Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Thomas Möllenbeck / Ludger Schulte (Hg.: Präsenz. Zum Verhältnis von Kunst und Spiritualität

Die Herausgeber sammeln neunzehn Beiträge anlässlich eines Studientags der PTH Münster aus dem Jahr 2017, um das Verhältnis von Kunst und Spiritualität zu reflektieren. Dies geschieht anhand verschiedener Kunstgattungen in der Sicht unterschiedlicher theologischer und außertheologischer Disziplinen unter dem Leitmotiv „Präsenz“ als Erscheinung eines Objektes für ein Subjekt in Raum und Zeit. Dabei wird Kunst als Repräsentation ihrer selbst als Kunst oder eines durch sie repräsentierten Inhaltes verstanden, durch den sich ein Subjet anhand eines Objektes zu sich selbst und der Wirklichkeit als ganzer in ein Verhältnis setzt, um ihnen Bedeutung beizusprechen. Kunst setzt also ein Sich-Verhalten zur Welt aus der Vergangenheit in einer Gegenwart präsent, in der sie stets neu bedeutet. Präsenz...

Christian Kummer: An Gott als Person glauben?

In fünf klar gegliederten, aufeinander aufbauenden Kapiteln beschäftigt der Autor sich mit der Frage, was es bedeutet, an einen personalen Gott zu glauben. Christian Kummer geht es zunächst um ein naturwissenschaftlich plausibles Gottesverständnis (1. Kapitel). Die absolute Transzendenz Gottes sei ernst zu nehmen. Dieser sei kein Es, kein Gegenstand, aber auch kein Jemand. Anthropomorphe Vorstellungen seien unzureichend. Gott sei als völlig verschieden von der Welt aufzufassen. Diese existiere in restloser Bezogenheit auf Gott. Alles, was sei, verdanke sich der grundlegenden Unterschiedenheit vom Nichts, für die Gott stehe. Gott handle in der Welt nicht. Seine Allmacht sei vielmehr als die seinsverleihende Macht zu verstehen. Sie bestehe darin, das, was ist, zu begründen und im Dasein zu...

Michael Seewald: Reform

 

Der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald gehört zu den scharfen Kritikern des römisch-kurialen Selbstverständnisses und der in diesem wurzelnden Form lehramtlicher Praxis. Sein neues Buch, das eine auf die Ekklesiologie fokussierte Kurzform von „Dogma im Wandel“ darstellt, plädiert angesichts der umfassenden geistlich-geistigen Krise für einen Paradigmenwechsel im „Denken“ der Kirche über sich selbst. Im Zentrum der Überlegungen stehen allerdings nicht konkrete und sattsam bekannte Reformforderungen, sondern historisch-genetische Aspekte, welche die kognitive Dynamik sowie die Geschichtspolitik des kurial-päpstlichen Apparates seit dem 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Seewalds Anliegen ist es, die lehramtliche Selbstfesselung der katholischen Kirche aufzudröseln, um die...

Friedhelm Kraft: Grenzgebiete

Friedhelm Kraft, der Leiter der Abteilung Bildung, Schulen und Religionsunterricht im Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hat den Roman „Grenzgebiete – Liebe in einem zerrissenen Land“ vorgelegt. Im Mittelpunkt des äußeren Geschehens steht die jugendliche Liebe einer Berliner Abiturientin zu einem israelischen Studenten und ihre gleichzeitige Sympathie mit einem palästinensischen Taxifahrer ähnlichen Alters.

Die aus einem evangelisch-freikirchlichen Elternhaus stammende Mareike hat sich erfolgreich für ein Praktikum beworben, das sie in Talitha Kumi, einer deutschen Schule in Bethlehem, absolviert. Sie betreut dort die aufgeschlossenen palästinensischen Kinder, setzt ihre leidenschaftliche Beziehung zu ihrem jüdischen Freund Jossi fort und...

