Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Rino Fisichella: Der erste moderne Papst. Paul VI. – Wie er wirklich war

Die Moderne ist reich an heiligen Päpsten. Allein im Pontifikat von Papst Franziskus sind drei Päpste der neuesten Kirchengeschichte zur Ehre der Altäre, zu Heiligen der Weltkirche erhoben worden, nämlich Johannes Paul II. sowie die Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI., dem dieses lesenswerte Buch gewidmet ist. Kardinal Rino Fisichella, der Präfekt des Rates für die Neuevangelisierung, stellt Giovanni Battista Montinis Persönlichkeit, seinen Lebens- und Glaubensweg in diesem Band knapp, kenntnisreich und sensibel vor.

Erzählt wird die Vorgeschichte des Pontifikats. Der Kirchendiplomat Montini fürchtete, nicht den Anforderungen des Bischofsamtes zu genügen, als er 1954 zum Erzbischof von Mailand berufen wurde. Er sammelte indessen wertvolle pastorale Erfahrungen. Am Kontakt zu den...

Ansgar Franz / Hermann Kurzke / Christiane Schäfer (Hg.): Die Lieder des Gotteslob

Ob getauft oder nicht, ob religiös unmusikalisch oder nicht – es darf nicht fehlen und alle von Herbert Grönemeyer bis hin zur stimmlichen Meisterschaft eines Dietrich Fischer-Dieskau haben es gesungen: „Der Mond ist aufgegangen“. Es dürfte eines der bekanntesten deutschen (geistlichen) Volkslieder sein. Die stets neu besungene Bekanntheit „des Mondes“ ist im kulturellen Gedächtnis so tief verankert, dass die Verantwortlichen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) es 2017 im Reformationsgedenkjahr in kollektiver Bevormundung und entgegen viel zitierter protestantischer Mündigkeit kurzerhand umdichteten: Man erweiterte die Brüder „geschlechtergerecht“ um die Schwestern, so dass zu singen war: „So legt euch Schwestern, Brüder“. Dabei wurde verkannt, dass mit der alleinigen Verwendung...

Clauß Peter Sajak / Michael Langer (Hg.): Kirche ohne Jugend. Ist die Glaubensweitergabe am Ende?

Immer wieder wird derzeit die Glaubenskrise konstatiert, unter der das Christentum in westlichen Gesellschaften leidet. Auch von einer Kirchenkrise ist häufig die Rede, mitunter gar von einer Gotteskrise, einer Kulturkrise oder einer Menschenkrise. Das all diesen Formulierungen zugrunde liegende Unbehagen hat eine seit einigen Jahren intensivierte theologische Reflexion über plausible Situationsanalysen und denkbare Reaktionsmöglichkeiten angestoßen. Ein neuerer Beitrag dieser Art, der 2018 in der Herder-Reihe „Theologie kontrovers“ erschienen ist, nimmt sich anlässlich der Jugendsynode spezifisch der Situation von Kindern und Jugendlichen an und stellt die Frage, ob angesichts einer „Kirche ohne Jugend“ die „Glaubensweitergabe am Ende“ ist. Grund zu dieser Frage gibt es durchaus,...

Wolfgang Vogl: Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste Lesejahr C

Mit der vorliegenden Veröffentlichung legt der Augsburger Professor für Theologie des geistlichen Lebens den dritten Band seiner „Meisterwerke der christlichen Kunst“ vor. Ziel des Autors ist es, mit Hilfe von Bildern aus der klassischen christlichen Kunst die Botschaft der Sonntage und Hochfeste des Lesejahres C zu erschließen. Die 72 Kapitel des Buches folgen dem Ablauf des Kirchenjahres, beginnend mit dem 1. Adventssonntag und endend mit dem 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis. Die einzelnen Kapitel sind so aufgebaut, dass zunächst die Evangelienperikopen, gelegentlich auch Lesungen aus dem AT und den Apostelbriefen vorgestellt und kurz interpretiert werden. Ein erster Zugang zu dem entsprechenden Kunstwerk erfolgt, indem der Autor seinen theologie- oder...

