Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Friedrich Schorlemmer: Die schöne Kraft des Glockenseils. Gespräche mit Hans-Dieter Schütt

Friedrich Schorlemmer, geboren 1944, ist evangelischer Theologe, Schriftsteller, vielfach engagierter Bürgerrechtler und gehörte zu den prominentesten Protagonisten der Opposition, die in der DDR die Wende von 1989 herbeigeführt haben. Der Erziehung in einem evangelischen Pfarrhaus verdankt er seine christliche Prägung, die ihn in Widerspruch zur atheistischen Staatsdoktrin der DDR brachte. Er studierte Theologie, war Studentenpfarrer in Wittenberg, lehrte als Dozent am Evangelischen Predigerseminar und war Prediger an der Schlosskirche in Wittenberg. Sein politisches Engagement zeigt er als Mitglied der Friedens-, Menschenrechts- und Umweltbewegung und wurde über die Grenzen der DDR hinaus bekannt durch seine Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“, bei der er anlässlich des Kirchentages 1983...

Alina Pfeifer: Himmel trifft Erde. Über Gott und meine Welt. Poetry Slam

Alina Pfeifer gibt in ihrem Buch „Himmel trifft Erde. Über Gott und meine Welt“ vielfältige Einblicke in ihre gegenwärtigen wie vergangenen Lebenssituationen und emotionalen Verfassungen. Dazu nutzt sie, wie der Untertitel sagt, die Kunstform des Poetry-Slams. Beschreibungen des Inneren und Äußeren, Auseinandersetzungen mit existenziellen Fragen über das menschliche Sein und die persönliche Auslegung von philosophischen Themen der Freiheit, des Glücks und des schönen Lebens werden auf 159 Seiten anschaulich.

Ergänzend zu den Texten gibt es – signalisiert mit einem entsprechenden Symbol – Videoverweise mit dem Text als Gesprochenem auf ihrem eigenen YouTube-Kanal. Dies hat besonders bei der Form des Poetry-Slams den Vorteil, dass der Slam als solcher nicht in seinen Buchstaben, sondern aus...

Christoph Böttigheimer: Die Reich-Gottes-Botschaft Jesu

Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes, um dessen Kommen die Christen im Vater unser beten, hat zentrale Bedeutung. Sie steht aber in der kirchlichen Verkündigung und im christlichen Glaubensleben am Rand als die „verlorene Mitte“. Der Untertitel des Buches überrascht, fordert heraus und motiviert zur Lektüre. Christoph Böttigheimers gut verständliche, eingängige Darstellung besteht aus vier übersichtlichen, klar strukturierten, plausibel miteinander verknüpften Teilen.

Abschnitt A, Botschaft Jesu (17-89) bildet das bibeltheologische Fundament: In seiner Predigt verkündigt und in seinem Handeln vergegenwärtigt Jesus, woraus er selbst lebt, die Nähe Gottes als Beziehungswirklichkeit menschlichen Miteinanders. Weil es sich dabei nicht um Herrschen, sondern um eine von Gottes Gegenwart...

Hubert Wolf: Der Unfehlbare

Wenn ein historisch-theologisches Sachbuch nach wenigen Monaten bereits in der zweiten Auflage vorliegt, sind mehrere Gründe dafür möglich. Es mag die mediale Präsenz des Papsttums auch in einer postmodernen Gesellschaft sein. Der provozierende Titel „Der Unfehlbare“ mag ebenso ein Kaufanreiz sein wie die Person des Autors, der für einen packenden Schreibstil und skandalumwitterte Enthüllungen aus den kirchlichen Archiven bekannt ist. Wer den neuen „Wolf“ zur Hand nimmt, wird in diesen Hinsichten nicht enttäuscht.

Hubert Wolf will darlegen, dass es seit dem Ende des 18. Jahrhunderts – konkret seit der Französischen Revolution und ihren Folgen – nicht nur zu einer Neuordnung der Kirchenorganisation kam, sondern sich auch die Begründung des Katholizismus veränderte. Unter kreativer...

