Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Rainer Oberthür: Die Kinderbibel. Eine Entdeckungsreise

Wer geht nicht gerne auf eine Reise? Auf eine Entdeckungstour in acht Stationen und vier Zwischenhalts wird mitgenommen, wer sich mit Rainer Oberthür durch seine Kinderbibel auf den Weg macht. Der Wegweiser ist dabei die Frage: Gibt es Gott wirklich?

Der Schwerpunkt der Reise liegt bei dieser Bibelausgabe für Kinder im Alten Testament, oder besser gesagt im „Ersten“ Testament, um bei der Sprache des Autors zu bleiben. Vorgestellt werden Bibelstellen, in denen Menschen Gott in den verschiedensten Weisen begegnen: Mose, Hiob und Ruth sind ebenso vertreten wie Adam und Eva. Eingebettet in erklärende Begleittexte werden die Lesenden an die Bibelgeschichten herangeführt. Die farbliche Gestaltung des jeweiligen Abschnittes verdeutlicht, in welchem Text man gerade unterwegs ist. Die Erklärungen...

Heike Bold / Dortje Treiber: Schule inklusionsorientiert gestalten

 

Die beiden Autorinnen Heike Bold (Grundschullehrerin, Mitarbeiterin am Staatlichen Schulamt und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrkräftebildung in Baden-Württemberg) und Dortje Treiber (Schulsozialarbeiterin und Inklusionspädagogin) bringen vielfältige, schulische Erfahrungen mit, die in dem vorliegenden Werk Anregungen für eine inklusionsorientiere Schulpraxis bieten.

In einem Grußwort werdenzentrale Intentionen des Werkes als„eine Zusammenstellung … und Grundlegungen für eine inklusive Pädagogik“ (8) benannt, die pädagogisch Tätige dabei unterstützen sollen, sich besser den Herausforderungen im inklusiven Unterricht stellen zu können. Jedes Kapitel schließt mit Antworten auf die Frage: „Was bedeutet dieses Thema für mich in meiner pädagogischen Arbeit?“ ab und fügt hierfür...

Klaus von Stosch: Trinitätstheologie. Grundlegung und interreligiöse Perspektivierung

Johann Baptist Metz spottete einmal über den trinitätstheologischen Entwurf seines Kollegen Jürgen Moltmann, dieser kenne das Innenleben Gottes besser als das seiner Frau. Auf ähnliche Weise konnte sich Karl Rahner über trinitätstheologische Konzepte echauffieren, die ihm zur göttlichen Eingeweideschau gerieten. Gelte es doch, Gott als Geheimnis zu denken.

Nun darf die Beschwörung der Geheimnishaftigkeit Gottes nicht dazu führen, das Denken abzustellen, und das wollte zweifellos keiner der beiden Theologen sagen. Umso mehr stellt sich die Frage, bis zu welchem Punkt das Denken sich durch den Glauben an den dreifaltigen Gott herausfordern lässt. Dieser Frage nachzugehen ist in besonderer Weise Klaus von Stosch qualifiziert. Als Vertreter einer komparativen Theologe weiß er nicht nur um die...

Johann Hinrich Claussen: Gottes Bilder. Eine Geschichte der christlichen Kunst

„Gottes Bilder“ ist keine bildtheologische Monografie, sondern richtet sich in erster Linie an Personen, die an einer Erschließung der ihnen mehr oder weniger vertrauten christlichen Bilderwelt interessiert sind. Mit den ausgewählten 72 Bildwerken setzt Johann Hinrich Claussen, seit 2006 Kulturbeauftragter der EKD, einen ganz eigenen Akzent.

Er inszeniert seine „Geschichte der christlichen Kunst“ als Gang durch zwölf „Säle“, die chronologisch angeordnet sind und sich unabhängig voneinander besuchen lassen. Das ist möglich, weil der Verfasser „keine universale These über den Sinn und den Zweck christlicher Bildwerke“ (16) entwickelt, wohl aber einige Leitgedanken verfolgt. So stellt er heraus, dass die meisten besprochenen Werke zur Zeit ihrer Entstehung nicht als „Kunst“ verstanden...

