Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten

Allen Eltern, die nicht wissen, was sie ihren Kindern zu Weihnachten Sinnvolles schenken können, sei der neue Sams-Band von Paul Mahr wärmstens empfohlen. Denn „Das Sams feiert Weihnachten“ bietet nicht nur kindergerechte Unterhaltung, sondern auch Grundwissen rund um das Weihnachtsfest an. Das Buch macht beinahe unauffällig und auf wunderbare Weise bewusst, worum es an Weihnachten wirklich geht – um die Ankunft des Friedensfürsten, was sich bis in den allerkleinsten Winkel des Alltags auswirken kann.

Es ist schon einige Zeit ins Land gegangen, dass das Sams plötzlich vor dem schüchternen Herrn Taschenbier stand und dessen Leben auf den Kopf stellte. Nun feiert das wortgewandte und dichterisch begabte Sams sein erstes Weihnachtsfest. Zusammen mit seinem Papa Taschenbier erlebt es, was man...

Michael Klein: Bankier der Barmherzigkeit: Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Im März dieses Jahres jährte sich der Geburtstag des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zum 200. Mal. Das schmale Buch von Michael Klein malt das Bild eines völlig selbstlosen Wohltäters, der immer wieder mit allen möglichen Widerständen zu kämpfen hatte. Getrieben war er dabei von seinem Glauben; bei einer Versammlung des Wohltätigkeitsvereins sprach er von Gott als „unserem obersten Direktor“. Das Buch gibt Einblicke in Raiffeisens Beweggründe für sein Engagement, es zeigt die Wurzeln seiner Aktivitäten – auch während seiner Bürgermeisterämter –, bringt seinen unerschütterlichen Glauben, seine praktizierte Nächstenliebe auf den Punkt und ordnet diese richtigerweise in seine familiären Wurzeln ein. Es ist interessant, hierzu immer wieder Originalschriftstücke im Text zu finden.

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Anselm Schubert: Gott essen

„Gott essen“ lautet der merkwürdig anmutende Titel des vorliegenden Buches. Der Untertitel aber macht klar, dass es um eine „kulinarische Geschichte des Abendmahles“ gehen soll. Anselm Schubert, Professor für Neuere Kirchengeschichte, möchte „zwei denkbar weit entfernte Themengebiete“ (15) verbinden: die Geschichte des Abendmahls und die Kulinarik. Er will also einerseits die Hauptetappen der Eucharistielehre und -frömmigkeit (vor allem des lateinischen Christentums) darstellen, andererseits das Abendmahl von der „Food History“ her erschließen. Er versteht darunter nicht nur „die Geschichte der Alltagsspeisen und der Ernährung in der Antike, im europäischen Mittelalter und in der globalisierten Moderne, sondern auch die Mühen, die Menschen (sc. in einsamen Gegenden) auf sich genommen...

Burkhard Hose: Seid laut!

Für Burkhard Hose, den Studentenpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, ist es zwingend, dass Christen Politik und Religion nicht getrennt voneinander betrachten. Besonders in der Islamdebattefordert er eine Versachlichung statt Populismus. Die Ängste der Kommentatoren seien sehr allgemein und die meisten haben keinen persönlichen Kontakt zu Geflüchteten. Angst entsteht aus dem Gefühl heraus, man selbst werde benachteiligt; daraus entstehen Parolen und Behauptungen, die nur das Ungerechtigkeitsempfinden verstärken.

Der Autor fordert eine verbale Abrüstung, gerade in der Politik. Er verweist auf die menschenverachtende Sprache, mit der Ängste geschürt und Ressentiments verstärkt werden. Wie mit Sprache Gutes erreicht werden kann, das zeigen für ihn beispielhaft und...

Ottmar Fuchs: Das Jüngste Gericht

Ottmar Fuchs bleibt seinem Thema treu. Es ist ihm während seines Wirkens als Pastoraltheologe an der Universität Tübingen zu einem persönlichen Anliegen geworden, von dem er nun auch nach seiner Emeritierung nicht lassen will. Schon 2007 erschien sein Buch „Das Jüngste Gericht. Hoffnung auf Gerechtigkeit“ im selben Verlag. Eine Dekade später sind der Titel und das Cover nur leicht geändert, die Themen ähnlich, der Stil der vertraute, doch die Texte sind neu. Das Buch erscheint als zusammenhängende Abhandlung. Aber der Leser wird sogleich in zahllose Skizzen und Meditationen hineingenommen, die Hoffnung machen sollen, zum Nachdenken anregen, auch aufrütteln und allesamt getragen bleiben von einer großen Zuversicht. Der rote Faden dieses Buches ist Bestärkung in der Zuversicht, kein linearer...

Georg Langenhorst: Toter Regens – Guter Regens

Krimis dominieren die Abendprogramme des Fernsehens und die Auslagen der Buchhandlungen. Sie gewinnen ihre Attraktivität aus dem aufzuklärenden Fall und aus dem kulturellen oder sozialen Umfeld, in dem die Handlung angesiedelt ist. Was liegt für einen Theologen, der sich als Krimiautor erproben möchte, näher, als das ihm vertraute Kirchenmilieu zur Bühne seines Romans zu wählen? Georg Langenhorst ist Professor für Praktische Theologie und ein ausgewiesener Fachmann für Themen im Überschneidungsbereich von Literatur und Theologie. Im vorliegenden Buch wechselt er die Rolle: der Interpret wird zum Autor, der Wissenschaftler zum Erzähler.

Tatort ist das Priesterseminar einer süddeutschen Bischofsstadt „Friedensberg“. Dort wird an einem Montagmorgen der angesehene und als künftiger...

Heiner Wilmer unter Mitarbeit von Simon Biallowons: Hunger nach Freiheit

Dieses Buch verdankt sich laut Titelausweis der Zusammenarbeit zweier Persönlichkeiten. Als eigentlicher Autor zeichnet der Dehonianer-General Heiner Wilmer – und neuen Bischof von Hildesheim –, der das Buch unter Mitwirkung des Journalisten Simon Biallowons verfasst hat. Theologisch-spiritueller Gehalt und journalistische Aufmache wollen in diesem Werk sich also die Waage halten. Mehr als sein hohes Amt empfiehlt den Autor die berufliche Laufbahn als Lehrer und Schulleiter. Der dadurch bedingte gewohnheitsmäßige Umgang mit Jugendlichen macht sich im Schreibstil durch Abweichungen vom strengen Schriftdeutsch überall bemerkbar. Besonders dort, wo es um Emotionen geht, sind Ausdrücke wie „krass, klasse, top …“ keine Seltenheit. Auch deftige Ausdrücke wie „Kloppereien“ kommen wie...

Stefan von Kempis (Hg.): Das Schweigen Gottes ertragen

„Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen!“ – Was für eine Aussage, die Jesus im Matthäusevangelium (Mt 16,18) macht. Wer auf Petrus baut, geht – so verdeutlicht der sprechende Name – auf Nummer sicher. Auch die Päpste als dessen Nachfolger und Stellvertreter Christi auf Erden nehmen den Zuspruch Jesu gerne für sich in Anspruch. Er prangt nicht nur in goldenen Lettern in der Kuppel des Petersdoms, sondern dient auch als biblische Begründung für die beiden Papstdogmen von 1870, Unfehlbarkeit und Jurisdiktionsprimat. Der Papst ist dem Selbstverständnis nach felsenfester Garant für den Glauben und besitzt die unumschränkte Leitungsvollmacht in der Kirche. Unabhängig davon, ob man päpstliche Entscheidungen in den unterschiedlichen Bereichen kirchlichen Lebens begrüßt...