Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Hubert Wolf: Zölibat. 16 Thesen

Der Ruf nach einer seit langem schon fälligen Aufhebung der Verpflichtung der katholischen Priester des lateinischen Ritus, ehelos, also zölibatär, zu leben, wird immer lauter. Die Überalterung des Klerus, die abnehmende Zahl der jungen Männer, die sich für ein Leben und Wirken als Priester in den ja vielfach schrumpfenden Gemeinden entschließen, hat die Frage nach den Zugangsbedingungen bereits unausweichlich werden lassen. Zu diesen gehört in unserer römisch-katholischen Kirche seit eh und je die Bereitschaft zu einem ehelosen Leben. Diese Lebensform ist in der jüngsten Zeit erneut und verstärkt in Frage gestellt worden, als publik wurde, dass eine erschreckend hohe Zahl von Priestern sexuell übergriffig geworden sind.

Zu den damit angedeuteten Fragen hat sich nun laut und vernehmlich...

Luzia Schlösser (Hg.): Licht-Zeichen. Die Kunst von Johannes Schreiter

Er hat unzählige farbige Kirchenfenster in ganz Deutschland und weit darüber hinaus geschaffen. Seine „Licht-Zeichen“ sind im Bistum Limburg etwa in Frankfurt – in der Festeburgkirche Preungesheim (1968), in der Kapelle des Rhein-Main-Flughafens (1984) und in der Wahlkapelle des Frankfurter Doms (1993) – sowie in Limburg – in der Marienkapelle des Doms (1976) und jüngst in der Bischofskapelle (2011/12) – präsent. An der Städelschule in Frankfurt wirkt er von 1963 bis 1987 als Professor für freie Malerei und Grafik; seine zur Heimat gewordene Stadt Langen ernennt ihn 2013 zum Ehrenbürger. So ist es nur konsequent, dass das Deutsch Glasmalerei-Museum Linnich dem bald 90-jährigen Johannes Schreiter, der zu den weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Glasmalern zählt, eine konzentrierte...

Rudolf Steinberg: Zwischen Grundgesetz und Scharia

Inzwischen muss man von einer Flut von Literatur über den Islam sprechen. Das mit guten Gründen viel diskutierte, in seiner Bewertung und Deutung umkämpfte Thema zieht eine Unzahl echter und selbsternannter Expertinnen und Experten an. Dazu kommt, dass es neben der religionswissenschaftlichen, soziologischen und sicherheitspolitischen nicht zuletzt eine juristische Dimension gibt, die getrennt, aber in ihrem komplexen Zueinander zu betrachten ist.

Rudolf Steinberg, der Autor des hier zu besprechenden Buches, ist bereits von seiner Profession und seiner Lebensleistung unzweifelhaft in seiner Expertise. Als emeritierter Professor für öffentliches Recht und verdienter Universitätspräsident der J. W. Goethe-Universität Frankfurt bringt er die notwendigen Kenntnisse für die im Buch behandelten...

Anselm Grün / Leonardo Boff: neu denken – eins werden

Mit dem vorliegenden Buch widmen sich der Benediktinermönch Anselm Grün und der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff der Frage, wo und wie Gott zu finden und zu erfahren ist. Sie nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und mit anderen Schwerpunkten, gelangen in der gegenseitigen Lektüre aber zu ähnlichen Ergebnissen und Ansichten.

Im ersten Teil betrachtet zunächst Anselm Grün das Göttliche in uns: „Wir können Gott nicht spüren, wenn wir uns nicht selber spüren. Wir können zu Gott keine Beziehung aufbauen, wenn wir zu uns selbst keine Beziehung haben.“ Anhand verschiedener Autoren (z.B. Platon, Augustinus, verschiedene Kirchenväter, Mystiker, C.G. Jung, Alfred Delp, Teilhard de Chardin etc.) stellt Grün unterschiedliche Zugänge vor, um dem Göttlichen in mir...

P. Ulrich Faust OSB (Hg.): Die Benediktsregel

Die unter dem Namen des hl. Benedikt von Nursia überlieferte Regel gehört zu den prägenden Texten des christlichen Abendlandes. Nicht nur in kirchlichen Kreisen, sondern auch als Orientierungsmaßstab für Manager und Führungskräfte findet sie bis heute Anklang. Dass der Reclam-Verlag in seinem bewährten Kleinformat eine zweisprachige Ausgabe vorlegt, ist zu begrüßen. Die konsequent parallele Anordnung von lateinischem Originaltext und deutscher Übersetzung erleichtert das Studium, die Lectio und Meditatio der Regel.

Ein Nachwort aus der Feder des renommierten Benediktinerhistorikers Ulrich Faust führt in die Geschichte der Regel ein. Faust hält an einem historischen Kern der Dialoge Gregors des Großen als einzigem Zeugnis für das Leben Benedikts fest. Die Regula Benedicti sieht er in der...

Karlheinz Ruhstorfer (Hg.): Christologie

 

Mit vorliegendem Buch möchte der Herausgeber „eine gleichermaßen aktuelle und fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Person Jesu von Nazareth auf einem ersten Reflexionsniveau“ (12) bieten. Diese Vorgabe haben die Autoren des Bandes eingelöst. Sinnvollerweise hält sich auch diese „Christologie“ an die vielfach bewährte Aufteilung in zwei biblische Teile sowie einen historischen und einen systematischen Teil.

Oliver Dyma geht den messianischen Erwartungen im Alten Testament nach (15-68). Als besondere Ausdrucksformen für Israels Hoffnung auf die Durchsetzung der Königsherrschaft Gottes können sie innergeschichtlich oder eschatologisch gedacht werden (15). Grundgelegt sind sie in der Königstheologie und -ideologie im Bannkreis der davidischen Dynastie, deren faktischer...

Rainer Hagencord: Gott und die Tiere

 

Rainer Hagencord ist Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster und seit vielen Jahren Vorkämpfer eines Perspektivenwechsels im Umgang mit Tieren. Mit „Gott und die Tiere“ erschien 2018 eine zweite Auflage dieses ursprünglich 2008 erschienenen Werkes, das wiederum eine gekürzte Ausgabe seiner Dissertation von 2004 war, das selbst inzwischen in der 4. Aufl. erschienen ist (2009). Hagencords Grundüberzeugung ist, dass eine falsche Sicht auf das Tier als Gottesgeschöpf auch den Menschen von Gott fortführt; zugleich ist es sein dringendes Anliegen, dem Tier einen Platz als Mit-Geschöpf des Menschen wiederzugeben und es nicht auf seinen Nutzen für den Menschen zu beschränken. Gegenüber René Descartes, bei dem er die endgültige Wandlung des Tieres zum reinen Automaten ohne...