Inspirationen zum Matthäus-Jahr
„Tastender Glaube“ reiht sich ein in die lange Riege der Predigthandbücher. Es ist trotz seiner 192 Seiten ein sehr kompaktes Buch. Jedem Sonn- und Feiertag sind rund zwei Seiten gewidmet, die selbst nochmals untergliedert sind. Das macht das Buch sehr leserfreundlich, da alles häppchenweise serviert wird. Die Impulse sind als Predigten geschrieben – sprechen den Lesenden also als Hörenden an. Das passt zu den biblischen Texten.
Das Matthäusjahr kommt bekanntlich immer wieder, daher tut es dem Buch keinen Abbruch, dass schon einige besprochene Sonntage vergangen sind. Die Inspirationen lassen sich auch gut als geistlicher Kommentar zum Evangelium lesen, unabhängig von Lesejahr und Leseordnung.
Das Buch besticht durch klare Sprache und anschauliche...
Dem Glauben trauen? Kann man auch dem Autor trauen? Man kann. Dabei stört die unfrisierte Themenanordnung. Hat der Verlag keinen Lektor mehr? Ich vermute: Der Tübinger Dogmatiker hat vorhandene, hoch konzentriert dargestellte Einzelthemen, von denen er vermutet, sie könnten seinen Leserinnen und Lesern das Vertrauen schwer machen, in einer eher lockeren Anordnung – Den Glaube trauen, Gott sich anvertrauen, Dem Leben trauen, Sich zu hoffen trauen – gereiht. Wie bei allen geistlichen Texten gilt es, die eine oder andere schwierige Passage oder Fremdheitsgefühle auszuhalten; dann entfaltet das Gesagte seinen eigenen Drall, es zieht mit.
Die Frage bleibt freilich, ob jemand vertrauen kann. Kann man die zahlreichen (auch jungen) Zeitgenossen, die sich als religiös unbegabt verstehen, so...
Ein Lehrbuch für Schule und Familie
Band 1
Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe
Gleich im Vorwort dieses Lehrbuchs für Schule und Familie betont die Verfasserin, dass sie ihre Aufgabe darin sieht, traditionelles Wissen weiterzugeben. In Ermangelung nennenswerter Lehrmittel nach der Schoʾa hätte die Verfasserin eigene Materialien für ihren Unterricht erstellt, welche sie nun allen Schülern, Lehrern und Eltern durch dieses Buch zugängig machen möchte.
Das Buch besteht aus fünf Kapiteln, welche das Gebet als Ausdruck des Glaubens und der Identität, den jüdischen Jahreskreis, die jüdische Familie, die Begegnung mit der Bibel und Schöpfung und Verantwortung zum Inhalt haben. Dass dieses Buch, wie Charlotte Knobloch im Vorwort schreibt, einzigartig ist, bemerkt man gleich zu Beginn, denn...
Der Frage, was Physik und Theologie einander zu sagen haben, gehen der Astrophysiker Arnold Benz und der Neutestamentler Samuel Vollenweider in der Neuauflage eines bereits im Jahr 2000 erschienen „Sachbuch[s] im Gewand einer Science-fiction-story“ nach. Nun ist die Fragestellung nicht neu und in jüngster Zeit in vielen Büchern und Abhandlungen, die auf aktuelle theologische wie naturwissenschaftliche Beiträge referieren können, aufgegriffen worden. Insofern mag man zunächst kritisch anfragen, ob sich die Auseinandersetzung mit der Neuauflage eines 15 Jahre alten Diskussionsbeitrages lohnt, die überdies mit wenigen inhaltlichen Änderungen gegenüber der Ersterscheinung daherkommt. Ich will meine Meinung hierzu vorwegnehmen: Es lohnt sich!
Die Autoren wagen in ihrem Buch die Verflechtung...
Spiritismus, Scientology, UFO-Glaube, Quantenphysik etc. – die Beispiele, die Linus Hauser für neomythisches Denken nennt, sind breit und facettenreich. Eine ebensolche Diversität und damit die breite Anwendbarkeit von Hausers Neomythos-Konzept zeigen die Beiträge in „Mythos und Neomythos“.
Die Festschrift hat die Pensionierung Linus Konrad Hausers zum Anlass, der von 1996-2016 Professor für Systematische Theologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen war. Schwerpunkt seiner Forschungen sind Neomythen, die er in seiner dreibändigen „Kritik der neomythischen Vernunft“ im Zeitraum von 1800 bis in die Gegenwart untersucht. Nach Hauser ist die Weltanschauung jedes Menschen durch zwei leitende Geschichtspunkte geprägt: sein Endlichkeitsbewusstsein und die Geneigtheit, nicht endlich zu...
Achtsam, gelassen, liebevoll – dieser Dreischritt beschreibt den spirituellen Lebensweg, den Bertram Dickerhof SJ in einem mehr als 40 Jahre währenden „Selbstversuch“ abgeschritten und jetzt im Sinn einer Selbstvergewisserung und Orientierungshilfe für andere niedergeschrieben hat. Das Itinerarium will weder Spekulation noch Ideologie sein, und doch liest es sich wie ein Grundlagenbuch einer spirituellen Ausrichtung, die Impulse der ignatianischen Exerzitien mit interreligiösen Aspekten, besonders aus Buddhismus, Hinduismus und Sufismus, verbindet.
Der Autor reflektiert hauptsächlich seinen Weg. Aus persönlichen Erfahrungen, Entfremdungen und Entdeckungen leitet er vier Bewegungsmomente eines ganzheitlichen Wegprogrammes ab: der Schritt von außen nach innen, das Verweilen in der Tiefe,...
Guus Kuijer nimmt mit seiner Auswahl auf folgende Textkomplexe der biblischen Genesis Bezug – die Geschichten Adams (Gen 2,4-4,26), Hams (Gen 5,1-9,29), Schelachs (Gen 10,1-11,32), Saras (Gen 12,1-21,21), Isaaks (Gen 21,22-28,9) und Ben-Onis (Gen 28,10-47,12). In der Art seines Erzählens zeigt Guus Kuijer, dass er ein genauer Kenner der ursprünglichen biblischen Texte ist. Alle vorliegenden Erzähltexte sind Kompositionen des Autors, bei denen er sich von folgenden literarischen Aspekten leiten lässt:
Erstens: Die ursprüngliche Distanz zwischen Schriftsteller und biblischer Gestalt überwindet er zuerst dadurch, dass er die jeweilig ausgewählte Gestalt in der Ich-Form erzählen lässt. Diese Ich-Erzählungen bewirken ein zweifaches: Mit dem Ich-Erzählen will der Autor zum einen...
Die brutale Verfolgung der Yesiden durch das islamistische Terrorregime IS in Syrien und Irak hat diese religiöse Gemeinschaft einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland etwas bekannt gemacht. Doch wer sind die „Yesiden“?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Im Deutschen gibt es zunächst keine einheitliche Schreibweise: Jesiden oder Yeziden oder Ezidi oder Yesiden oder Yezidi. Der Forschungsstand zu dieser „Religionsgemeinschaft“, „Religionskultur“, „Volk“, „Ethnie“, „Religion“ ist uneinheitlich und divers.
Das renommierte Oxford-Lexikon der Weltreligionen erläutert unter dem Stichwort „Yezidis“: „eine religiöse Gemeinschaft, die unter den Kurden des Irak, der Türkei, Syriens, Deutschlands, Armeniens und Georgiens verbreitet ist. Ihren Kern bildete eine muslimische...








