Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung

Matthias Struth: Letzte Fragen. Was Sterbende wissen wollen

 

Matthias Struth ist ein katholischer Pfarrer und seit mehr als zehn Jahren Seelsorger am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Während einer Auszeit auf dem Jakobsweg entlang der spanischen Atlantikküste machte er sich Gedanken über die letzten Fragen, die Menschen im Sterben bewegen. Sein Buch gibt einen Einblick in die Erfahrungen und Erlebnisse der vielen Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Menschen auf ihrem Weg durch schwere Lebenssituationen und angesichts des nahenden Todes begleiten. Struth sieht diese Menschen als Einheit von Leib, Seele und Geist, mit ihren geistigen und körperlichen Bedürfnissen. Auch wenn der Autor am Anfang der Seelsorge den Auftrag von Jesus sieht, zu den Menschen zu gehen, bei ihnen zu sein, sich um sie zu sorgen und sie zu heilen, geht er über ein...

Andreas Schüle: Das Jesajabuch heute lesen

Wenn doch alle exegetischen Kommentare so wären! Dieses Lesefazit soll diese Rezension einleiten und die abschließende Beurteilung vorwegnehmen. Dem Autor Andreas Schüle gelingt mit seiner Jesajakommentierung die Quadratur des Kreises, indem er einen wissenschaftlich-aktuellen UND verständlichen Kommentar zu Jesaja vorlegt. Dieses hochkomplexe atl. Prophetenbuch, das zu den „höchsten Bergen des AT“ (14) gehört, in verständlicher und zudem wissenschaftlich aktueller und angemessener Weise zu kommentieren, ist eine literarische und theologische Glanzleistung. Jede Leserin und jeder Leser erhält Einblick in die geschichtlichen Hintergründe des Jesajabuches, in die Textproduktion und komplexen Überarbeitungen bzw. Erweiterungen. Zentrale theologische Inhalte werden ebenso vermittelt wie...

Konrad Schmid: Das Exodusbuch heute lesen

Das Exodusbuch ist sicher eines der bedeutendsten Bücher im Alten Testament, da in ihm die zentralen Grunderfahrungen, die Befreiung durch Gott aus Sklaverei und die Wegführung in die Freiheit, thematisiert werden.

Konrad Schmid hat als Autor die Herausforderungen zu bewältigen, verständlich und zugleich knapp in das Exodusbuch einzuführen und mit seiner Auslegung eine breite interessierte Leserschaft mit den Ergebnissen der komplexen Exodusforschung zu erreichen, die vor allem nach der Bedeutung der biblischen Botschaft für heute fragt. Eine Einzelauslegung des Exodusbuches ist aufgrund des begrenzten Umfangs der Buchreihe unmöglich; daher sind die Schwerpunktsetzung und das Konzept bei dieser Kommentierung umso wichtiger. Beides gelingt dem Autor und macht das Buch zu einer spannenden...

Burkard Porzelt: Glauben korrelativ kommunizieren

Korrelation (oft als „Wechselbeziehung“ zwischen Glaubensüberlieferung und Lebenswelt übersetzt) ist vermutlich einer der schillerndsten Begriffe in der Religionspädagogik. So groß das Einvernehmen darüber, dass Korrelation eine zentrale Kategorie für den modernen Religionsunterricht darstellt, so groß ist die Unsicherheit, was genau eigentlich mit dem Begriff bezeichnet wird – und was nicht. Ist es Korrelation, wenn am Anfang einer Unterrichtsstunde ein kurzes (mehr oder weniger konstruiertes) Alltagsbeispiel als „Aufhänger“ benutzt wird, um dann in die Erarbeitung einer kirchlichen Lehre einzusteigen? Oder wenn eine Bibelgeschichte ausführlich präsentiert wurde und dann am Ende noch schnell die Frage nachgeschoben wird: Gibt es so etwas auch heute?

Burkard Porzelt würde wohl in beiden...