Hartmut Leppin: Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin

Hartmut Leppin, Althistoriker an der Universität Frankfurt, Träger des Leibnitz-Preises und Bruder des bekannten Reformationshistorikers Volker Leppin, legt eine umfangreiche sozialgeschichtliche Studie über die Christen von der Jüngergemeinde bis zur Anerkennung als erlaubte Religion unter Kaiser Konstantin vor. Der Althistoriker geht dabei nicht chronologisch vor, sondern beschreibt in vier Hauptkapiteln wesentliche Grundzüge des Christentums der ersten Jahrhunderte und seine Verortung im Römischen Reich. Die Theologiegeschichte kommt nur am Rand zur Sprache. Vielmehr geht es Leppin um die Innengeschichte des Christentums in Auseinandersetzung mit seiner Zeit. Viele, auch längere Zitate, aus dem frühchristlichen Schrifttum lassen die Jahrhunderte lebendig werden, in denen die Christen...

Hans Joas / Robert Spaemann: Beten bei Nebel

Welche Gründe hat die zunehmende Verflüchtigung des Glaubens? Wie kann die Kirche darauf reagieren? Welche Rolle spielen Werte? Um diese und weitere Fragen dreht sich ein Gespräch, zu dem die „Herder Korrespondenz“ im Januar 2015 die beiden katholischen Intellektuellen Robert Spaemann und Hans Joas einlud und das nun, ergänzt mit einer Einleitung von Volker Resing, als Buch erschienen ist.

Robert Spaemann (*1927) als Philosoph und Hans Joas (*1948) als Soziologe und Sozialphilosoph agier(t)en beruflich im säkularen Umfeld von Hochschule und Wissenschaft. Beide fühlen sich der katholischen Kirche eng verbunden, sehen im Papst den Garanten kirchlicher Einheit und betonen gegen einen verbreiteten Relativismus, dass „die Wahrheit … nichts von Menschen Gemachtes“ ist (72). Dass ihre Antworten...

Manfred Eder: Kirchengeschichte

Manfred Eders Einführung in die 2000-jährige Kirchengeschichte gehört beinahe zu den Klassikern des kirchengeschichtlichen Theologiestudiums und sollte in keiner Handbibliothek fehlen. Die erstmals 2008 im Patmos Verlag erschienene Monographie wurde nun mit neuem Layout als aktualisierte Neuausgabe der dritten Auflage im Matthias Grünewald Verlag ediert.

Inhaltlich ist die Neuausgabe identisch mit der Erstedition. In einem chronologischen Überblick bietet das Buch heranführende Einblicke und Grundkenntnisse über wichtige Entwicklungen und Personen der drei wesentlichen Großepochen Alte Kirche, Mittelalterliche Kirche und Katholische Kirche in der Neuzeit. Somit richtet sich die kirchenhistorische Einführung vornehmlich an eine am Katholizismus interessierte Leserschaft. Historischer...

Sonja Angelika Strube (Hg.): Das Fremde akzeptieren

Auch wenn sich seit einigen Jahren vermehrt kirchlich-institutioneller Widerspruch gegen die Vereinnahmung durch rechtspopulistische Strömungen wie Pegida und die AfD regt, so konstatiert Sonja Angelika Strube zu Recht, dass „bestimmte exklusivistische, autoritäre und rigide Formen christlichen Selbstverständnisses mit autoritären und gruppenbezogenen-menschenfeindlichen politischen Einstellungen harmonieren“ (16). Von daher ist es das Anliegen des Sammelbandes, danach zu fragen, welche Formen des christlichen Selbst- und Frömmigkeitsverständnisses solche Einstellungen fördern und welche theologischen und kirchlichen Umdenkprozesse notwendig sind, um diesen entgegenzuwirken.

Der Band versucht diesen ersten Fragestellungen gerecht zu werden, indem er zunächst sich in einem ersten Kapitel...