Georg Kraus: Der Himmel. Erfüllte Sehnsucht im ewigen Leben

Der Autor arbeitet die Korrespondenz zwischen dem Streben nach Sinn und dem christlichen Glauben auf Vollendung in der seligen Gemeinschaft mit dem Dreieinigen Gott im Hoffnungsbild des Himmels eingehend heraus. Eine einleitende Anekdote führt anschaulich vor Augen, dass über die erahnbare eschatologische Wirklichkeit Himmel nur analoge Aussagen möglich sind.

Im ersten Teil stellt Kraus die aktuellen theologischen Überlegungen über ein Leben nach dem Tod übersichtlich dar, die seit den 1970er Jahren entwickelt wurden, um die biblische Überlieferung heute existentiell plausibel zu machen: Auferstehung geschieht dem Einzelnen im Tod. Sie betrifft den ganzen Menschen mit seiner Lebensgeschichte und ist seine endgültige Begegnung mit dem personalen Gott. Mit dieser Perspektive lassen sich die...

Isabelle Dolezalek (Hg.): Fenster für bewegtes Licht // Window for moving light

Am 7. April 2024 wurden im Chor des Greifswalder Doms St. Nikolai neue Fenster eingeweiht; am 5. September wurde der 250. Geburtstag des in Greifswald geborenen Malers, Grafikers und Zeichners Caspar David Friedrich gefeiert. Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden Ereignissen?

Eine erste biografische Verbindung besteht darin, dass Friedrich 1774 in St. Nikolai getauft wurde; er wurde zu dem romantischen Künstler schlechthin. – Für ihre Kirche initiierte die Domgemeinde das Projekt „Dom romantisch“, das einen Ersatz der weißen Kirchenfenster des Chors durch eine farbige Verglasung anstrebte. Um dieses Projekt einordnen zu können, ist ein kurzer Rückblick auf die Baugeschichte erforderlich.

Um 1370/80 entstand im Stil der Backsteingotik die später erweiterte und umgebaute...

Engelbert Recktenwald: Am Ende wartet Gott. Versuche, die Philosophie zu Ende zu denken

Auch das neue Buch des Priesters, Philosophen und Theologen Engelbert Recktenwald kreist um die existenzielle Erfahrung des Gewissens, die er bereits in seinem Band „Wirklichkeitserschließendes Sollen“ von 2023 philosophisch ausgelotet hat. Eine Erfahrung, die nach eigenem Bekenntnis zu Beginn seines geistigen Weges entscheidend war für die Überwindung einer quälenden Krise, in die ihn die moderne Unterminierung des Wahrheitsbegriffs gestürzt hatte. Achtzehn Kapitel nähern sich dem Thema von unterschiedlichen Problemstellungen aus an, aber alle Zugänge führen zu der untrüglichen Gewissheit, die im Sittengesetz zu finden ist, und notwendig darüber hinaus zur Anerkenntnis der Existenz Gottes.

Einen ersten Zugang eröffnet der Zusammenhang zwischen Sittlichkeit, Sinnfindung und Glück. Wenn...

Claudia Paganini: Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und menschliche Sinnsuche

Claudia Paganini diskutiert die These, ob es nicht plausibel sei, dass die Interaktion zwischen Menschen und KI-Systemen heute eine neue Religion hervorbringen könnte. Anhand der klassischen Gottesprädikate wie Allmacht, Allgegenwart, Allwissenheit oder Gerechtigkeit lotet sie aus, ob wir dabei seien, einen neuen Gott – einen KI-Gott – zu erschaffen, der endlich all jene Prädikate einlösen könne, die dem monotheistischen Gott der abrahamitischen Religionen zugesprochen wurden. Um der These eines neuen KI-Gottes auf die Spur zu kommen, entscheidet sie sich dafür, Religion(en) unter einer funktionalistischen Lesart zu dechiffrieren. Religionen sind für sie Bedürfniserfüller, die Sehnsüchte von Menschen stillen, etwa die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Unsterblichkeit, Leidlosigkeit etc. Dafür...