Gunter Geiger / Marco Bonacker (Hg.): Zwischen Verantwortung und Kontroversität

Dem in diesem Jahr begangenen siebzigjährigen Bestehen der Katholischen Akademie Fulda ging ein zweijähriger interner Prozess voraus, in dem die Akademie Leitlinien für Ihre zukünftigen Ziele und Arbeitsweisen entwickelte und sie in einem „Mission Statement“ niederlegte. Der vorliegende Band versammelt sechzehn Beiträge aus Pädagogik, Philosophie und Soziologie, von Akademiemitarbeitern, Kooperationspartnern und aus dem Feld des interreligiösen Dialogs, um aus den jeweiligen Disziplinen und Arbeitsfeldern die Herausforderungen zu benennen, denen sich eine zukünftige Akademiearbeit vor dem Hintergrund ihrer Gründungsgeschichte zu stellen haben wird, um deren Konsequenzen für Struktur, Arbeitsweise und Themenfindung innerhalb einer katholischen Akademie zu erheben. In jedem der Beiträge sind...

Andreas G. Weiß: Kirche braucht Bildung. Ein Plädoyer

Der Satz, mit dem Andreas G. Weiß sein Buch über die Bedeutung kirchlicher Bildungsarbeit überschrieben hat, bleibt auf dem Cover ohne Satzzeichen. Was fehlt? Ein Punkt, ein Komma, ein Fragezeichen? Nun, am ehesten scheint der Satz ein Ausrufezeichen zu verlangen. Denn Weiß, Direktor des Katholischen Bildungswerks Salzburg, nennt sein Buch ein „Plädoyer“ und verrät, dass er über eine „persönliche Herzensangelegenheit“ schreibe (24). Die Entschiedenheit, mit der Weiß sich dafür stark macht, dass die Kirche Bildung als wesentlichen Bestandteil ihrer Existenz betrachten solle, ist seinem Buch überall anzumerken – und gereicht ihm nicht zum Nachteil.

Es wäre aber genauso möglich, den Titel mit einem Fragezeichen zu beschließen. Denn Bildungsarbeit ist in einzelnen Bistümern fragwürdig...

Werner Tübke: Metamorphosen. Die Sammlung Beaucamp

Auf einmal ist Frankfurt ein Werner Tübke-Zentrum. 2023 schenkte das Ehepaar Barbara und Eduard Beaucamp dem Städel Museum 46 Zeichnungen und Aquarelle des Leipziger Künstlers, die in einer Ausstellung vom 2.7. bis zum 28.9.2025 öffentlich präsentiert und von einem klugen Katalogbuch begleitet werden. Darin würdigt der Kunsthistoriker Herwig Guratzsch das Interesse und Engagement des früheren FAZ-Kunstkritikers Beaucamp für die bildende Kunst in der DDR. Dort lernte er 1966 Tübke kennen; aus dem Schreiben über den Künstler entwickelte sich eine Freundschaft. Damit sich Berufliches und Privates nicht verwischen, hat das Ehepaar Beaucamp die gezeigten Papierarbeiten käuflich erworben.

Einen guten Einblick in die Bildkunst Werner Tübkes (1929-2004) gibt die Kuratorin Regina Freyberg in ihrem...

Georg Schwikart / Jochen Straub (Hg.): Ich bin traurig, du bist da. Trost-Gedanken und Lieder

Die Trauer um den Tod eines nahestehenden Menschen gehört in der Menschheitsgeschichte sowie in den verschiedenen Kulturen und Religionen zu einer der tiefsten existenziellen Herausforderungen. Es gibt dabei nicht nur eine Form der Trauer, geschweige denn eine richtige oder falsche. Jede und jeder muss sich dem Tod und der Trauer persönlich stellen und im eigenen Leben damit umgehen. Jeder Tod, jedes Sterben, jeder Verlust, jede Trauer ist unterschiedlich. Gemeinschaft und Begleitung können helfen, Kunst, Musik, Texte und ein Buch manchmal ebenso.

Eine solche Hilfe bietet das Buch „Ich bin traurig, du bist da“, das zugleich ein inklusives Kunstwerk ist und Trost schenken möchte. Es ist im Zusammenwirken mit Menschen mit Beeinträchtigungen in einer Schreib-, Mal- und Musikwerkstatt mit...