins Theologiestudium (oder allgemeiner: in eine intensivierte Befassung mit der akademischen Theologie), die sich in der Auseinandersetzung mit dem Text des apostolischen Credos und im Zusammenspiel von Statements aus allen Disziplinen der Theologie entfaltet.

Dieses Profil gibt...

Robert Zimmer: Basis-Bibliothek Philosophie

Eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ wäre eine schöne Sache, denn insbesondere der philosophische Novize hätte damit einen Kanon unverzichtbarer Bücher von zeitloser Bedeutung, an dem er sich orientieren könnte. Robert Zimmers Zusammenstellung will das leisten. Beginnend mit den Fragmenten der Vorsokratiker stellt der Autor die von ihm ausgewählten 100 Bücher mit Artikeln vom Umfang eines Wikipedia-Eintrages vor. Diese Darstellungen sind gut verständlich und arbeiten Wesentliches heraus. Wird das Buch aber seinem Anspruch gerecht, eine „Basis-Bibliothek Philosophie“ zu sein? Ein solcher Kanon müsste ausgewogen und repräsentativ die philosophischen Denkrichtungen und Problemstellungen behandeln. Die darin aufgenommen Bücher müssten Klassiker sein, was Zimmer für sein Buch auch beansprucht.

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Anton G. Leitner (Hg.): Der Himmel von morgen. Gedichte über Gott und die Welt

„Der Himmel von morgen“ – mit dieser poetischen, einem Gedicht entnommenen Zeile hat der Autor und Verleger Anton G. Leitner seine Gedichtsammlung überschrieben. Die 100 Gedichte von 91 bekannten und weniger bekannten zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern drehen sich – so der reichlich dehnbare Untertitel – um „Gott und die Welt“. Zu finden sind Gedichte unterschiedlicher Länge, zumeist ungereimt, aber auch höchst formvollendete wie das Sonett „Böhmisches Wegekreuz“ (111) von Christian Lehnert; außerdem hat der Herausgeber lautmalerische und Bildgedichte berücksichtigt. Der Vielfalt der dichterischen Formen entspricht die Vielfalt der aufgegriffenen Themen.

Dass Gott längst nicht mehr das Maß aller Dinge ist, führt Richard Dove in seinem Gedicht – wirklich ein Gedicht? – „Gott gemäß...

Jasmin Groß / Doris Hohmann / Andreas Nicht / Wolfhard Schweiker: Stark in Religion 5/6

Die Reihe „Stark in Religion“ hat sich zum Ziel gesetzt – wie es der Titel der Reihe insinuiert – Schülerinnen und Schüler im wahrsten Sinne des Wortes „stark in Religion“ werden zu lassen, so auch das für die Jahrgangsstufen 5 und 6 in diesem Jahr erschienene Lern- und Arbeitsheft. „Stark in Religion sein“ heißt für die Autorinnen und Autoren des Arbeitsheftes: „Du kannst Auskunft geben, wenn dich jemand fragt.“

Sieben Themenkreise, im Heft Hauptkapitel genannt, werden den Schülerinnen und Schülern angeboten: Menschen: Gleich und anders, Zusammenleben mit anderen, Gott – wer bist du?, Mit Jesus auf dem Weg, Die Bibel: Mitten in unserer Welt, Kirche – ein Ort für mich?, Weltreligionen: Das Judentum. Die Kapitel umfassen in der Regel 12 Seiten. Sie starten jeweils mit einer orange...

Peter Neuner: Turbulenter Aufbruch

Die sechziger Jahre gelten in Westeuropa als Sattelzeit der Postmoderne bzw. als Durchbruch zur gesellschaftlichen „Fundamentalliberalisierung“ (Habermas). Die vormals im Wesentlichen von Eliten und Boheme geteilten kulturellen Standards erzielen nun Breitenwirkung und verändern mit der Zeit die mentalen Befindlichkeiten aller Zeitgenossen. Während Familien und gesellschaftliche Gruppen, Wirtschaft, Politik und staatliche Einrichtungen den Wandel insgesamt gut und zu ihrem Vorteil verarbeitet haben, scheint einzig die katholische Kirche festzustecken in jenem „mythischen Jahrzehnt“. Noch immer laboriert sie an gesellschaftlich längst überwundenen Konflikten rund um Themen wie Autorität, Institutionalität, Individualität, Authenzität, Pluralität, Gehorsam und Freiheit. Zivilisatorisch...