Gerhard Mevissen: Perlen Weinen. Neue Zurufe

Der Titel „Perlen Weinen“ irritiert: Können Perlen weinen – oder können Perlen geweint werden? Und was sind „Zurufe“? Wird jemandem etwas zugerufen – oder ruft jemand etwas zu? Werfen wir zunächst ein Blick auf den Werdegang des Autors.

Der 1956 geborene Gerhard Mevissen studierte Theologie, machte eine sozialpädagogische wie kunsttherapeutische Ausbildung und arbeitete in der Jugendarbeit; seit 1999 ist der verheiratete Vater von fünf Kindern freier Künstler und lebt in der Eifel nahe Monschau. Hervorgetreten ist er in zahlreichen Ausstellungen vornehmlich als Maler abstrakter Aquarellbilder, die über einen längeren Zeitraum hinweg durch weitere Eingriffe „heranwachsen“. Mevissens Bilder entstehen aus der Stille und haben die Stille zum Thema; er versteht sich selbst als „kontemplativer“...

Antonia Gottwald / Holger Zaborowski (Hg.): Hans Kock. Bild des Glaubens

Der Verlag Schnell & Steiner ist ein auf Kunst und Kulturgeschichte spezialisierter Verlag, der sich in besonderer Weise auch der christlichen Kunst und Architektur verpflichtet weiß. Seine Kunstbücher zeichnen sich aus durch eine handwerklich sorgfältige und ästhetisch ansprechende Buchgestaltung, die auch für das hier zu besprechende Buch zutrifft: Hardcover-Einband, Fadenbindung, Kunstdruckpapier, gutes Fotomaterial und ein ansprechend gestaltetes und leserfreundliches Layout.

„Bild des Glaubens" ist eine Hommage an den Maler und Bildhauer Hans Kock zu seinem hundertsten Geburtstag, eine Dokumentation der Renovierung der Feldsteinkirche St. Cyriacus in Kellinghusen durch diesen Künstler und darüber hinaus ein überzeugendes Beispiel für die künstlerische Gestaltung einer Kirche, bei der...

Wolfram Kinzig: Christenverfolgung in der Antike

Über Märtyrer zu sprechen – Menschen, die für ihren Glauben ihr Leben gegeben haben – hat an Aktualität gewonnen. Das hat natürlich mit den Gräuel des NS-Regimes zu tun, welche ja nicht nur Juden und Christen, sondern kleinere Bekenntnisgruppen wie die Zeugen Jehovas betrafen. Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein hat sich die Landkarte von Orten und Geschehnissen der „Verfolgung um des Glaubens willen“ auf traurige Weise gefüllt. Hinzu kommt, dass Papst Franziskus das Augenmerk auf die „Märtyrer von nebenan“ lenkt – Frauen und Männer, die oft auf unspektakuläre Weise als Zeuginnen und Zeugen des Glaubens sterben, wie in der Krisenzeit des Corona-Virus etliche Seelsorger im Norden Italiens.

Dass dies „Martyrium“ genannt wird, führt in die Anfangszeit...

Matthias Freudenberger: Der uns lebendig macht

Trotz einer intensiveren theologischen Beschäftigung mit dem Heiligen Geist in den letzten Jahrzehnten fehlt es an gut lesbaren Einführungswerken in die Pneumatologie, die an ein breiteres Publikum gerichtet sind und zugleich theologisch angemessen mit dem Thema umgehen. Das Buch „Der uns lebendig macht. Der Heilige Geist in Leben, Glauben und Kirche“ des Saarbrückener ESG-Pfarrers und ehemaligen Extraordinarius für Systematische Theologie an der Universität Wuppertal Matthias Freudenberger füllt genau diese Lücke. Der Autor beschäftigt sich vornehmlich mit der evangelisch-reformierten Tradition, was im Buch immer wieder deutlich wird. So wird die eher unbekannte und oft nur verkürzt wahrgenommene reformierte Theologie einer breiteren Menge vorgestellt und kann ihre Stärken gut entfalten....