Thomas Ruster: Balance of Powers

 

Zu den großen, zweifellos besorgniserregenden Problemen, die die katholische Kirche vielleicht nicht überall, sicherlich aber in unseren Breiten belasten und einer Lösung bedürfen, gehört der Mangel an Priestern, die in den Gemeinden tätig sind. Und so wird an vielen Orten und auf vielen Ebenen über die Frage nachgedacht, wie die Weichen auf eine bessere Zukunft hin gestellt werden könnten, ja müssten. Im Chor der Stimmen, die sich hier äußern, hat sich nun der Verfasser des vorliegenden Buches in nachdrücklicher Weise zu Wort gemeldet. Was er vorschlägt, übertrifft an Entschiedenheit und Andersartigkeit bei weitem das, was sonst zu diesem Thema zu hören und zu lesen ist.

Thomas Ruster eröffnet sein Buch sogleich mit der Vorstellung seines Vorschlags. Er hat diese Konturen: Das...

Hans-Arved Willberg: Das ganze Ja zum Leben

Gibt man in die Internet-Suchmaschine Google das Stichwort „Achtsamkeit“ ein, so erhält man nach 0,46 Sekunden ca. 19 Millionen Treffer. Der Begriff ist in aller Munde und das Angebot an Achtsamkeits-Seminaren und Achtsamkeits-Ratgebern ganz unterschiedlicher Couleur unüberschaubar. Auch das vorliegende Buch ermutigt zu einer Sensibilisierung der Aufmerksamkeit für die gegenwärtige Situation und den Mitmenschen. Da mag man geneigt sein zu fragen, ob es dazu wirklich eines weiteren Buches bedurfte. Doch ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt schnell: Achtsamkeit ist hier Herzensbildung und die Kunst der Aufmerksamkeitslenkung.

Der Autor, Hans-Arved Willberg, Sozial- und Verhaltenswissenschaftler, Philosoph, Theologe und Leiter des Instituts für Seelsorgeausbildung (ISA), setzt bei der...

James Bridle: New Dark Age

James Bridle, Jahrgang 1980, hat sich als Experte für Künstliche Intelligenz und vor allem als Künstler einen Namen gemacht. Bekannt ist zum Beispiel die Arbeit „The Drone Shadow Catcher“, in der Bridle an prominenten Orten die Umrisse eines ferngelenkten bewaffneten Aufklärungsflugzeuges (MQ-9 Reaper) auf den Boden zeichnet, um auf die überall mögliche Überwachung hinzuweisen. Sein Buch „New Dark Age“ ist illustriert mit Fotos des Autors und anderer, die architektonische Manifestationen von Geheimhaltung und demonstrativer Transparenz, von Vernetzung und Abschottung vorführen.

Die Diagnose des Verfassers lässt sich in seinen eigenen Worten so zusammenfassen: Unser Unvermögen, eine komplexe Welt zu begreifen, führt zur Forderung nach immer mehr Informationen, was unser Verständnis nur...

Ursula Silber / Bettina Eltrop / Bettina Wallmann: Was für ein Gott!

Seit geraumer Zeit versucht das Katholische Bibelwerk Stuttgart, der lectio divina als eigener Art und Weise, die Texte der Hl. Schrift in einem spirituellen Sinn zu lesen, mehr Stimme zu geben. Die einzelnen Schritte der lectio divina, der göttlichen Lesung, nämlich lesen – bedenken – beten – still vor Gott da sein – anders leben, die mehrfach wiederholt und immer wieder eingeübt werden, haben das eine Ziel, mit Hilfe der Hl. Schrift die persönliche Beziehung zu Gott (wieder neu) zu entdecken, zu entwickeln und zu leben. Daher veröffentlicht das Katholische Bibelwerk regelmäßig Lese- und Arbeitshilfen, die speziell der lectio divina dienen; so die hier vorgestellte Publikation „Was für ein Gott! Das Buch Jona lesen“.

Dieses Heft ist in seiner Praktikabilität sowohl für Leiterinnen und...